25.07.1977

Familien-Katastrophe

Das Wahl-Fiasko der Ministerpräsidentin von Sri Lanka, Sirimavo Bandaranaike, 61, ist zugleich auch eine Familien-Katastrophe. Denn in ihren sieben Amtsjahren hatte der letzte weibliche Regierungschef der Welt über ein Dutzend Verwandte in Spitzenpositionen des asiatischen Inselstaats gehievt. Sohn Anura, 28, war ihr engster politischer Berater und als Nachfolger ausersehen, die Töchter Tschandrika und Sunetra dienten in der Premierskanzlei. Bruder Barnes ist höchster Richter, Bruder Clifford Chef der Staatsplantagen. Bruder Sevali Chef der Exportbehörde, Bruder Mackie Privatsekretär der Regierungschefin. Schwager Divitetawela ist einer der höchsten Offiziere in der Sri-Lanka-Armee, Schwiegersohn Kumar dirigierte den "Nationalen Jugendrat", Neffe Felix brachte es zum Finanzminister. Ein Verwandter diente gleichfalls im Kabinett, ein zweiter war für die innere Sicherheit des Landes verantwortlich. Die Wahl, die der 71 jährige Oppositionsführer Junius Richard Dchajawardene mit mehr ah Zweidrittelmehrheit gewann, wird die meisten Mitglieder des Bandaranaike-Clans Amt und Brot kosten: Der neue Mann führte seinen Wahlkampf vor allem gegen den "Nepotismus" der bisherigen Sri-Lanka-Herrin.

DER SPIEGEL 31/1977
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