06.02.1957

BONN / FELIX VON ECKARDTDie hellgraue Eminenz

"Aus den Erfahrungen .. wußte ich sattsam, daß ein ,Presseleiter', der nicht zugleich Berater des Ministers ist, die denkbar traurigste Figur spielt." ("Erinnerungen" von Julius von Eckardt, 1836-1908.)
Der Leiter des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung, Ministerialdirektor Felix von Eckardt, 53, ist zu Beginn des Wahljahres 1957 der einflußreichste politische Ratgeber des Kanzlers.
Am Dienstag startet Eckardt zu einem Erkundungsflug im Auftrage seines Chefs nach Amerika. Nach der offiziellen Version will er in den Vereinigten Staaten den Staatsbesuch des Bundespräsidenten publizistisch vorbereiten. In Wirklichkeit soll Eckardt nach dem Wunsch Konrad Adenauers herauszufinden suchen, ob in Washington eine neue Europa-Politik ausgebrütet wird oder nicht. Derartige politische Sondermissionen sind inzwischen zu einer Eckardtschen Spezialität geworden.
Als von Eckardt, früher Chefredakteur und Drehbuchautor, vor fast fünf Jahren sein Amt in Bonn antrat, da witzelte er noch im intimen Zirkel, sein vornehmstes Anliegen sei es, Material zu sammeln und Milieu-Studien zu treiben. Er wolle seinem größten Film-Erfolg aus dem Dritten Reich - es war "Die Entlassung" des preußischen Kanzlers Bismarck - im Vierten Reich ein zweites Erfolgsstück über die kleine Residenz des rheinischen Kanzlers folgen lassen.
Heute ist sicher, daß von Felix von Eckardt kein Drehbuch mehr über diese Ära, sondern höchstens ein Memoiren-Band zu erwarten ist. Aus einem Beobachter ist ein Akteur geworden, aus einem Drehbuchautor ein politischer Star.
Der Etat des von Eckardt geleiteten Bundespresseamtes hat sich vierzehnfacht, seit die Bundesrepublik besteht: 1950 gab die Bundesregierung rund zwei Millionen Mark für Propaganda und Informationen aus; 1957 werden es 20,155 Millionen Mark sein.
Allein, der Machtzuwachs des
Propaganda-Amtes, der in diesen Zahlen offenbar wird, verblaßt noch gegen den Machtzuwachs des Propaganda-Chefs selbst. In den letzten sechs Monaten hat er im Rennen um die Kanzler-Gunst alle anderen Kandidaten weit hinter sich gelassen. Erl ist dem Ohr des Kanzlers heute näher als jeder Minister des Kabinetts.
Diese Schlüsselposition Felix von Eckardts ist frei von jeder Partei-Bindung; er ist nicht Mitglied der CDU. Die Position rührt auch zum geringeren Teil aus seiner dienstlichen Stellung her; als Ministerialdirektor steht er mit Dutzenden ranggleicher Kollegen nach den 35 Ministern und Staatssekretären erst im dritten Glied der offiziehen Bonner Hierarchie. Sein Einfluß ist vorwiegend das Ergebnis seines persönlichen Vertrauensverhältnisses zu Konrad Adenauer.
Dabei kann man sich zunächst äußerlich kaum größere Gegensätze vorstellen: Der hagere, alttestamentliche Kanzler ist mit seinen gemessenen Bewegungen, dem indianerartig-unbeweglichen Antlitz und der hausbackenen Kleidung genau das Gegenstück des mit Menjou-Bärtchen, gewagten Westen und modischer Eleganz stets etwas stutzerhaft wirkenden, zierlichen Springins-Feld Felix von Eckardt.
Es ist augenscheinlich, daß Eckardts "innere Emigration" in die Babelsberger Flimmerwelt während des Dritten Reiches in ihm ihre Spuren hinterlassen hat. Der äußere Habitus des deutschen Bundespressechefs trägt unübersehbar dandyhafte, wenn auch keine snobistischen Züge.
Felix von Eckardt kennt und pflegt diese Schwäche. Sei es, daß er als Trophäen von internationalen Konferenzen in London und Paris eine zwanzig Zentimeter lange Dunhill-Filterzigarettenspitze oder das neueste goldene Gasfeuerzeugmodell heimträgt; sei es, daß er während seines einjährigen Gastspiels. als Uno-Botschafter (1955/56) in Amerika in einer konservativen Maybach-Limousine (Baujahr 1937) zwischen chromblitzenden und schwanzflossenbewehrten amerikanischen Straßenkreuzern, einherkutschierte.
In New York wie in Bonn ist auch der exotische Zoo des Ehepaars von Eckardt gleichermaßen 'gut bekannt. Außer Dackel-Senior "Knopp", der mit Frischzellen verjüngt wurde, gehören ihm zu Hause der Dompfaff "Max Egon", im Büro der brasilianische Pfefferfresser "Ramses" und allerlei Getier in zwei Aquarien an. Als die Suez-Krise, den Meeresfisch-Nachschub aus dem Persischen Golf unterbrach, schwammen in den beleuchteten Bassins vor dem Schreibtisch des Bundespressechefs Süßwasser-Verbraucher.
Allen Liebhabereien der exklusiven Welt, vom Turnierreiten bis zur Hochsee-Segelei von einer Schwäche zu Berlin bis zur Vorliebe für Amateur-Photos in allen-Lebenslagen huldigt Felix von Eckardt mit gleicher Passion, unterstützt von seiner Gattin
Edith, geborene Peters. Mit ihrem überspruhenden Charme und ihrem jeweils passend getönten Haar (zuletzt: hellblau) ist sie ungeachtet aller Rangunterschiede zur ersten Dame der neugemachten Bonner Gesellschaft aufgestiegen*.
Konrad Adenauers Ratgeber unterhält einen der gastfreiesten und amüsantesten Salons der provisorischen Hauptstadt. Sein-Haus im rechtsrheinischen Bad Honnef, in Sichtweite der Rhöndorfer Kanzlervilla gelegen, ist mit raffinierter Geschmackssicherheit antik und modern zugleich eingerichtet. Die mittelalterliche Holzmadonna über dem Kamin wird von einem versteckten Miniatur-Scheinwerfer angestrahlt. Solch weltmännische Lebensart und derart extravagante Hobbies verursachen Kosten, die das normale Salär eines Ministerialdirektors übersteigen. Sie fanden ihren Niederschlag in den einwandfrei belegten Eckardtschen Umzugsgebühren Bonn-New York in Höhe von über 85 000 Mark (SPIEGEL 47/1956).
In den ersten Jahren seiner Bonner Tätigkeit hat Felix von Eckardt daher entgegen allen bundesrepublikanischen Sitten und Gebräuchen stets aus eigener Tasche zugesetzt. Seufzt er kokett: "Einen Beruf, zu haben, der einem Spaß macht, ist eben der teuerste Luxus, den man sich leisten kann. Sich ein kleines Ballett zu halten, wäre ein Kinderspiel dagegen."
