01.08.1977

Toby der Bär und die Breppelzitsche

Trotz erhöhter Aufmerksamkeit und strenger Kontrollen in den Haftanstalten ist es einsitzenden Terroristen gelungen, ein nahezu lückenloses Kommunikationssystem aufzubauen: Der Nachrichtenfluß von drinnen nach draußen und umgekehrt konnte bisher nicht unterbrochen werden. Eine Hauptrolle spielt dabei nach Erkenntnissen des Bundeskriminalamtes der nach Frankreich geflüchtete Rechtsanwalt Klaus Croissant.
Siegfried Haag, 32, inhaftierter Terrorist aus Heidelberg, hatte in der Justizvollzugsanstalt Frankenthal Familienbesuch. Was dabei geredet wurde, kam den Aufsichtsbeamten eigenartig vor. So geriet in die Akten der Justizbehörden die Geschichte von der "unscheinbaren Stadtmaus "Ina" mit der sehr guten Nase" -- eine Fabel, die Lehrerin Hildegard Haag im Beisein des Ehemannes ihren Söhnen, 2 und 5, erzählt hatte.
"Die Maus", lautet das Gleichnis, "sucht für sich ein passendes Haus mit einem guten Freund, der mit ihr klettern und springen kann." Maus "Ina" lernt "den Bär "Toby" und das Tier "Breppelzitsche" kennen"; sie "finden ein Haus mit Badewanne", und an der "Wohnung befindet sich ein Türschild mit der Aufschrift "Nummer drei, zweimal baden".
Hildegard Haag geheimnisvoll: "Zu den Freunden gesellt sich schließlich noch "Kuno" mit der hohen Stirn."
Die Kurzgeschichte, kombiniert die Polizei, war eine verschlüsselte Botschaft für den Ende November verhafteten Terroristen Haag; der ehemalige Jurist fungierte als Chef einer Gruppe, der das Buback-Attentat angelastet wird. Und die Übermittlung geheimer, verschlüsselter Informationen über "Kuno" und "Breppelzitsche" gilt Staatsschützern als Beispiel für den vielfach begründeten Verdacht, daß zwischen gefangenen Baader-Meinhof-Leuten und anarchistischen Gewalttätern im Untergrund eine ständige konspirative Kommunikation stattfindet.
Drei Monate nach dem Buback-Anschlag, zwei Monate nach der Verhaftung der mutmaßlichen Tatbeteiligten Günter Sonnenberg und Verena Becker in Singen am Hohentwiel und drei Wochen nach der Flucht des Stuttgarter Terroristen-Anwalts Klaus Croissant nach Paris haben die Landeskriminalämter und die Bad Godesberger Abteilung "Terrorismus" (TE) des Bundeskriminalamts (BKA) Belege für ein geheimdienstähnliches Informationssystem der westdeutschen Stadtguerilla zusammengetragen, in dem Croissant nach ihrer Ansicht eine herausragende Rolle spielt.
Croissant steuert nicht nur seit Jahren mit trickreicher Desinformation über angebliche "Isolationsfolter" und die "Hinrichtung politischer Gefangene?, eine Mitleids- und Rechtfertigungskampagne der Terroristen in der Öffentlichkeit, er koordiniert nach der Überzeugung von BKA-Präsident Horst Herold und "TE"-Chef-Fahnder Gerd Boeden auch den "Zusammenhalt zwischen den Kadern in den Gefängnissen und in Freiheit", sorgt für den "wachsenden Beistand" einer 5000 köpfigen Umfeld-Szene und vermittelt "Pläne für neue Gewalttaten".
