01.08.1977

RÜCKSPIEGELZitate

Die "Deutsche Welle" in ihrem russischen Dienst über die SPIEGEL-Serie "Kommunismus heute" (Teil I -- Sowjet-Union):
Der SPIEGEL schildert in seiner Analyse des Sowjetstaates an zahlreichen Beispielen die wirtschaftliche Ineffizienz des sowjetischen Systems und zeigt die Hindernisse auf, die einen Ausweg aus der Dauerkrise versperren ... Eine wirtschaftliche Liberalisierung, die die Sowjet-Union dringend braucht, würde den Parteiapparat brotlos machen und zugleich viel höhere Anforderungen an die Direktoren und Arbeiter stellen ... Der jetzige Stand ist für alle Beteiligten weit bequemer. So bleibt das System erhalten. Die Probleme der wissenschaftlich-technischen Revolution werden nicht bewältigt. Rußland fällt zurück, stellt der SPIEGEL fest.
Der SPIEGEL-Autor Fritjof Meyer beurteilt dennoch die jetzige Sowjetführung eher positiv. Nach seiner Meinung hat sich Generalsekretär Breschnew vom konservativen Apparatschik zum vorsichtigen Reformer gewandelt. Breschnews Abrüstungspolitik erscheint dem SPIEGEL glaubhaft. Sie sei ein Schlüssel zur Lösung der Wirtschaftsmisere. Mit seiner Öffnung nach Westen hatte Breschnew nicht nur der wirtschaftlichen Selbstgenügsamkeit eine Absage erteilt, sondern die Sowjet-Union auch westlichen Ideen geöffnet, mit denen sich die Ideologen jetzt auseinanderzusetzen hätten. Der SPIEGEL hält es sogar für denkbar, daß Breschnew in der Hoffnung auf den inneren Fortschritt ganz bewußt auch den "Korb drei" der Helsinki-Akte unterzeichnet hat, der den freien Austausch von Ideen vorsieht. Der SPIEGEL-Experte sieht in der sowjetischen Kulturpolitik von heute erste Anzeichen eines neuen Tauwetters.
Der Deutsche Presserat zum SPIEGEL-Titel "Die verkauften Lolitas" (Nr. 22/ 1977):
Aufgrund einer Reihe von Beschwerden hat der Beschwerde-Ausschuß des Deutschen Presserates in der Sitzung vom 30. Juni 1977 dem SPIEGEL wegen des Titelbildes in der Nummer 22 vom 23. Mai 1977 eine Rüge ausgesprochen. Im Interesse des Schutzes der Jugend mißbilligt es der Beschwerde-Ausschuß, wenn ein Kind in derart plakativer Form als Sexualobjekt abgebildet wird. Bei der Beratung hat der Beschwerde-Ausschuß nicht verkannt, daß der Artikel, auf den das Titelbild hinweist, eine jugendschützende Tendenz hat.

DER SPIEGEL 32/1977
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