Und in der Tat: Während das Gros der bundesrepublikanischen Mächtigen und Möchtegerne aus Ehrgeiz, Eitelkeit und Geltungsdrang, aus weltanschaulichen Prinzipien oder geschäftlichen Motiven Politik macht, beschäftigt sich Felix von Eckardt mit der Politik als einer, Art stilvollen Zeitvertreibs, aus purer Freude "dabei zu sein", aus Spaß am Mitmischen. Kein Wunder, daß sich diese Erscheinung im Kreise wollbestallter, Bundesminister oder ehrenwerter Parlamentarier ausnimmt wie ein umherschwirrender Kolibri in einer Schar würdiger Pinguine.
Hinter so geartetem ganz und gar unbürokratischem, scheinbar oberflächlichem und
leicht komödienhaftem Wesen verbergen sich indes jene Qualitäten, die Eckardt für den Kanzler zum meist geschätzten Einflüsterer werden ließen zur "hellgrauen Eminenz", wie es in Bonn heißt.
So wie der farbenfrohe Glanz der schillernden Figur des Pressechefs die klein und großbürgerliche Farblosigkeit überstrahlt, die in Bundestag und Bundesregierurig seßhaft geworden ist, so sehr unterscheidet sich auch im Effekt seine Arbeit von der üblichen Bonner Norm.
In den zwei, bundesrepublikanischen Gründerjahrengehe Felix von Eckardt Anfang 1952 sein Amt antrat, versuchten sich nicht weniger als vier Kandidaten vergeblich in jenem Geschäft. So unterschiedlich ihre Herkunft ihre Fähigkeiten und ihre, Temperamente waren - sie alle wurden verschlissen und verabschiedet. Es waren:
- Heinrich Böx (September 1949 bis Dezember 1949), einst Studienrat, später unter britischer Besatzungsregie außenpolitischer Redakteur der christlichdemokratischen "Kölner Rundschau" und heute stellvertretender Generalsekretär der Westeuropäischen Union.
- Paul Bourdin (Dezember 1949 bis Februar 1950), ein als Journalist ("Frankfurter Zeitung" und "Der Kurier") und Feinschmecker (Übersetzer von Marcel X. Boulestins "Almanach der feinen Küche") gleichermaßen renommierter Frankreich-Kenner, der im vergangenen Jahr verstarb. Er quittierte seinen Dienst als Sprecher der Bundesregierung, nachdem er sich auf Befehl des Kanzlers öffentlich selbst hatte dementieren müssen.
- Heinz-Brand (Februar 1950 bis November 1950), ein der Bonner Journalistenmeute hilflos gegenüberstehender Beamter von altem Schrot und Korn, der zur Belohnung für seine neunmonatige Leidenszeit Regierungspräsident von Aachen wurde. Konrad Adenauer über Brand als Pressechef: "Ich glaube, der hat Angst vor mir."
- Fritz von Twardowski (November 1950
bis November 1951), vor und nach seiner Bonner- Presse-Einlage Karriere-Diplomat in der Weimarer Republik, im Dritten Reich und in der Bundesrepublik; zuletzt Botschafter in Mexiko, jetzt pensioniert.
Sie alle scheiterten, teils - wie Paul Bourdin - an der Regierungsfront, teils - wie Heinz Brand - im Nahkampf mit, der Presse. Dann kam Felix von Eckardt und erwies sich als Virtuose im Spiel auf beiden Klavieren: Presse und - Regierung brachten ihm alsbald gleich großes Vertrauen entgegen.
Die Bonner Korrespondenten, die bis dahin gewohnt wären, sich mühsam die Brosamen zusammenzupicken, die vom Kabinettstisch fielen, erhielten von Felix von Eckardt Nachrichten-Kraftfutter und fraßen ihm dafür bald willi aus der Hand. Konrad Adenauer seinerseits zeigte sich von dieser Methode, die aufsässigen Presseleute ans Gängelband zu legen, unverhohlen beeindruckt.
Beiden, Journalisten wie Kanzler, aber imponiert jene witzige Schlagfertigkeit, mit der Felix von Eckardt auf Pressekonferenzen, am internationalen Verhandlungstisch oder im Kabinettssaal jeden Hieb zu parieren versteht.
Als im April 1955 gefragt wurde, ob es stimme, daß Oberst außer Diensten Bogislaw von Bonin - der damals noch an Theo Blanks Sandkästen spielte - beabsichtige, eine Art "Schwarze Reichswehr" aufzustellen, antwortete Felix von Eckardt: "Kein Reich, keine Wehr, kein Schwarz." Die letzte Feststellung allerdings wurde freilich mit einigen "Na! Na!"-Rufen quittiert.
Aus dem ersten Jahr der Eckardtschen Tätigkeit existieren noch servile Aktennotizen einer längst überwundenen Vergangenheit. So heißt es in einer von Konrad Adenauer zur Kenntnis genommenen und abgezeichneten Aktennotiz des Pressechefs aus jenen Tagen, die brasilianische Zeitung "A Gazeta" habe einen ausführlichen Bericht über den Besuch ihres Redakteurs Rosenthal in Bonn veröffentlicht, "in dessen Einleitung die Größe Ihrer Persönlichkeit hervorgehoben wird sowie Ihre Fähigkeit, sich sofort auf die Mentalität Ihres Gesprächspartners einzustellen. Die Zeitung unterstreicht Ihre physische und geistige Beweglichkeit, durch die Sie für einen Mann von noch nicht 60 Jahren gehalten werden könnten".
Das war vor fünf Jahren. Heute geht Felix von Eckardt seinem Chef nicht nur mit Schmeicheleien um den Bart, sondern steckt ihm auch mehr unangenehme Wahrheiten als andere Kanzler-Knappen. Konrad Adenauer im Dezember 1956: "Ich glaube nicht, daß Herr von Eckardt in dem Rufe steht, daß er mir etwas vorenthält."
Gerade das aber ist die Wurzel des intimen Vertrauensverhältnisses zwischen Chef und Gehilfen, die beide an Geist und Gestalt voneinander so grundverschieden sind wie Don Quichotte und Sancho Pansa: Konrad Adenauer, der ernsthaften Widerspruch nicht vertragen kann, gleichzeitig aber die im Bonner Treibhaus-Klima besonders üppig gedeihende menschliche Abart der Duckmäuser zutiefst verachtet, hat in dem intelligenten Charmeur Felix von Eckardt einen Berater gefunden, der geschickter als jeder andere auf dem schmalen Grat zwischen diesen Gegensätzen zu balancieren versteht.
"Im Grunde", so addiert Felix von Eckardt die Summe seiner Erfahrungen mit dem westdeutschen Regierungschef, "kann man dem Bundeskanzler alles sagen, selbstverständlich in den vom Respekt vor seinem Alter und seiner Stellung gezogenen Grenzen. Es kommt nur auf das ,Wie' an."
Eben dieses "Wie" hat der Bundespressechef zu einer speziellen Meisterschaft entwickelt; er gibt dem Kanzler scheinbar recht, wenn er widerspricht, und er versteht es genauso, eine Schmeichelei durch einen scheinbar kritischen Vorbehalt besonders ehrlich wirken zu lassen.