Vier Mitarbeiter des Stuttgarter Anwaltsbüros Croissant sind bisher nacheinander in den Untergrund weggetaucht, um sich bald nach ihrem Verschwinden der Guerilla-Tätigkeit zu widmen:
* der Kanzlei-Gehilfe Siegfried Hausner, der vor zwei Jahren an der Besetzung und Sprengung der Deutschen Botschaft in Stockholm teilnahm und -- ausgeliefert an die Bundesrepublik -- an den erlittenen. Brandverletzungen starb;
* der Croissant-Chauffeur Hans-Joachim Klein, der vor Weihnachten 1975 als Gehilfe des internationalen Terroristenführers Ilich Ramirez Sánchez, genannt "Carlos", an der Geiselnahme der Erdölminister in der Opec-Zentrale in Wien teilnahm und im letzten Mai in einem Brief an den SPIEGEL ("Ich habe genug angestellt") seine Abkehr von der internationalen Guerilla mitteilte;
* der Croissant-Sozius Jörg Lang, 37, der Baader Nachwuchs zugeführt hat und vor fast drei Jahren in den Untergrund gegangen ist; seither wird er wegen Unterstützung einer kriminellen Vereinigung steckbrieflich gesucht;
* Croissants Assistent Willy Peter Stoll, 27, der wegen des dringenden Verdachts, einer terroristischen Vereinigung anzugehören, von der Polizei gesucht wird.
Langwierige Observationen der Landeskriminalämter (LKÄ) und durch Computer ermittelte "Reisebilder" zweier weiterer Croissant-Mitarbeiter nähren bei Staatsschützern den Verdacht, daß das Stuttgarter Anwaltsbüro zumindest bis zur Flucht seines Chefs einen Nachrichtendienst betrieb, der Befehle der RAF-Führer Andreas Baader und Gudrun Ensslin sowie des Ex-Anwalts Haag an die Restkader einer verdeckt operierenden "Haag-Bande" (BKA) und an einen abgeschotteten Unterstützer-Ring übermittelte.
Die Ermittler wissen, daß Croissant-Gehilfe Ralf Baptist Friedrich, 30, jetzt für seinen Chef Quartiermacher in Paris, enge Kontakte zu den ehemaligen Mitgliedern eines 32köpfigen Hausbesetzer-Trupps ("Komitee gegen Folter") pflegte, der 1974 mit einem "Go-in" in die Hamburger Dependance von "Amnesty International" von sich reden gemacht hatte. Heute gilt die Gruppe bei den Staatsschützern als das gefährlichste Reservoir terroristischer Nachwuchskader. Sieben Mitglieder hat der Verfassungsschutz bis heute als Täter von Karlsruhe oder beim Stockholm-Anschlag identifiziert.
Croissant-Sozius Arndt Müller, 34, spielt indessen, wie das BKA glaubt, als "Reiseanwalt" mit zahlreichen Untervollmachten anderer Terroristen-Verteidiger die Rolle eines unermüdlichen Kuriers zwischen den inhaftierten Kadern untereinander und den Kampfgruppen draußen.
Von Oktober 1975 bis Juni 1977 absolvierte Müller insgesamt 584 Besuche bei Gefangenen der "Roten Armee Fraktion" (RAF), 232mal war er in dieser Zeit beispielsweise bei Gudrun Ensslin, 73mal bei Ilse Stachowiak, 53mal bei Wolfgang Beer, 37mal bei Helmut Pohl in der Zelle.
132 als Verteidigerpost deklarierte Briefe sandte Müller binnen zwei Jahren an RAF-Häftlinge, 138 RAF-Briefe aus der Haft waren an ihn adressiert. Doch nur viermal nahm der zeitweilige Wahlverteidiger Gudrun Ensslins an dem Stammheimer RAF-Prozeß teil; 16mal hatte er indessen in Prozeßpausen Gelegenheit, mit allen Stammheimer Angeklagten zu konspirieren.
Die allein von Müller vermittelte breite Kommunikation der RAF-Gefangenen wurde nach Ansicht der Sicherheitsbehörden noch erweitert durch 185 Besuchs-Kontakte Croissants und durch gut 400 Kreuz- und Querbesuche der Linksanwälte Armin Newerla, Michael Oberwinder und Karl-Heinz Weidenhammer. "Die konspirative Arbeit", urteilt der Stuttgarter Ministerialdirigent Alfred Stümper, "ist erschwert, die Zellen aber sind nicht abgedichtet."
