03.05.1976

Rothschild-Clan: Lust am Wiederaufstieg

Die Bankierssippe der Rothschilds, einst Europas bedeutendste Geldfamilie, will zurück zu internationaler Geltung. Die britischen und französischen Erben sammeln die Reste des verfallenen Imperiums und wollen künftig im internationalen Geschäft gemeinsam operieren. Als künftige Macher profilierten sich zwei Außenseiter der Familie.
Fünfundsechzig Jahre lang lebten die Erben des Geldfürsten Meyer Amschel Rothschild getrennt von Tisch und Bank. Nun aber beschwört Victor, 65, der dritte Lord Rothschild, die Rückkehr zum Ahnenerbe.
"Im 19. Jahrhundert", so philosophierte der Chef des britischen Zweiges der 200jährigen Finanzdynastie, "wurden alle Profite zwischen den Banken geteilt, doch mein Großvater stoppte das 1911. Vielleicht sollten wir dahin zurückkehren."
Auch Baron Guy de Rothschild, 66, Clan-Chef der französischen Linien, erstrebt die Wiedervereinigung der Rothschild-Milliarden. Als "neue Kraft im internationalen Geldgeschäft" feierte Amerikas Wirtschafts-Magazin "Business Week" prompt die heraufdämmernde Finanzmacht der siebten Rothschild-Generation.
Bis zur Jahrhundertwende hatten die Nachfahren des Meyer Amschel aus der Frankfurter Judengasse in Deutschland, Frankreich und England mächtige, fast allmächtige Banken betrieben, die wie ein multinationaler Konzern zusammenarbeiteten. Dann beendete Europas aufkeimender Nationalismus das Familien-Idyll. Jetzt, 65 Jahre nach der Trennung, will die Uralt-Sippe dem neuen Trend zum grenzüberschreitenden Management folgen -- neuer Glanz in alten Gemächern?
Gut hundertsechzig Jahre nach dem Tod des Erzvaters Meyer Amschel betreiben die Rothschild-Erben noch immer City-Banken in London und Paris, Geldhäuser in Genf und San Francisco, Schlösser und Weingüter in Frankreich. Sie besitzen Kunstgalerien und wissenschaftliche Lehrstühle, sie sitzen auf Ländereien in Labrador und Neukaledonien.
Die Rothschilds halten sich Uran-Vorkommen und Schiffahrtsbeteiligungen, Prozente am französischen Freizeitklub Méditerranée und am britischen Auktionshaus Sotheby. Sie sind präsent auf den Polo-Turnieren und den Reitbahnen der Welt, bekannt mit Königen und Präsidenten und hüten die größte Fliegensammlung der Welt: 380 000 Exemplare.
Als immer noch milliardenschwer gilt das unter 50 lebenden Rothschilds verteilte Vermögen des Clans. Revolutionen, Kriege und Pogrome haben es nicht, wie das Geld so mancher Großer, gegen Null bringen können. Und eine raffinierte Sippenregel, nach der die Mitglieder der Familie möglichst untereinander heiraten sollten, brachte auseinanderfließende Rothschild-Gelder schon öfter wieder zusammen.
Dennoch -- wenn es um Macht und Raffinesse in den großen Geld- und Anlagegeschäften geht, sind die Rothschilds von heute kleiner als Neureiche wie Ölfürst Paul Getty. Denn den Galionsfiguren der Sippe fehlt das Gespür für Außergewöhnliches, das die Familie einst reich und mächtig gemacht hat.
"Sie machten aus der großen Fortüne das kleine Glück", umschrieb ein Pariser Rothschild-Manager unlängst das Dilemma des Hauses. Einstmals finanzierten die fünf Söhne des Meyer Amschel ganz Europa. Gemeinsam schmuggelten sie Geld und Ware durch Napoleons Kontinentalsperre. Gemeinsam streckten sie nachher einen großen Teil der 120 Millionen Pfund französischer Kriegsentschädigung vor und verteilten sie nach London, Wien und Berlin. Gemeinsam -- und gegen ein Drittel Abschlags den sie und ihre Depotkunden kassierten -- brachten sie die ausgebluteten Länder Europas mit Anleihen wieder auf die Beine.
