28.06.1976

DIESE WOCHE IM FERNSEHEN

Montag, 28. 6.
20.15 Uhr. ARD. Report
Moderator: Franz Alt. Ein Live-Gespräch mit dem neuen FU-Präsidenten Eberhard Lämmert zum Vorwurf, er sei "Volksfront-Präsident". Das Magazin will außerdem enthüllen, daß vom Bundeskriminalamt Tankwarte als Hilfspolizisten bei der Terroristensuche angeworben werden, und berichtet von einem "gesundheitspolitischen Schildbürgerstreich" an der Marburger Universitätsklinik. Anschließend eine Reportage über "die vergessene Zypern-Krise" und ein Gespräch mit Erzbischof Makarios, der sich darin erstmals kompromißbereiter zeigt.
20.15 Uhr. ZDF. Gesundheitsmagazin "Praxis"
Mit einem Film über den Schweden Lennart Nilsson und sein spektakuläres Verfahren, Embryos im Mutterleib zu photographieren.
21.15 Uhr. ZDF. Ganz so schlimm ist er auch nicht
Um die bankrotte Schreinerei seines Vaters zu sanieren und pünktlich Gehälter zu zahlen, überfällt ein junger Mann hin und wieder Banken. In dem romantischen Gangstermärchen des Schweizer Regisseurs Claude Goretta ("Der Verrückte", "Die Einladung"), letztes Jahr mit Marlene Jobert und Bertoluccis "1900"-Star Gérard Depardieu auf dem Land gedreht, entdeckten Schweizer Kritiker eine "anarchisierende" Grundstimmung". Deutsche Erstaufführung.
21.45 Uhr. ARD. Mit Kommunisten regieren
Dieter Kronzucker analysiert "das neue Erscheinungsbild" der Kommunisten in Frankreich, Italien und Spanien und die Folgen der neuen Volksfront-Bewegungen für "die Idee des gemeinsamen freien Europas und für die Nato".
Dienstag, 29. 6.
21.00 Uhr. ARD. Lina Braake
Wegen des außergewöhnlichen Kinoerfolgs kommt Bernhard Sinkels Komödie (1974) um eine Greisin (Lina Carstens), die im Komplott mit einem entmündigten Alten (Fritz Rasp) eine Bank linkt, erst ein halbes Jahr nach dem geplanten Sendetermin ins Fernsehen. Der WDR als Koproduzent ließ sich für die Verschiebung 100 000 Mark bezahlen.
21.00 Uhr. Nord III. Ronald Searle Porträt des britischen Karikaturisten.
21.15 Uhr. ZDF. Kennzeichen D Moderator: Joachim Jauer. Das Ost-West-Magazin zeigt, wie schlecht Bundesgrenzschützer und Bundeswehr-Soldaten über die DDR informiert werden, und berichtet von den Arbeiterfestspielen in Dresden. Außerdem: "Probleme von Gewerkschaften und Unternehmern beim Countdown für das neue Mitbestimmungsgesetz".
21.45 Uhr. Bayern III. The Sea Wolf (sw)
Jack-London-Verfilmung (1941) des "Casablanca"-Regisseurs Michael Curtiz, bei der -- so US-Kritiker -- "die Meereswellen wie in der Badewanne schwappen". Mit Edward G. Robinson.
22.30 Uhr. West III. Gib keinem Trottel eine Chance (sw)
W.C.-Fields-Groteske (1941) von US-Regisseur Edward Chne
Mittwoch, 30. 6.
20.15 Uhr. ARD. Wird Gesundheit unbezahlbar?
Start eines dreiteiligen NDR-Reports, in dem Carl Heinz Ibe über das "Wertpapier Krankenschein", Jürgen Schröder-Jahn über den "teuren Bettenberg" (5. Juli, 21.45 Uhr) und Peter Schier-Gribowsky über das "Medikament als Ware" (8. Juli, 21.45 Uhr) referieren.
20.15 Uhr. ZDF. Bilanz
Moderator: Wolfgang Schröder. Ein Gespräch mit dem ÖTV-Vorsitzenden Kluncker sowie Berichte über die Weltwirtschaftskonferenz in Puerto Rico und über die Schwierigkeiten der Bundesrepublik mit dem Eisenerz-Lieferanten Liberia.
20.15 Uhr. Nord III. Viva Maria (Wh.) Louis Malles "Moritat einer von Unterröcken aufgewirbelten lateinamerikanischen Revolution" (1956), mit Jeanne Moreau und Brigitte Bardot.
20.30 Uhr. West III. Wem die Sonne lacht (sw)
John Fords Südstaaten-Komödie von 1953, sein Lieblingsfilm.
Donnerstag, 1. 7.
20.15 Uhr. ARD. Pro und Contra Streitgespräch zwischen Berufsbildungsexperten der SPD und der Unionsparteien sowie Sprechern des DGB und der Arbeitgeberverbände. Leitung: Emil Obermann.
21.15 Uhr. ZDF. Journalisten fragen -- Politiker antworten