Welchen hohen Stand an Organisation und Disziplin die RAF in den Zellen mit Hilfe dieser, wie das BKA glaubt, "Anwalts-Kuriere" erreicht hat, machten die Staatsschützer spätestens Ende April aus, als kurze Telephonanrufe Gudrun Ensslins in anderen Haftanstalten und die dabei übermittelte Mao-Parole ("Wer sich nicht fürchtet vor Vierteilung, zieht den Kaiser vom Pferd") 46 Hungerstreikende schlagartig wieder zum Essen veranlaßten.
Und wie gut offenbar die Kommunikation von drinnen nach draußen klappt, bestätigte sich für die Polizei auch nach dem Buback-Attentat: Der -- auch an die Ost-Berliner Nachrichten-Agentur ADN übermittelte -- Rechtfertigungstext des "Kommandos Ulrike Meinhof" stammt, wie Sprachanalysen ergaben, wahrscheinlich von der RAF-Spitze selbst.
Begonnen hatte die organisierte Knast-Kommunikation spätestens 1973, als der Berliner Linksanwalt Hans-Christian Ströbele ein von Baader in der Justizvollzugsanstalt Schwalmstadt ausgetüfteltes "Info"-System ankündigte, das "Arbeit für alle für Monate und Jahre bringt" (Ströbele). Die Inhaftierten verfaßten Referate über "die Bullenorganisation", über Waffen- und Computersysteme und die "Gegenstrategie der Schweine". Gegliedert in "Info 1" (für die RAF-Spitze), "Info 2" (für RAF-Mitglieder) und "Info 3" (für Mitläufer), stellte zunächst der Hamburger RAF-Anwalt Kurt Groenewold, später Croissant, solche photokopierten Rundbriefe zusammen, die regelmäßig der damals noch unzensierten Verteidigerpost der übrigen Vertrauensanwälte beigelegt wurden.
Nach Durchsuchungs-Aktionen in den beiden Kanzleien und Ermittlungen gegen die "Info"-Hersteller wegen "Unterstützung einer kriminellen Vereinigung" stiegen andere Vertrauensanwälte wie Müller offenbar auf die mündliche Nachrichtenübermittlung um, die -- wie die Landeskriminalämter beobachteten -- auch noch von einem Heer privater Gefängnis-Besucher betrieben wird.
So sind beispielsweise in LKÄ-Berichten von April 1975 bis Mai 1977 insgesamt 12 664 Besuchs- und 59 826 Postkontakte von 171 RAF-Inhaftierten registriert: Ganze Trupps von Helfern der Häftlings-Caritas "Rote Hilfe" oder des "Komitees gegen Folter" wurden -- neben Angehörigen der Gefangenen -- als "organisierte Berufsbesucher" erkannt" die "Informationen von Zelle zu Zelle transportieren" (Verfassungsschutz-Analyse).
Eine noch so strenge Überwachung dieser Besuche durch beamtete Zeugen, wie sie seit etwa zwei Jahren in den Haftanstalten praktiziert wird" kann nicht ausschließen, daß dabei gleichwohl, wie im Beispiel Haag und Stadtmaus "Ina", verschlüsselte Botschaften übermittelt werden -- oder auch offene.
In Zweibrücken gab der als Polizistenmörder zu Lebenslang verurteilte Klaus Jünschke einer Besucherin auf ihre Klage hin, "daß draußen eine gewisse Hilflosigkeit" herrsche, weil "von den Leuten aus dem Knast zuwenig Impulse" kämeen, den Rat: "Nehmt die Besten und macht irgend etwas, aber keine Info-Stände und Flugblattverteilungen, denn das bringt nichts." Baader verriet einem Besucher, dem Schweizer Anwalt Bernhard Rambert, die RAF werde sich fortan am Kommunistischen Bund Westdeutschlands "orientieren", weil dessen Arbeit "vielschichtig" sei und der KBW "viele Ortsgruppen" besitze.