Denn von den Söhnen des alten Meyer Amschel blieb nur der Erstgeborene Amschel Meyer im Stammhaus am Main. Bruder Salomon ging nach Wien, Jakob (später James) nach Paris, Carl nach Neapel und Nathan nach London -- und alle gründeten sie Niederlassungen der Bank Meyer Amschel Rothschild & Söhne.
An sämtlichen Plätzen spielten die Gastarbeiter aus Frankfurt bald die erste Geld-Geige: Der Kurfürst von Hessen, Österreichs Clemens Fürst Metternich, Schlesiens Graf Henckel von Donnersmarck, das Land Preußen, Dutzende von Potentaten und Duodezfürsten, der Papst in Rom und der Kaiser in Wien standen auf der Schuldliste des neuen Kredit-Multis aus dem Hessischen.
Die Söhne bauten die ersten Eisenbahnen in Frankreich, Belgien und Österreich, sie griffen als erste nach dem Erdöl im russischen Baku, sicherten sich die Herrschaft über das Nickel in Neukaledonien und das Blei in Andalusien. Die Medici vom Main suchten und fanden Anschluß an die Herrscherkasten ihrer Gastländer und trugen bald auch deren Adelsprädikate.
Doch die allzu hastige Integration in die Gastländer lockerte das von den fünf Brüdern geknüpfte und durch die fünf gebündelten Pfeile im Familienwappen symbolisierte Band zwischen den Rothschild-Banken. Die Lordschaften und Barone blieben stark, solange Europas Nationalstaaten sich schwach gaben. Als sich aber im Gefolge der Bismarck-Ära Nation und Nationalismus kräftigten, war die grenzüberschreitende Allmacht der jüdischen Bankierssippe vorbei.
Seit 1938 die Wiener Rothschild-Bank schloß -- die Bank in Neapel hatte schon 1861 und das Frankfurter Stammhaus 1901 dichtgemacht -, waren nur noch zwei der einst fünf Rothschild-Säulen da -- und auch die zeigten Risse: Die Franzosen ergaben sich der Repräsentation, dem feineren Lebensstil und der Finanzierung Israels, die Briten der Traditionspflege und der Wissenschaft.
Selbst die von den Urvätern hinterlassenen Gewerbezweige nutzen den Vettern nichts mehr: Aus den Ölfeldern und den Eisenbahngesellschaften sind sie heraus, mit Blei und Nickel produzieren sie Defizite, und was an Neuem geschah, ging meistens schief. Baron Guy de Rothschild: "Ich entscheide mich sehr langsam -- ich bin sehr vorsichtig."
Kühner ist Guy, der nach eigener Angabe "keine richtige Ranklehre absolviert" hat,
dann schon, wenn es um Privates geht. Als 1969 der Ex-Fremdenlegionär Josef Stadnik Guys Sohn David entführen und zwei Millionen Franc kassieren wollte, entbot sich Guy als Geisel und fuhr im eigenen Auto mit dem Entführer davon. An einer roten Ampel wurden die beiden von der Polizei geschnappt. Im Handgemenge erhielt Guy ein blaues Auge, das er auf der anschließenden Pressekonferenz mit einer Mosche-Dajan-Binde verdeckte.
Guy de Rothschild in Paris schätzt es, im Familienschloß Ferrières nahe der Hauptstadt Fin-de-siècle-Feste zu feiern, die von Guys jetzt 44jähriger Ehefrau Marie-Héléne veranstaltet werden. "Alljährlich", so Rothschild-Biographin Virginia Cowles ("Die Rothschilds -- Geschichte einer Familie"), "öffnen sich auf ihren Befehl die Portale von Ferriéres, wo sie einen Kostümball gibt, zu dem die "schönsten Menschen' der Welt eingeladen" werden. 1972 ersann Salvador Dali dazu die Dekorationen, die Gäste mußten in surrealistischen Kostümen anreisen.
