29.11.1976

Lindenberg provoziert wieder

Sänger Udo Lindenberg, von seiner Plattenfirma Teldec mittels aufblasbarer Porträt-Puppen in Lebensgröße und anderem Werbe-Chi-Chi wie ein Industrieprodukt vermarktet, will sich nicht "von der Verdrängungsindustrie zu einem gehirnamputierten Affen machen" lassen: "Ich halte es für wichtig, daß ein paar Typen wieder Randale machen." Auf seiner jüngsten, aggressivsten LP "Sister King Kong" stellt sich der Pop-Star mit fetzenden Underdog-Songs über die Bildungsmisere, Routine-Sex, Catcher- und Musikerschicksale sowie Exorzismus ("Der Teufel ist los") wieder als provokativer Außenseiter dar. Die Zeitschrift "Sounds" deutet die Rückkehr "zu den Wurzeln" als Kommerz-Spekulation: Es gebe eine Neue Äußerlichkeit, und Lindenberg sei zwar nicht ihr Prophet, aber ihr Kassenwart.

DER SPIEGEL 49/1976
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