Sagt Felix von Eckardt: "Natürlich ist ein wenig psychologische Behandlung dabei. Aber die brauchen wir ja alle. Wenn ich etwas Schwieriges durchdrücken möchte und merke, daß zehn oder zwanzig vorangegangene eklige Besucher die Laune des alten Herrn in die Nähe des Gefrierpunkts gebracht haben, verschiebe ich das Wichtige eben auf den nächsten Tag, auf eine bessere Gelegenheit. Eine andere wichtige Regel für Unterhaltungen mit dem Kanzler ist, nicht vom Hundertsten ins Tausendste zu kommen. Der alte Herr hat es gern, einen Punkt nach dem anderen zu erledigen.
Felix von Eckardt unterbricht sich. Das Telephon hat gesurrt. Der Kanzler ist am Apparat. Eine seiner zwei Vorzimmerdamen - die Tierliebe ihres Chefs hat auf die Damen schon so abgefärbt, daß auch neben ihren Schreibmaschinen ein Käfig mit einem Wellensittich steht - stürzt herein, um die Holztüren zu schließen, hinter denen der in die Schrankwand eingelassene Vogelbauer des brasilianischen Pfefferfressers verborgen werden kann. Ramses denkt, es sei Nacht und hält den Schnabel. Denn der Bundeskanzler ist der einzige Gesprächspartner seines Herrn, dem er nicht ins Wort schnattern darf.
Konrad Adenauer will von seinem Informations-Chef die neuesten Nachrichten aus der Weltpolitik wissen. Kurz und präzise erstattet ihm Felix von Eckardt Bericht, und in jeden seiner Sätze, die zur Basis für die weltpolitische Meinungsbildung des westdeutschen Regierungschefs werden, fließt unvermeidbar seine, Eckardts, Stellungnahme und Bewertung ein.
Das ist ein wesentliches Element seiner "einflußreichen" Position. Ein zweites erläutert er selbst, nachdem er den Hörer aufgelegt und seinen Kanzler mit einem freundlichen Grußwort verabschiedet hat: "Der Kanzler braucht einen Gesprächspartner, an dem er seine Gedanken laufend kontrollieren und entwickeln kann. Ein Kabinettsmitglied kommt dafür eigentlich gar nicht in Frage. Denn es nützt nichts, wenn der alte Herr sich mit einem vielbeschäftigten Minister für eine Aussprache am nächsten Donnerstag um fünf verabreden kann. Bei mir aber nimmt er den Hörer ab, sagt, der Herr Eckardt soll mal rüberkommen, und schon bin ich da."
Ob auf Reisen im Ausland oder im heimatlichen Bonn, stets stehen das aufheiternde Wesen und die nützliche Intelligenz, das Gedächtnis und die Intuition des getreuen Eckardt griffbereit zu Konrad Adenauers Verfügung.
Daß man ihn dauernd erreichen kann, ist genau wie sein Wissen um die Probleme des Kanzlers ein organisatorisch begründetes Privileg Felix von Eckardts. Als Bundespressechef kann er an Kabinettssitzungen teilnehmen, sein Arbeitsbereich ist nicht wie der eines Ressort-Ministers fachlich begrenzt, sondern umfaßt die gesamte Regierungspolitik, und die Maxime aller dienstlichen Marschbefehle lautet: Wohin der Kanzler geht, da sollst du auch hingehen.
Dadurch ist Felix von Eckardt nicht nur dem ehemaligen Kanzler-Intimus Herbert Blankenhorn überlegen, sondern auch seinem eigenen Vorgesetzten, dem Staatssekretär im Bundeskanzleramt Hans Globke.
Hans Globke hat seine Tätigkeit stets vornehmlich als die eines dienenden Beamten, nicht eines politischen Beraters aufgefaßt. Diese Grenzen respektiert er mehr denn je, seit 1955 - seiner Vergangenheit wegen - eine Kampagne gegen ihn entfesselt wurde. Ihm, dem Fachmann in Personal- und Verwaltungsdingen, ist das für den Kanzler so wichtige Feld der Außenpolitik auch immer verschlossen geblieben. Durch eine Überfülle organisatorischer Aufgaben war er stets gezwungen, das Bonner Haus zu hüten, während der Kanzler in Begleitung des Felix von Eckardt Staatsbesuche machte, an internationalen Konferenzen teilnahm und Verträge aushandelte, Nur nach Moskau durfte Globke mit.
Im Gegensatz dazu war Herbert Blankenhorn als Leiter der Politischen Abteilung des Auswärtigen Amtes bis 1955 zwar an allen außenpolitischen Entscheidungen beteiligt, hat aber seit seiner Ernennung zum Nato-Botschafter in Paris und nach Heinrich von Brentanos Ernennung zum Außenminister nur noch fachlich begrenzte Zugangsmöglichkeiten zu Konrad Adenauer.
Ein Beinleiden, das Blankenhorn lange Zeit ans Bett fesselte, ist überwunden. Durchschnittlich drei Tage in der Woche verbringt er wieder, fern von seinem Dienstsitz Paris, in Bonn. Dann ist in der Regel jedesmal ein zweistündiges Mittagessen mit Felix von Eckardt fällig und ein Vortrag beim Kanzler. Eckardt: "Das ist gut so, denn die Nato ist ja eine große politische Börse, und was dort geschieht, ist geeignet, den Bonner Horizont etwas zu erweitern.
Indessen beweisen gerade diese mündlichen Vorträge Herbert Blankenhorns bei Konrad Adenauer, daß seine Einflußmöglichkeiten beschränkt sind. Seit Bundeskanzler Adenauer nämlich nicht mehr in Personalunion Außenminister ist und dieses Ressort an Heinrich von Brentano abgegeben hat, kann Botschafter Blankenhorn laut Dienstreglement nicht mehr direkt schriftlich an seinen Kanzler, sondern nur an seinen Minister berichten. Felix von Eckardt: "Eine gewisse Ordnung muß ja sein."
"Mit Frack und Orden und Gattin"
Und wieder summt das Telephon auf dem Schreibtisch des Pressechefs. Der deutsche Botschafter in Brüssel, Professor Carl Friedrich Ophüls, möchte wissen, ob er die ihm angebotene Patronage über die Aufführung des Films "Der Hauptmann von Köpenick" in Belgien übernehmen soll oder nicht. Diesmal darf Pfefferfresser Ramses weitertuckern. Felix von Eckardt rät zu.
Er ist ein vielgefragter, vielbeschäftigter Herr geworden. Im Vorzimmer wartet ein Diplomat der amerikanischen Botschaft in Mehlem, auf dem Rauchtisch liegt ein neuer Orden einer ausländischen Macht, der ihm am Vormittag ins Büro geschickt wurde, und sein Terminkalender ist für diesen Tag - wie immer - vollbesetzt. Letzte Eintragung: "20.00 Uhr Staatsempfang mit Frack und Orden und Gattin."