Heute verwaltet Guy de Rothschild seinen oft mit zweitrangigen Beteiligungen angereicherten Industriebesitz in der einstigen Eisenbahngesellschaft und jetzigen Finanzholding Compagnie du Nord, an der er seine lustigen Vettern, die Brüder Ehe und Alain, sonst eher bei Renn- und Polo-Veranstaltungen aktiv, widerwillig beteiligte.
Die wichtigsten Beteiligungen der Nordgesellschaft sind die drei Grundstoff-Konzerne Imétal (Nickel), Penarroya (Blei, Zink) und Mokta (Eisen, Manganerz, Uran). Außerdem kommmandiert Guy die internationale Rothschild Bank AG und die nationale Banque Rothschild.
1967 riß Guy das alte Bankgebäude in der Rue Laffitte ab und ließ ein hypermodernes neues bauen. 1967 öffnete er -- zwecks Geldnachschubs -- seine vornehme Banque Rothschild dem ordinären Publikum. Aus dem reichen Finanzierungsinstitut wurde eine Depositenkasse -- was zunächst einmal viel Geld kostete.
Guy de Rothschilds größter Nachkriegserfolg war denn auch keine Transaktion, sondern eine Personalie. 1954 engagierte er auf Rat gaullistischer Freunde den Gymnasiallehrer Georges Pompidou und machte ihn zum Generaldirektor -- eine Akquisition, die sich zumindest im Urangeschäft auszahlte: Als Rothschild-Manager betrieb Pompidou den Einstieg der Rothschild-Firma Le Nickel in den Uranbergbau. Als Staatschef setzte Pompidou das große Atomenergie-Programm der Regierung durch, von dem Rothschild profitierte.
Der stets nahe Umgang mit den Spitzen der Gesellschaft rettete den Finanz-Autodidakten Guy jedoch vor epochalen Reinfällen nicht. So ließ er sich mit dem IOS-Fürsten Bernie Cornfeld ein und verkaufte nach dessen Ideen Zertifikate. Als Cornfelds Imperium unterging, erlitt auch Guys Bank Verluste.
Bei solcher Tristesse in den Geldgeschäften wollte Baron Guy dann wenigstens den einzigen Fehler gutmachen, den Meyer Amschels fünf Söhne begangen hatten. Die fünf nämlich waren auf Europas brüchige Staatenwelt fixiert gewesen, bei dem heranwachsenden Industrie-Riesen USA ließ sich kein Rothschild blicken. Jetzt, 150 Jahre später, betreibt Guy de Rothschild -- viel zu spät -- die Entdeckung Amerikas.
Dort hatte ihm sein US-Berater Peter Fleck die Pittsburgher Stahlgesellschaft Copperweld (Jahresumsatz 1974: 322 Millionen Dollar) empfohlen. Guys Imétal gab an der US-Börse ein zum 10. 12. 1975 befristetes öffentliches Übernahmeangebot für das Unternehmen ab. Trotz wilder Proteste verkauften die meisten US-Aktionäre: Guy eroberte 67 Prozent des Stahlunternehmens und zahlte dafür 112 Millionen Dollar. 1975 schaffte das vergleichsweise kleine Unternehmen rund 15 Millionen Dollar Gewinn. Guy nach der geglückten US-Operation melancholisch: "Vielleicht hätten wir es früher machen sollen."
Früher oder nicht -- den zwischen Sport, Spiel, Kunst und Kommerz vagabundierenden Bank-Erben fehlt der schnelle Biß, fehlt die rasche Reaktion auf Informationsvorsprünge -- vielleicht gar der Zugang zu den großen Informationen überhaupt. Nicht mehr allein Polit-Freunde oder Small Talks in Salons und Börsensälen bringen das nötige Mehr an Wiesen, sondern Erkundung und Analyse.