In der Jürgen-Lorenz-Runde unterhalten sich die Fraktionsvorsitzenden Carstens (CDU/CSU) und Mischnick (FDP), der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Alex Möller und die Journalisten Paul Wilhelm Wenger ("Rheinischer Merkur") und Heinz Murmann ("Kölner Stadtanzeiger").
21.45 Uhr. ARD. Kontraste
Moderator: Peter Pechel. Kommentare zum Stand der innerdeutschen Beziehungen nach den jüngsten Zwischenfällen und eine Reportage über ein riesiges polnisches Staatsgut bei der ehemaligen Wolfsschanze. Fritz Pleitgen berichtet von einem Manöver der sowjetischen Armee bei Leningrad, zu dem westliche Militärbeobachter zugelassen waren.
21.45 Uhr. West III. Die Geburt einer Nation (sw)
Das monumentale Bürgerkriegs-Epos (1915) von D. W. Griffith gilt als "Geburtsstunde des US-Films".
Freitag, 2.7.
20.15 Uhr. ARD. Erziehung vor Verdun (Wh.)
Bemerkenswerte DDR-Verfilmung (1973) von Arnold Zweigs Weltkrieg-I-Zyklus: In einer Montage aus alten Wochenschauen, Spielhandlung und didaktischen Szenen schildert DDR-Regisseur Egon Günther das Schicksal eines Landsers im "Stahlgewitter der imperialistischen Kriegswirklichkeit" ("Neues Deutschland"). Der "Anhäufung von Material, Methoden und Stil-Elementen" fehle, so der Ost-Berliner "Sonntag", der "ordnende Griff".
21.00 Uhr. West III. Widerstand in der Demokratie
Ein Interview mit dem evangelischen Theologen Gollwitzer und anschließende Diskussion.
21.45 Uhr. Nord III. Mr. Deeds goes to town (sw)
Gary-Cooper-Komödie (1936) von Frank Capra.
Samstag, 3.7.
20.15 Uhr. ZDF. Die Verdächtigen Französischer Konfektionskrimi (1974) um den Mord an einer Tramperin. Mit Mimsy Farmer, Paul Meurisse.
22.05 Uhr. ARD. Die Nacht vor dem Galgen (sw)
Justizdrama (1953) des Action-Spezialisten Don Siegel ("Dirty Harry").
Sonntag, 4.7.
15.30 Uhr. ARD. Reisebekanntschaft (sw)
Hans-Moser-Nuschelfilm (1943) von E. W. Emo ("13 Stühle").
19.30 Uhr. ZDF. George Washington Gegen "das hochmütige Klischee vom angeblich geschichtslosen Amerika" will Klaus Harpprecht in seinen vier US-Jubiläumsfilmen über Amerikas Gründungsväter angehen. Nach einem Benjamin-Franklin-Porträt charakterisiert er jetzt George Washington: als "Genie der Normalität" mit dem "Traum einer Gesellschaft der Toleranz".
20.15 Uhr. ZDF. Unterm Birnbaum Angelica Domröse, Star des neuen DDR-Kinos ("Die Legende von Paul und Paula"), spielt die Hauptrolle in dieser Defa-Verfilmung (1973) einer Kriminalgeschichte von Theodor Fontane. Bei der Schilderung eines perfekten Verbrechens (Regie: Ralf Kirsten) an dem eine Liebe kaputt geht, vermißte das "Neue Deutschland" den "organischen Rhythmus".
20.15 Uhr. Nord III. Berliner Bettwurst (Wh.)
Rosa von Praunheims groteskes Stegreif-Stück mit seiner fetten Tante Luzi und Freund Dietmar.
21.45 Uhr. ARD. USA 200: Meine Zeit drüben
Reminiszenzen der ehemaligen ARD-Korrespondenten (Peter von Zahn. Thilo Koch, Gerd Ruge, Klaus Bölling) und des derzeitigen, Günter Müggenburg.
21.55 Uhr. ZDF. Selbstmord
Aus "Angst vor dem Versagen" vergiftete sich an den Osterfeiertagen in Frankfurt die 27jährige Studienreferendarin Susanne K.; in Hamburg brachten sich fünf Referendare während ihrer Ausbildungszeit um. Das Film-Protokoll kritisiert Leistungsdruck und "den Verlust an Menschlichkeit bei der Ausbildung junger Lehrer".
22.45 Uhr. ARD. Schaukasten Berichte und Gespräche von den Berliner Filmfestspielen und dem Internationalen Forum des jungen Films.

DER SPIEGEL 27/1976
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DIESE WOCHE IM FERNSEHEN

  • Naturphänomen: Der "horizontalen Sandfälle" von Broome
  • Stimmen zur Strache-Affäre: "Sowas war keine b'soffene G'schicht"
  • Zum Tod von Niki Lauda: Rennfahrer, Unternehmer und Legende
  • Widerstand in Ungarn: Anna Donáths Kampf gegen Orbán