Der Mann, der dem Felix von Eckardt vor fünf Jahren zu diesem inhaltsreichen Leben verhalf, ist der CDU-Bundestagsabgeordnete Ernst Müller-Hermann, der heute noch vergeblich danach trachtet, im Parlament die unsichtbare Barriere zwischen den hinteren Bänken des Fußvolks und den vorderen Reihen der Fraktionsgarde zu überwinden. Müller-Hermann war damals Redakteur des Bremer "Weserkuriers". Als christlich-demokratischer Lokalpolitiker wußte er um den Pressechef-Verschleiß seines Kanzlers und sah darin eine Chance, sich als politischer Stellenvermittler nach vorn zu dienen.
So faßte er sich eines Tages im November 1951 ein Herz und fragte seinen Chefredakteur und Lizenzträger, ob er vielleicht Interesse für diesen Posten habe. Der Chefredakteur sagte: "Ja." Es war Felix von Eckardt.
Auf einer Reise nach Paris Anfang Dezember 1951 machte der neue Kandidat Felix von Eckardt in Bonn Station, um mit Konrad Adenauers damaligem Staatssekretär Otto Lenz im "Königshof" zu essen. Dem agilen und vielseitigen Lenz gefiel der quecksilbrige Journalist auf den ersten Blick. Noch Ende desselben Monats wurde Felix von Eckardt von Otto Lenz im Palais Schaumburg dem Kanzler vorgestellt.
Nach einer einstündigen Unterhaltung war Konrad Adenauer entschlossen, es mit seinem Besucher als fünftem Pressechef zu versuchen. Er hatte nur noch eine Frage: "Nu sajen Se mal, Herr von Eckardt, Se scheinen mir doch en janz vernünftijer Mann zu sein. Sie haben da ein jutes Jeschäft in Bremen. Warum wollen Se ausjerechnet Bundespressechef werden?"
Felix von Eckardt, der Konrad Adenauer bis dahin nur ein einziges Mal - in den zwanziger Jahren als Oberbürgermeister auf der Kölner "Pressa" - aus der Ferne gesehen hatte, zögerte nicht mit einer Antwort, die genau nach dem Geschmack des Kanzlers war: "Außer Herrn Lenz gibt es eben noch ein paar Leute, die Politik interessant finden. Und ich möchte ein interessantes Leben führen."
Kanzler Konrad Adenauer hat sich diese Antwort gut gemerkt. Zuweilen, wenn auf internationalen Konferenzen, in Bonner Parlamentsschlachten oder auf Wahlkampf-Tourneen ein Stadium völliger Erschöpfung oder hoffnungsloser Verwirrung erreicht ist, die Umgebung des Kanzlers absoluter Verzweiflung nahe scheint und auch Felix von Eckardt nicht mehr weiß, wo ihm der Kopf steht, dann pflaumt ihn sein Chef todernst an: "Na, Herr von Eckardt, Se wollten doch ein interessantes Leben führen. Ist es jetzt interessant genug?"
Dabei hat Felix von Eckardt sich eigentlich sein Leben lang nicht über Mangel an Abwechslung beklagen können. Er wurde am 18. Juni 1903 geboren, als Sohn eines Journalisten, der wenig später Chefredakteur des "-Hamburger Fremdenblattes" wurde. Felix wuchs in Hamburg auf, besuchte dort die Realschule und diente dann drei Jahre im Kadettenkorps in Karlsruhe und Lichterfelde, bis ihn das Kriegsende 1919 in die Zeitungsbranche verschlug.
Zuerst lernte er am "Stuttgarter Tageblatt" das technische Handwerk von Satz, Druck und Umbruch. Im Jahre 1922 durfte er dann in der Lokalredaktion des väterlichen "Fremdenblattes" dies ersten Fünf-Zeilen-Meldungen über goldene Hochzeiten und Totschläge auf' der Reeperbahn, Straßenbahnunfälle und Kanalisationsschäden verfassen. In jener Zeit lernte er als 19jähriger seine zwei Jahre jüngere Frau Edith kennen. Zu den großen Erlebnissen der beiden gehörte es damals, in der Redaktion Freikarten fürs Varieté im "Hansa-Theater" zu ergattern.
1927 wechselte Felix von Eckardt an die Münchner Neuesten "Nachrichten" über; von 1928 an reiste er als diplomatischer Korrespondent für den Berliner Ullstein-Verlag von Konferenz zu Konferenz, nachdem er beim Genfer Völkerbund als jüngster Reporter den ältesten Staatsmann, den ungarischen Delegierten Graf Apponyi, interviewt hatte.
Von 1929 bis 1932 gab Jung-Felix als Presseattaché in Brüssel und als Vertreter des Wolffschen Telegraphenbüros sein erstes diplomatisches Debüt. Eine Reise nach Südamerika durch Argentinien, Brasilien und Chile schloß sich an. Dann kam die Machtergreifung Adolf Hitlers, und Felix von Eckardt sah sich nach einem neuen Broterwerb um. Weltanschaulich reglementierte Diplomatie und Presse schienen dem Freigeist gleichermaßen langweilig.
Der inzwischen dreißig Jahre alt gewordene talentierte junge Herr fand in der pseudo-eleganten Welt des Films ein komfortables Refugium. Allein oder als Mitglied eines Autoren-Teams schrieb er die Drehbücher zu siebzehn Filmen*.
Er verdiente dabei so gut, daß er 1937 einen rund 100 Morgen großen Hof zwischen Fürstenberg und Neustrelitz erwerben konnte. Er war schon damals Tier- und Pferdenarr und verwandelte das Anwesen in ein kleines Gestüt. Er entsinnt sich noch heute verträumt: "Die Vollblutfohlen liefen ganz schön ins Geld."
Freilich kam auf der Trabrennbahn in Ruhleben auch wieder manches Geld zusammen, ganz abgesehen davon, daß die sichere Witterung Eckardts für kommerzielles Neuland ihn bei Bedarf noch auf andere Fährten gesetzt hätte. So wurde zu jener Zeit im Familienkreis ein Plan erwogen, jungen Müttern zu volkstümlichen Preisen durch einen Windeldienst organisatorische Hilfe zuteil werden zu lassen. Für diesen Dienst war der zugkräftige Slogan entworfen worden: "Babydreck wäscht Eckardt weg."
Erbgut der Ahnen
Die Wehrmacht mußte auf die Dienste des einstigen königlich-preußischen Kadetten verzichten. Die Dramaturgie der "Tobis" (Tonbild-Syndikat AG) erreichte, daß ihr erfolgreicher Autor von Eckardt als "unabkömmlich" nicht zu den Fahnen zu eilen brauchte. Seine Tätigkeit an diesem Abschnitt der Heimatfront, den der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda befehligte, wurde nur durch ein kurzes militärisches Gastspiel bei einer Dolmetschereinheit unterbrochen, wo dem ehemaligen Brüsseler Presseattache mit Erfolg französische Sprachkenntnisse abverlangt wurden.
Dort erreichte ihn ein neuer von der "Tobis" veranlaßter, erfolgreicher Antrag auf uk-Stellung und machte ihn bis zum bitteren Ende frei für die Arbeit an der staatseigenen Filmwirtschaft.
