28.06.1976

URTEILPhilipp Jenninger

Philipp Jenninger, 44, Parlamentarischer Geschäftsführer der Bonner Unions-Fraktion und Strauß-Protegé, soll angerichteten Schaden wiedergutmachen und auf richterlichen Beschluß zehn Mark (plus neun Prozent Zinsen) an den Heidelberger Graphiker und Polit-Provokateur Klaus Staeck zahlen -- hinzu kommen 35 Mark Gebühren für Staecks Anwalt und 18 Mark Gerichtskosten. Der CDU-Abgeordnete war am vergangenen Montag "aus Zeitgründen" erst gar nicht vor dem Amtsgericht erschienen, als sein Bonner Bildersturm verhandelt wurde, bei dem Jenninger im vergangenen März auf einer Staeck-Ausstellung in der "Parlamentarischen Gesellschaft" ein Plakat des Heidelbergers von der Wand riß. Einen außergerichtlichen Vergleich mit dem Plakateigentümer (zehn Mark plus 17,41 Mark Anwaltgebühren) lehnte Jurist Jenninger ab, und gegen das Bonner Versäumnis-Urteil will er nun Einspruch einlegen. Dabei allerdings muß Jenninger ("Ich bin mir des Risikos bewußt") begründen, warum die Zerstörung des Anti-CDU-Plakats in der Parlamentarischen Gesellschaft nach seiner Meinung juristisch gerechtfertigt war. Und eben auf diese Begründung, so Staeck, "freue ich mich schon jetzt".

DER SPIEGEL 27/1976
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Philipp Jenninger

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