Zwar, die britische Rothschild-Bank, 1965 am traditionellen St. Swinthin's Lane neu und gleichfalls hypermodern errichtet, zelebriert als einstmals wichtigster Goldhändler der Welt immer noch ihren täglich zweimal stattfindenden Price fix für Gold. Dann rücken vier Londoner "Senior Executives" der Goldhändlerzunft beim Kollegen in der Rothschild-Bank ein -- die Abgesandten der Firmen Johnson Matthey, Mocatta & Goldsmid, Samuel Montagu und Sharpes, Pixley & Co. und fixieren den Goldpreis des Tages. Aber der Morning fix von St. Swithin's Lane ist nur noch für den geringeren Teil der Feingoldgeschäfte verbindlich.
In London, wo einst Meyer Amschels talentiertester Sohn Nathan den Weltruf der Sippe begründete, herrscht heute ein Lord, der nie Bankier war: Victor Rothschild, laut Biographin Cowles "das provokanteste Mitglied der Familie".
Der Lord nämlich ist nicht nur Familienchef der britischen Rothschilds. sondern auch Sozialist und renommierter Wissenschaftler. Schwärmte die Sunday Times: "Alle sind sich darin einig, daß die vierfache Bürde seines Namens, seiner Rasse, seines Geldes und seiner Intelligenz ihn zu einer der komplexesten Persönlichkeiten unserer Zeit gemacht hat."
Zehn Jahre lang war der Lord Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Forschungsrates, dann nahm er -- fünfzigjährig -- einen untergeordneten Posten bei der Shell-Gruppe an, von der die Rothschild-Sippe Aktienpakete besitzt. Neun Jahre später war der Millionensproß (Shells damaliger Chairman Sir David Barran: "He doesn't need his job") Chef der gesamten Royal-Dutch-Shell-Forschung und bezog ein komfortables Manager-Gehalt.
Nach den ehernen Regeln der Shell-Gruppe mußte der Lord mit 60 Jahren sein Feld räumen und wurde -- obdeich Labour-Mann -- beim konservativen Premier Edward Heath Vorsitzender des Brain-Trusts. Die Regierungsnähe stimmte Lord Rothschild trübsinnig: "Ich mache mir Sorgen, daß England regierungsunfähig wird." Am 1. April 1975 rückte er auf seine alten Tage als Chairman in die Londoner Rothschild-Bank ein: "Es wäre dumm, so zu tun, als wäre ich ein professioneller Banker", verkündete der Lord bescheiden und ähnelt darin seinem Pariser Vetter Guy, "aber ich weiß, wie man ein Unternehmen führt."
Shell-Erfahrung im Management ließ den Lord, der in seinem Cambridger Eigenheim die beste Privatbücherei des 18. Jahrhunderts und den aufwendigsten Swimming-pool Britanniens besitzt, immerhin die Talente in der eigenen Familie verläßlich einschätzen. Solcher Einschätzung verdanken es seine Vettern Edmund, Leopold und Evelyn. daß sie in der Bank heute weniger zu sagen haben als Victors Sohn Jacob, 40, der als erster Rothschild seit langem auch von Londoner City-Bankern ernst genommen wird.
Den Vetter Edmund, 60, vorher so etwas wie Aufsichtsratschef, löste der Lord höchstpersönlich ab. Der Vetter Evelyn mußte seinen Top-Manager-Posten an Victors Sohn Jacob abgeben und darf sich nun auf seine Pflichten als Oberaufseher des britischen Wirtschaftsmagazins "The Economist" konzentrieren.
Victors Schwester Miriam, mit einem Professorentitel geschmückt, ist Biologin und verfaßte ein halbes Dutzend wissenschaftlicher Werke über Insekten. Miriams Sohn Charles und Victors Sohn James aus zweiter Ehe machten, ganz die Alten, brillante Examina -- aber sie sind eine halbe Generation jünger als Kronprinz Jacob, der sich Schöngeistiges nur nebenher leistet -- so die Kunstgalerie Colnaghi und eine Beteiligung am Auktionshaus Sotheby.