1945 flüchtete die Familie von Eckardt nach Westen. Lebenskünstler von Eckardt machte seinem Vornamen "der Glückliche" alle Ehre und fiel prompt wieder auf die Beine. Weil er dem Fragebogen nach unbelasteter Journalist war, wurde er Mitherausgeber und Chefredakteur des von den Amerikanern lizenzierten "Weserkuriers". Er beteiligte sich an der Wiesbadener Film-Produktion "Meteor", für die er nach dem Krieg an zwei Drehbüchern ("Melodie des Herzens" und "Das letzte Rezept") schrieb. Aus dem "Weserkurier" schied er nach seiner Ernennung zum Bundespressechef als Gesellschafter gänzlich aus. "Sonst wäre ich heute kleiner Millionär."
Wenn sein Verhalten im Dritten Reich auch für eine Zeitungs-Lizenz ausreichte, so hatte man doch Bedenken, ihn zu einem anderen Presseposten zuzulassen - zur Chefredaktion des "Deutschen Presse-Dienstes" (dpd), aus dem später die "Deutsche Presse-Agentur" (dpa) wurde. Erst warfen ihm die Amerikaner das Drehbuch zum "Bismarck"-Film vor, bis sich durch eine interne Vorführung herausstellte, daß eine Verwechslung zwischen Eckardts "Entlassung" und einem anderen Film über den "Eisernen Kanzler" vorlag. Dann stießen sich die alliierten Umerzieher an Bismarcks (Emil Jannings) letztem Satz nach seiner "Entlassung": "Wer wird mein Werk einmal fortführen?"
Felix von Eckardt konnte nachweisen, daß diese Frage, die offensichtlich die Antwort: "Adolf Hitler" erheischte, nicht aus seiner Feder stammte, sondern des Joseph Goebbels eigenhändiger und, einziger Beitrag zu dem Drehbuch war. Doch die Besatzungsbehörden waren noch immer nicht zufriedengestellt: Er, Eckardt, hätte als Autor wenigstens schriftlich gegen diese Verfälschung protestieren müssen.
Da riß dem gutmütigen Kandidaten der Geduldsfaden: Er freue sich, daß die Alliierten solche Helden seien, so etwas von einem Menschen als selbstverständlich zu erwarten. Er habe jedoch nicht den geringsten Sinn in einem solchen Brief gesehen. Denn das Porto hätte er sichsparen und statt dessen gleich in das KZ nach Oranienburg fahren können.
Damit war Felix von Eckardts Anwärterschaft für die Leitung der Deutschen Presse-Agentur erledigt. An seiner Stelle wurde der Sozialdemokrat Fritz Sänger dpa-Chefredakteur. Und es ist eine ironische Arabeske deutscher Nachkriegspolitik, daß die SPD im Fall eines Wahlsieges bei den Bundestagswahlen 1957 den gleichen Sänger noch einmal an Felix von Eckardts Platz setzen möchte: als Bundespressechef.
Was nun Felix von Eckardt in die Lage versetzte, jenes Bismarck-Film-Drehbuch zu schreiben, dessen Existenz seinen Start nach dem Krieg so stark beeinflußte, war etwas, was er mit Außenminister von Brentano im Gegensatz zur übrigen Bonner Prominenz gemein hat: eine traditionsreiche Familie. Vollblut-Züchter Felix von
Eckardt stammt selbst aus einem guten Stall.
Als Felix von Eckardt 1941 zufällig in eine Unterhaltung über einen geplanten Bismarck-Film und dessen Tendenz geriet, konnte er den erstaunten Zuhörern aus dem. Handgelenk erzählen, daß alles "ganz anders" war. Denn nicht weniger als drei seiner Vorfahren, denen schriftlicher Nachlaß samt Briefen und Handbilletts der Königin Augusta auf dem Hof bei Fürstenberg verlorenging, hatten in der Ära des "Eisernen Kanzlers" mitgespielt.
Sein Großvater Julius von Eckardt, ein Baltendeutscher aus Riga, gab zusammen mit. Gustav Freytag den sächsischen "Grenzboten" heraus, war später Chefredakteur einer der ältesten deutschen Tageszeitungen, des "Hamburgischen Correspondenten", und starb 1908 als Generalkonsul zu Zürich. Er war von Bismarcks Nachfolger, Reichskanzler von Caprivi, dazu ausersehen gewesen, aufgrund aller amtlichen Akten und Dokumente eine Art Weißbuch über die Entlassung Bismarcks
zusammenzustellen. Sein Sohn, des Bundespressechefs Vater, setzte als Freund Bülows, Holsteins und Hardens das Aktenstudium fort. Ein Teil des daraus stammenden Ertrages sind die von ihm redigierten Memoiren Bülows.
Nicht nur väterlicherseits wurde Felix von Eckardt in eine so mit Politik geladene Atmosphäre hineingeboren. Sein Großvater mütterlicherseits war jener liberale Völkerrechts-Professor und hanseatische Diplomat Heinrich Geffcken, der nach dem Tode Kaiser Friedrichs das Tagebuch des ihm eng verbundenen Monarchen veröffentlichte, sich dadurch den Zorn Bismarcks zuzog, schließlich inhaftiert und erst nach einem sensationellen Prozeß vor dem Reichsgericht freigesprochen wurde.
Ergänzt wird diese politische Abstammung schließlich noch durch einen stark musischen Zug in den vorhergehenden Generationen: Ein Urgroßvater Felix von Eckardts war der Theatermann, und Dichter Karl Immermann (Autor des vierbändigen Romans "Münchhausen"), ein Ururgroßvater der Geiger Ferdinand Davids, der Mendelssohns Violinkonzert in dem von ihm geleiteten Dresdener Gewandhaus aufführte.
So zeitgemäß das Niveau ist, auf dem Felix von Eckardts ältester Sohn, Peter, 27, heute als Amerika-Korrespondent des Zehn-Pfennig-Blattes "Bild", die journalistische Tradition der Familie in vierter Generation fortsetzt*, so schwach schlug das künstlerische Erbe seiner Ahnen bei Felix voll Eckardt selbst durch, als er sich der Halbwelt-Muse der Revue-, Abenteurer- und Liebesfilme widmete. Die Politik jedoch steckt ihm zutiefst im Blut.
In seinem Buch "Schattenbeschwörung" (Rainer- Wunderlich Verlag 1947) schildert Bundespräsident Theodor Heuss, wie an einem Augustabend des Jahres 1853 in Riga der Landmarschall außer Diensten Baron Hamilkar Fölkersahm den 17jährigen Julius von Eckardt fragte, was denn die jungen Menschen heute bewege. " ",Amerika', war die kecke Antwort."
Für Julius von Eckardts Enkel Felix sollte ein Aufenthalt in Amerika zum entscheidenden Einschnitt seines Lebens und seiner politischen Karriere werden: Von Mitte 1955 bis Mitte 1956 vertrat er die Bundesrepublik bei der Uno in New York. Und war er die drei vorangegangenen Jahre als Bundespressechef nur einer aus Konrad Adenauers engerem Mitarbeiter-Team gewesen, so avancierte er nach seiner Rückkehr aus Amerika zum intimen politischen Ratgeber.