Wie vermutlich der KBW und andere K-Gruppen unterhalten auch diffuse "Sponti"-Zirkel illegale Kontakte zur inhaftierten RAF. Sie artikulieren sich wie etwa das "Kommunikationszentrum wildes Huhn" ("Schon seit ein paar Jahren sind wir, Salzgitters Spontis, den Gangstern im Stadtrat, den Bullen und ihren Kumpanen ein Dorn im Auge"), das in die Zelle des Häftlings Ronald Augustin die Botschaft sandte: "Gegen die Willkür des Staates ist alles erlaubt."
Linke Frauengruppen aus dem Rhein-Main-Gebiet stellten bislang, wie das LKA in Düsseldorf registrierte, rund 400 Anträge zum "Besuch der weiblichen Häftlinge in Köln und Hamburg". Ein Karl-Peter Plein erbot sich nach Polizei-Erkenntnis, künftig als "Kontaktmann" zwischen den in Essen inhaftierten Stockholm-Attentätern "zu fungieren".
Der Gefängnis-Ausforschung dienen womöglich auch scheinbar naive Fragebögen (Beispiel: "Welche äußeren und inneren Sicherheitseinrichtungen zur Verhinderung von Flucht gibt es?"), wie sie eine Dame von der "Soziologischen Fakultät Bielefeld" unter dem Vorwand wissenschaftlicher Recherchen an westdeutsche Gefängnisdirektoren versandte. In der Wohnung der Forscherin fand die Polizei den Aufkleber: "Unterstützt den Kampf ... der Roten Armee Fraktion."
Der konspirative Nachrichtendienst bedient, abgesehen von der Ur-Zelle Rote Armee Fraktion, vier Gruppen von Anarchisten und Terroristen: > die Restkader der "Haag-Bande", denen außer dem Attentat auf Buback versuchter und vollendeter Polizistenmord sowie zahlreiche Bankraube angelastet werden; > Entsprungene und Befreite der "Bewegung 2. Juni", die nach Drenkmann-Mord und Lorenz-Entführung immer wieder, zuletzt von Schweden aus, die Befreiung westdeutscher politischer Gefangener versuchen;
* Versprengte einer "Dorff/Tauras"Bande, die von Banküberfällen leben und sich als Randfiguren der Stadtguerilla weder politisch noch intellektuell zu artikulieren vermögen; die noch flüchtigen Mitglieder dieser Gruppe -- Rolf Klemens Wagner und Peter Boock verfügen nach Polizei-Erkenntnissen über zahlreiche Waffen, Sprengstoffe, Bombenkörper und Hohlspitzmunition;
* die "Revolutionären Zellen" (RZ), eine dezentral agierende Kader-Organisation, die das Handwerk der Konspiration am besten beherrscht. Diese Zellen haben sich nach der Polizeiaktion "Winterreise" (1974) aus den linken Häftlings-Fürsorge-Klubs "Rote Hilfe" und "Schwarze Hilfe" gebildet und operieren vornehmlich im Rhein-Main-Gebiet, im Rheinland und in West-Berlin.
"RZ"-Mitglieder ("Wer nicht kämpft, stirbt den systemimmanenten Erstickungstod") zündeln in etwa einem Dutzend "RZ"-Untergruppen regional. Ihre Spezialität sind Brand- und Bombenanschläge (bisher 23) -- gegen Filmtheater ("Unternehmen Entebbe"), mißliebige Anwälte (wie den Pflichtverteidiger Karl-Heinz Dellwo im Stockholm-Prozeß), Kapitalisten (wie Altbaus-King Günter Kaußen) oder US-Militär-Depots (Frankfurt, Gießen).
Das vorerst letzte "RZ"-Attentat war Ende Juni ein Brandanschlag auf die "Schwarzfahrer-Kartei" im Verwaltungsgebäude der Berliner Verkehrs-Betriebe: Die Kader hatten Kupferrohre durch Schlüssellöcher der Türen gesteckt, brennbare Flüssigkeiten in die Räume gepreßt und elektrisch gezündet -- als "Antwort auf die beabsichtigte Fahrpreiserhöhung" (Bekennerbrief).
