29.03.1947

Wie man hineinruft ...

Hamburg möchte so gern Filmstadt werden, aber es hat sich bisher die goldenen Felle des Geschäfts fortschwimmen lassen. Nun nehmen die Verhandlungen greifbarere Formen an: In einem früheren Fabrikgelände in Bergedorf sollen Filmhallen errichtet werden.
Ueberhaupt: in die Filmindustrie, die nach der Kapitulation in alle Winde verstreut worden ist, kommt wieder Ordnung. In Hamburg ist jetzt die erste Nummer des "Film-Echo" herausgekommen, einer Halbmonatsschrift, die als offizielles Organ des Wirtschaftsverbandes der Filmtheater in der britischen Zone gilt. Alfred Merwick, alter Hamburger Journalist und bis zur Kapitulation Leiter der Kulturfilmabteilung der Ufa, ist der Hauptschriftleiter.
"Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus, vorausgesetzt, daß das Echo des Waldes vorzüglich ist. Verlaß dich darauf, daß wir trotz Hunger, Not und Kälte kräftig in den Wald hineinrufen werden." Diesen Gruß gibt Helmut Käutner der Zeitschrift mit auf den Weg.
Der erste im Hamburger Rhythmoton-Atelier in die deutsche Sprache übertragene Film wurde jetzt aufgeführt. Es ist "The Halfway-House" ("Am halben Wege"), ein Film, der bislang mit einkopierten deutschen Texten lief. Horst Wigankow hat die deutsche Fassung mit Hamburger Schauspielern hergestellt.

DER SPIEGEL 13/1947
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