Kommando am Himmelfahrtstag
Diese veränderte Situation hat sowohl politische als auch persönliche Ursachen. Nach Abschluß der fast fünf Jahre lang umkämpften Westverträge, die den außenpolitischen Kurs auf Jahre hinaus festgelegt zu haben scheinen, leistete sich Bundeskanzler Konrad Adenauer nicht, nur den Luxus, Heinrich von Brentano zum Außenminister zu machen, sondern er schickte auch seine außenpolitischen Gehilfen als Belohnung für treue Dienste auf die fette Weide der Bundes-Diplomatie: Bundespressechef Felix von Eckardt wurde Beobachter bei der Uno; der. Leiter der Politischen Abteilung des Auswärtigen Amtes, Herbert Blankenhorn, ging zur Nato; Protokollchef Hans von Herwarth wurde Botschafter in London. Für alle drei bedeutete das weniger Arbeit und mindestens verdoppelte Einkünfte.
Nun wollte es die Mißgunst des Schicksals, daß Konrad 'Adenauer mit Westdeutschlands Eintritt in die Nato zwar ein seit Jahren angestrebtes Ziel erreicht hatte, er selbst und seine Regierung aber gerade von jenem Moment an im In- und Ausland von Monat zu Monat mehr an Boden verloren. Der quälend langsame Prozeß der Kanzler-Dämmerung setzte genau in jenem Augenblick ein, da Konrad Adenauer sich selbst am stärksten fühlte.
Felix von Eckardts Nachfolger im Bundespresseamt, Edmund ("Mundi") Forschbach, dessen unfreiwillige Heiterkeitserfolge vor den Bonner Reportern an die schon beinahe in Vergessenheit geratenen Zeiten der ersten vier Bundespressechefs erinnerten, war trotz seines unterwürfigen Diensteifers, seiner Zugehörigkeit zum CV, dem "Cartellverband katholischer deutscher Studentenverbindungen", und seiner vom Dritten Reich geschulten Rednergabe nicht sonderlich geeignet, den rapiden Niedergang der Bonner Reputation aufzuhalten; er förderte ihn eher.
Sowohl bei der Konferenz der Großen Vier in Genf im Sommer 1955 als auch bei seiner eigenen Reise nach Moskau im Herbst des gleichen Jahres sah der Kanzler sich daher veranlaßt, auf seinen erprobten und erfolgreichen Pressewart zurückzugreifen. Als dem Felix von Eckardt in und nach Moskau das Wunder gelang, den. Canossa-Gang des glühendsten Verfechters der Politik der Stärke nach Moskau in der Weltpresse in einen leidlichen Erfolg umzumünzen, stand des Bundeskanzlers Entschluß fest", Seinen getreuen Paladin wieder an den Rhein zurückzurufen.
Wenige Wochen später schrieb Außenminister Heinrich von Brentano im Auftrag des Bundeskanzlers einen Brief an den Botschafter Felix von Eckardt. Konrad Adenauer ließ seinen Uno-Beobachter bitten nach Bonn zurückzukehren.
Im gleichen Monat Mai 1956, als das amerikanische Nachrichtenmagazin "Time" unter der Überschrift "Das Ende einer Ära" verkündete, Konrad Adenauer zeige sich "weniger und weniger fähig", Partei und Staat zu beherrschen, nahm Felix von Eckardt in einer Unterredung mit dem Kanzler im Palais Schaumburg das neue Kommando an. Es war am Himmelfahrtstag.
In New York gab es für den heimkehrwilligen Eckardt noch einen im Bürosilo der Vereinten Nationen viel beneideten Abgang. Der gesellschaftsscheue Junggeselle und Uno-Generalsekretär Dag Hammarskjöld gab ihm einen seiner raren kleinen privaten Empfänge.
Sagt Felix von Eckardt: "Es ist nicht wahr, wenn in der Presse stand, ich hätte vor meiner Rückkehr die Bedingung gestellt, Staatssekretärs-Rang zu erhalten. Erstens- wäre mir das in einem Moment wo mich der alte Herr braucht, unfair erschienen, zweitens hätte das nach persönlichem Karriere-Streben ausgesehen und drittens müßte eine solche Ernennung nicht lange vor der Wahl automatisch Arger geben. Das alles ändert allerdings nichts daran, daß meiner Meinung nach das Amt eines Tages einen Staatssekretär braucht."
Auch die SPD würde - wenn sie die nächste Bundesregierung bilden sollte - an die Spitze des Presse- und Informationsamtes zweifellos einen Staatssekretär stellen. Und das entspräche der ständig wachsenden Bedeutung wie dem ständig wachsenden Umfang einer Propaganda- und Nachrichtenbehörde im modernen Staat.
Das Presseamt mit einem Etat von 20,155 Millionen Mark beschäftigt heute 419 Menschen, von denen zehn Prozent Beamte, achtzig Prozent Angestellte und zehn Prozent Arbeiter sind. Es hat eine doppelte Funktion: Es muß Mund und Ohr der Regierung zugleich sein. Rund eine Million Worte nimmt es am Tag auf, davon 750 000 Worte der Nachrichtenagenturen über Hell- und Fernschreiber und 250 000 Worte in allen Weltsprachen über den Rundfunkabhördienst, der vierundzwanzig Stunden lang in vier Schichten arbeitet. Rund 50 000 Worte spuckt das Amt am Tage aus, durch das viersprachige Regierungs-"Bulletin", den Diplomaten-Funk mit Nachrichten für rund 120 deutsche Missionen im Ausland und acht verschiedene Dienste für verschiedene Verbraucher-Kreise in Parlament, Regierung und Presse: die Nachrichtenspiegel 1, 2 und "Ost", den Sowjetzonenspiegel, die Kommentarübersicht, die Rundfunkübersicht, die Nachrichtenlage und die Nachrichtenanalyse.
Die Macht des Amtes
Auch Bundeskanzler Dr. Adenauer beginnt jeden Tag in seiner Rhöndorfer Villa mit der Lektüre - von Presseamts-Erzeugnissen, dem ersten Nachrichtenspiegel und einer Zeitungsschau. Später übermittelt ihm die Nachrichtenzentrale automatisch die wichtigsten Meldungen per Fernschreiber ins Palais Schaumburg; in Zweifelsfällen muß Felix von Eckardt, dem immer das Tagesprogramm des Kanzlers vorliegt, entscheiden, ob eventuell sogar eine wichtige Nachricht in eine Sitzung oder Audienz geschickt werden soll oder nicht.
In der Abteilung II (Nachrichten) des Amtes werden die Neuigkeiten der Welt aufgenommen, die Abteilung I (Informationen) leitet die Erklärungen, Bekanntmachungen und Stellungnahmen der Bundesregierung an die Presse und den Rundfunk.