Nur einmal gelang es bisher den Ermittlern, eine lokale "RZ"-Gruppe zu enttarnen. Nach dem Aachener Anschlag auf den "Entebbe"-Film nahm die Polizei einen gewissen Enno Borstelmann fest, bei dem gestohlene Personalpapiere gefunden wurden, und einen Gerhard Albartus, der im Dezember in Dortmund zusammen mit dem linken Buchhändler Thomas Kram bei dem Versuch überrascht worden war, ein Auto zu knacken.
Kommunikations- und Propaganda-Organ der Revolutionären Zellen ist das jährlich im Mai erscheinende Agit-Blatt "Revolutionärer Zorn", dessen dritte Ausgabe die Polizei gerade in einschlägigen Anarcho-Läden der Republik aus dem Verkehr zieht.
Die Redaktion gibt in den konspirativ vertriebenen Blättern Tips zum Sprengstoff-Mischen und Zeitzünder-Bau ("Zeit lassen, ruhig bleiben, alles andere wegräumen, an kleinsten Mengen Versuche machen"), lehrt Nachwuchskader den Einstieg in den Untergrund-Kampf ("Falschen Bombenalarm geben", "Schaufenster von Banken einschmeißen") und warnt vor "Angriffen auf den Feind. wenn er zornig ist".
"Solidarisch mit allen Schwestern und Brüdern der bewaffneten Linken" freuen sich die "RZ"-Zirkel, daß "die Bullen sich schon seit vier Jahren die Zähne an uns ausbeißen". Ihre Strategie "beinhaltet, daß jeder einzelne im Notfall auch völlig auf sich allein gestellt weitermacht, eine neue Gruppe aufbaut, Funktionen anderer übernimmt".
Während der "Zorn" vor allein die Aktivisten der Szene zu motivieren sucht, wenden sich andere Anarcho-Blätter" von den Sicherheitsbehörden bislang geduldet, an die Tausende von Sympathisanten. Beispiel: der Frankfurter "Informations-Dienst zur Verbreitung unterbliebener Nachrichten" ("lD")" der sogar im Postvertrieb zu abonnieren ist.
BKA-Vize Reinhard Rupprecht sieht in dem Info-Dienst (Auflage: 3500 Exemplare) ein "Sprachrohr einzelner Stadtguerilla-Gruppen". In insgesamt 44 Artikeln des "ID" (Spezialität: Kassiber, Kommando-Erklärungen, Hungerstreik-Aufrufe im Originaltext) entdeckte die Polizei "Passagen von strafbarem Inhalt". Seit Monaten laufen Ermittlungsverfahren in Frankfurt.
Besorgter beobachten die Staatsschützer im Umfeld dieses Kommunikationsgeflechts das Anwachsen einer Propagandaflut, die vor allem Universitäten und linke Subkultur überschwemmt. 147 Verlage, 27 Buchvertriebe und 108 linke Buchläden verbreiten nach Staatsschutz-Recherchen in rund 2000 Einzeltiteln "Revolutionslektüre en masse".
Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Lüneburg ergaben zudem, daß rote Buchhändler den Terroristen-Kadern nicht nur Vertriebshilfe für ihre Guerilla-Schriften, sondern auch massive finanzielle Unterstützung gewährt haben sollen: 31 Personen aus sechs Druckereien und Verlagen stehen in dem Verdacht, rund 80 Buchtitel als Raubdrucke produziert zu haben. Beim Verkauf der rund 100 000 Einzelexemplare mit einer Gewinnspanne von 55 bis 60 Prozent wurden nach einer Lüneburger Rechnung unter Umgehung des Urheberrechts rund 1,5 Millionen Mark verdient.
Zusammen mit den Einkünften aus vermuteten Erpressungen "honoriger" Mitwisser, mit Spenden an Knastgruppen und Folterkomitees sowie dem 1,1-Millionen-Erlös aus mindestens sieben Banküberfällen seit September ist Croissants PR-Kampagne für die Terroristen, nun wohl von Paris aus gesteuert, auf Jahre hinaus gesichert.

DER SPIEGEL 32/1977
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