09.05.1977

Werbung wider Willen

Die verbale Kraftmeierei eines Werbetexters hat die ganze Branche blamiert. Am 20. April erschien die Fachzeitschrift "Motorrad" mit einer doppelseitigen Farbanzeige "Suzuki -- die Sportskanone für Scharfschützen!" Keine zwei Wochen zuvor -- am 7. April -- war Generalbundesanwalt Siegfried Buback mit zwei Begleitern von MP-Schützen auf einer Suzuki ermordet worden. Der Motor-Presse-Verlag in Stuttgart bestreitet jeden Zusammenhang. Die Anzeige sei bereits am 3. März zur Gravur geschickt worden; nach Darstellung des Verlages war die Scharfschutzen-Annonce am 7. April längst gedruckt. Daß trotz aller Aufregung auch ein böser Vorfall seine werbewirksamen Seiten haben kann, beweist ein anderer Fall, bei dem es ebenfalls um Suzuki geht: Hein Gericke, Besitzer des größten bundesdeutschen Zweirad-Ladens, der die Suzuki an die Buback-Mörder vermietet hatte, ist seit dem 7. April erstmals "auf Wochen hinaus ausgebucht" (Gericke).

DER SPIEGEL 20/1977
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