Die drei übrigen-Abteilungen, Inland (III), Ausland (IV) und Film, Funk, Fernsehen (V), beschäftigen sich mit der Verarbeitung des Materials: teils werten sie die eingegangenen Nachrichten 'und Kommentare, Zeitungen und Zeitschriften für Regierung und Parlament aus, teils bereiten sie amtliche Veröffentlichungen, Reden oder Pressemitteilungen vor, stellen Unterlagen für Dokumentationsbücher zusammen und mühen sich nach Kräften, Propaganda für die Bundesregierung in möglichst viele Publikationsorgane des In- und Auslandes zu lancieren. Die Abteilung Z endlich besorgt die Verwaltung des Amtes.
Auf die fachlich begrenzte Pressearbeit
der einzelnen Ministerien, die samt und sonders eine eigene Pressestelle unterhalten, nimmt, Eckardts Amt nur dann Einfluß, wenn mehrere Ressorts koordiniert werden müssen.
Ein heikles Problem dieser Art war im Dritten Reich die Rivalität zwischen den Nachrichtenapparaten des Goebbelsschen Propagandaministeriums und des Ribbentropschen Auswärtigen Amtes. Eine so geartete Kontroverse hat die Bundesregierung bei sich bisher vermeiden können. Obgleich die Presseattachés der deutschen Missionen im Ausland dem Auswärtigen Amt unterstehen, werden sie zusammen mit dem Presseamt ausgesucht; auch ihre Berichte gehen in Kopien an beide Zentralen.
In Werner Krueger, 42, der durch die Reichspresseschule des Dritten Reiches gegangen ist, hat Felix von Eckardt, selbst aller organisatorischen Arbeit abhold, einen idealen Stellvertreter für die Verwaltung dieses monströsen Apparates gefunden. Krueger, der sich während Eckardts Botschafter-Periode als Chefredakteur des NWDR-Fernsehens versuchte, steht über den sechs Abteilungsleitern, die Ministerialratsrang haben.
Schlagzeilen für die Regierung
Und damit wird - nach Eckardts Ansicht - ein zwingender Grund dafür sichtbar, daß dieses Amt von einem Staatssekretär geleitet werden müsse: Unter den derzeitigen Verhältnissen ist die dienstliche Pyramide zu klein, um wirklich guten Kräften genug Aufstiegsmöglichkeiten zu bieten. Höher als bis zum Ministerialrat können sie praktisch nicht steigen.
So wanderten erst in den letzten Monaten wieder zwei erstklassige Beamte ins Auswärtige Amt ab: Der Leiter der Abteilung Ausland, Hans Schirmer, wurde Botschaftsrat in Kairo, der Leiter des Amerika-Referats, von Lilienfeld, steht vor seiner Ernennung zum Botschaftsrat bei der Uno. Seufzt Felix von Eckardt: "Niemand kann es ihnen verdenken. Aber ich muß nun wieder nach neuen Talenten Ausschau halten. So geht's auf die Dauer nicht weiter."
Einstweilen hat der Bundespressechef dennoch alle Reformpläne zurückgestellt. Das Wahljahr hat begonnen; Felix von Eckardt: "Ein Wahlkampf ist ein Wahlkampf und keine Gefälligkeit." Und angesichts des unsicheren Ausgangs hat sich die vielschichtige Fronde der Eckardt-Gegner um eine neue Front vermehrt: Die Partei des Kanzlers, die CDU.
Sobald Konrad Adenauer vor Vertrauten nach seiner 1955er Moskau-Reise die Absicht geäußert hatte, Felix von Eckardt heimzuholen, brach in der CDU-Fraktion eine kleine Palastrevolte aus. Sie wurde angeführt vom CDU-Fraktionschef Heinrich Krone und dem CDU-Chefpropagandisten Otto Lenz, der den Eckardt dem Kanzler zugeführt hatte. Unter dem Vorwand, daß Felix von Eckardt nur von Außenpolitik etwas verstehe, flicht aber von der Innenpolitik, auf,die es 1957 ankomme, versuchten "sie, seine Wiederkehr zu hintertreiben. Dahinter aber stand die Befürchtung, daß Felix von Eckardt sich nicht so offen wie der linientreue Christ-Demokrat Edmund Forschbach für die Wahlpropaganda der CDU einspannen lassen Würde.
Tatsächlich hatte Felix von Eckardt schon im Wahljahr 1953 bei dem Versuch, den sogenannten "Reptilienfonds"* wesensfremd zu verwerten, Schwierigkeiten gemächt. Und auch heute erklärt er wieder: "Mit einem Amt, das aus Steuergeldern gespeist ist, kann ich keine CDU-Propaganda machen. Ich kann nur Propaganda für die Regierung treiben, die dann indirekt der CDU zugute kommt. Abgesehen davon würde mir - kein Korrespondent
überhaupt noch etwas abkaufen, wenn ich plötzlich anfinge, die Trommel für die CDU zu rühren."
Noch vor seiner Rückkehr nach Bonn hatte Felix von Eckardt im Frühjahr 1956 mit dem CDU-Fraktionschef Heinrich Krone, der gerade zu Besuch in Amerika war, eine "klärende Aussprache" über das heikle Thema. Die erbitterte Gegnerschaft des ehrgeizigen CDU-Propagandisten Otto Lenz aber hält unvermindert an.
Erläutert Felix von Eckardt: "Ich bin eben im Gegensatz zu anderen der Ansicht, daß Politik nicht durch Propaganda ersetzt werden kann. Genau wie ein Reklamechef der Wirtschaft muß ich erst einmal die Ware in Händen haben, ehe ich "sie" zugkräftig eingewickelt verkaufen kann. Ich bin bereit, einer bestimmten Politik Wind in die Segel zu blasen, aber ich kann keinen Wind in die Luft pusten.
Der Kanzler, von Felix von Eckardts Wirkungen auf die ausländische Presse überzeugt, hieß auch dessen inländische Verkaufsabsichten gut und deckte ihn gegen alle Parteiangriffe ab.
Felix von Eckardt: "Es ist eine echte Bonner Schwäche, wie gebannt auf die Leitartikel zu schauen, die ohnehin nur wenig Leute lesen. Was wir haben müssen, sind die Schlagzeilen und Meldungen auf der ersten Seite, in denen die Bundesregierung ihren Standpunkt darlegen kann: Das lesen die Leute.
"Wenn ich die Kommentare beeinflussen will, ist das erstens ein zweifelhaftes Geschäft, und zweitens müßte ich dafür wie ein ambulanter Gewerbetreibender im Lande umherreisen. Nachrichten aber kann ich hier in Bonn jederzeit loswerden - wenn ich es kann."
Felix von Eckardt kann es. Der Bundespresse Konferenz dreimal wöchentlich Neuigkeiten und alte Kamellen in einer Form zu servieren, daß druckreife Meldungen en gros dabei, herausspringen, das ist seine Fähigkeit, denen es allen anderen Pressechefs mangelte, weil sie ängstlich oder nicht informiert waren. Edmund Forschbachs Standardformel: "Dazu habe ich nichts zu sagen", gibt es in Eckardts Sprachschatz nicht. Er hat zu allem etwas zu sagen. Und das, was er sagt und wie er es sagt, ist stets eine Nachricht.
Seit dem Dezember vergangenen Jahres hat Propagandachef Felix von Eckardt sein Verkaufs-Repertoire um einen neuen Schlager bereichert: Pressekonferenzen mit dem Bundeskanzler, die alle vierzehn Tage stattfinden: So etwas hatte es vorher nie gegeben. Ihr Effekt läßt sich prompt alle
zwei Wochen in den deutschen Gazetten nachlesen: Zwei- und dreispaltige Meldungen, wenn nicht Schlagzeilen, in denen die Regierung zu Wort kommt. Denn bessere und gängigere Nachrichten als Kanzler-Aussprüche kann kein Bonner Korrespondent, gleich welcher Couleur, seiner Redaktion durchgeben.
Mit der Einschaltung Konrad - Adenauers in Eckardts spezielles Propaganda-Programm zu den Bundestagswahlen 1957 wurde öffentlich eine Entwicklung dokumentiert, von der bis dahin nur die kleine Residenz gewußt hatte: Daß der Bundeskanzler seinen Pressechef nicht mehr wie einst vornehmlich als ausführendes Organ benutzt, sondern auch noch seinen politischen Ratschlägen folgt.
Jenes vom SPIEGEL (43;1956) im Wortlaut veröffentlichte Gespräch, das Konrad Adenauer am 16. Oktober 1956 vor den versehentlich eingeschalteten Mikrophonen des WDR-Studios im Bundeshaus mit Felix von Eckardt über die unmittelbar zuvor abgeschlossene-Kabinettsumbildung führte, veranschaulichte erstmalig den bis zur gemeinsamen Alberei reichenden Grad der Intimität zwischen Kanzler und Ratgeber.
Eckardt damals: "Was bin ich froh, daß das vorüber ist."
Adenauer seufzend: "Ja."
Eckardt: "Das war etwas Entsetzliches, haha ha!"
Adenauer flüsternd: "Jetzt ist der Brentano* noch wild wie ein Stier."
Felix von Eckardts politische Rolle ist jedoch keineswegs auf diesen Part des zynischen Beobachters beschränkt. Er hat stets versucht, aktiv in die Politik einzugreifen.
Ende 1952, als es in Bonn noch als Blasphemie galt, Zweifel an der EVG zu äußern, sah der Bundespressechef ihren schmählichen Tod in der Pariser Kammer voraus und schlug - wie stets zu kühnen Lösungen geneigt ein Geheim-Treffen zwischen Konrad Adenauer und dem damaligen französischen Außenminister Pinay vor, um Alternativen zu besprechen. Des Kanzlers Sonderzug stand schon unter Dampf, als diese Geheim-Konferenz durch eine Indiskretion in letzter Stunde scheiterte.
Vergleich aus dem Familienleben
1954 fuhr Felix von Eckardt dann, begleitet von seiner Frau, in Sondermission des Kanzlers nach Wien - offiziell auf Einladung der Österreichischen Volkspartei -, um die tiefgekühlten Beziehungen zwischen den beiden Nachbarn etwas anzuwärmen.
Und wie schwer heute sein Rat in Fragen der politischen Taktik wiegt, wurde nirgends deutlicher als in jenen Tagen, da durch die anglo-französische Aggression in Ägypten die dunklen Schatten des dritten Weltkriegs über Europa lasteten. Genau in jener kritischen Woche war der erste Staatsbesuch des Kanzlers in Paris angesetzt. Der Kanzler zögerte, die Verabredung einzuhalten. Seine Fraktion verlangte von ihm eine klare Absage. Damit hätte die Bundesregierung ebenso leicht wie drastisch ihre Mißbilligung des anglofranzösischen Vorgehens ausdrücken können. Nur ein einziger riet dem Kanzler, zu fahren Felix von Eckardt. Und er setzte sich durch.
Eckardt: "Wir konnten natürlich keinen Staatsbesuch machen, als ob nichts geschehen wäre, unter dem Motto: Friede, Freude, Heiterkeit. Aber sich auf die billige, populäre Art zu distanzieren, indem man überhaupt nicht fährt, wäre meiner Meinung nach vollkommen falsch gewesen. Zuweilen muß man den Mut zu unpopulären Entscheidungen haben. Und das war so ein Moment. Wir wollten den Engländern und Franzosen zeigen, daß wir nicht gutheißen, was sie getan haben, und wir haben es ihnen auch gesagt. Zugleich aber sollten sie erkennen, daß wir keine Bundesgenossen sind, die sie bei der ersten besten Gelegenheit aus eigennützigen Motiven verraten. Ein abgekürzter Besuch war genau das richtige."
Felix von Eckardt zögert einen Moment, dann sagt er: "Schließlich ist es doch wie in einer Familie. Wenn einem Familienmitglied mal ein Malheur passiert ist; stößt man ihn doch auch nicht gleich aus, sondern redet ihm ins Gewissen und versucht, ihm zu helfen."
Das ist echt Eckardtsche Logik. Und wenn, so 'tagen seine Freunde, er einen Vergleich aus dem Familienleben für politische Motivierungen heranzieht, dann ist es ihm wirklich Ernst. Denn der leichtfüßige Charmeur, der ein so aushäusiges Leben zu führen scheint, hängt wie kaum ein zweiter am häuslichen Herd und an seiner Familie. Dort ist das Reservat, dem abseits der Liebhabereien seine Liebe gilt.
* Alle auf dem diplomatisch-gesellschaftlichen
Sektor repräsentierenden Spitzen von Bundeswürde und -wichtigkeit sind verwitwet oder Junggesellen: Der Bundespräsident, der Bundeskanzler,der Außenminister und der Staatssekretär im Auswärtigen Amt.
* 1936: "Familienparade", "Weiße Sklaven"; 1938: "Mit versiegelter Order", "Der Optimist", "Ich liebe Dich"; 1939: "Wir tanzen um die Welt"; 1940: "Stern von Rio"; 1942: "Die Entlassung", "Die große Nummer", Weiße Wäsche"; 1943: "Die schwache Stunde", "Leichtes Blut", "Die Wirtin zum weißen Röß'l", "Seine beste Rolle"; 1944: "Der Meisterdetektiv", "Der Täter ist unter uns"; 1945: Peter Voß, der Millionendieb".
* Der zweite Sohn, Konstantin, studiert 'Kunstgeschichte.
Der Fonds beträgt im Etat 1956/57 12,5 Millionen Mark. Felix von Eckardt: "Nominell brauche ich ihn nur mit dem Präsidenten des Rechnungshofes allein abzurechnen. Aber dazu haben wir beide gar keine Zeit. Der größte Teil der Summen wird wie alle anderen Gelder verwaltet und kontrolliert Alles in allem sind es vielleicht ein paar hunderttausend Mark im Jahrd, deren Verwendung wir unter vier Augen besprechen."
* Trotz einer Kanzler-Zusicherung wurde Außenminister Heinrich von Brentano im Zuge jener Kabinettsumbildung nicht Vizekanzler.
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DER SPIEGEL 6/1957
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