Ein anderer Zweig der britischen Rothschild-Linie zieht schon seit über hundert Jahren das bessere Klima Frankreichs vor und entsagte dem Bankgeschäft gänzlich. So betreibt Victors entfernter Vetter Philippe das berühmte Weingut Mouton im Médoc und installierte dort gleich ein ganzes Weinmuseum. Nebenher schreibt er Gedichte und übersetzte Christopher Marlowes Doctor Faustus ins Französische.
Philippes Weingut grenzt unmittelbar an das Chateau Lafite der französischen Rothschilds, und 1973 schaffte es Philippe, seinen Kreationen das gleiche Prädikat zu verschaffen, das die von Lafite schon lange führen: Premier Grand Cru. Besucher Philippes und seiner Frau Pauline rühmen überdies deren ausgesuchte Gastfreundschaft. Hing einem Besucher nächtens ein Arm aus dem Bett. so fand er die Finger am nächsten Morgen manikürt.
Mit der Inthronisierung Jacobs war für die Clan-Chefs Victor und Guy klar, wie sie die Kräfte im wiedervereinigten Familien-Imperium zu verteilen hatten. Vergangenen Sommer. kaum daß Lord Victor in London Flagge gezeigt hatte, brachte Guy in Paris das lange Zeit getrübte Verhältnis mit einer zweiten französischen Rothschild-Gruppe in Ordnung, die von dem 49jährigen Edmond de Rothschild repräsentiert wird.
Guys Banque Rothschild übernahm 15 Prozent von Edmonds Cie Financière Banque, Edmond wiederum beteiligte sich mit zehn Prozent an der Londoner Familienholding Rothschild Continuation. Guys Sohn David, Victors Sohn Jacob und Außenseiter Edmond räumten sich gegenseitig in ihren Aufsichtsräten Plätze frei.
Edmond de Rothschild, der in Genf und Paris residiert, ist der reichste lebende Rothschild, und seine Millionen sind die frischesten. Der Baron wurde von Noémie Halphen, der Ehefrau des glatzköpfigen Familien-Playboys Maurice de Rothschild, zur Welt gebracht und später allein aufgezogen.
Maurice de Rothschild wiederum zählt in der Ahnengalerie des Clans als Person, die man lieber nicht erwähnt, denn er erfüllte den strammen Sittenkodex der Dynastie nicht und zeigte überdies wenig Interesse an den Geldgeschäften, außer daß er viel ausgab. Maurice wäre heute vergessen, hätte er nicht über etwas verfügt, das den feinen Zöglingen der Familie abging: die Spürnase des großen Spekulanten.
1940, als alles zusammenbrach, setzte sich Playboy Maurice mit einer Aktentasche nach England ab, in die Diamanten im Wert von 250 000 Pfund genäht waren. Dieses Kapital riskierte er an der Londoner und New Yorker Börse und kehrte reicher als vorher nach Frankreich zurück. Die in den Börsenzeiten eroberten Millionen erbte Sohn Edmond und mehrte sie durch eigene Geschäfte.
Der jüngere Baron, vom Autokraten Guy nicht kontrollierbar, begab sich ungeniert ins Geschäftsleben. So gründete er in Genf die Banque Privée, in der sich die Nummernkonten reicher Jet-Set-Freunde sammeln. Deutschlands Abschreibungskünstler Renatus Rüger hob für Edmond 1970 eine Israel Investitions- und Beteiligungs GmbH & Co KG aus der Taufe, die 52 steuer-
* 2. v. r., mit Kurfürst Wilhelm von Hessen. Rothschilds erstem Großkunden.
begünstigte Dollar-Millionen für Israel eingesammelt hat. Mit BfG-Chef Walter Hesselbach trifft sich Edmond bei gemeinsamen Israel-Aktionen.
Früher als Vetter Guy engagierte sich Edmond in den USA: Dort übernahm er den beherrschenden Anteil der Bank of California in San Francisco und nutzte sie als Holding für andere US-Beteiligungen. Frühzeitig stieg der ungeliebte Verwandte auch ins einträgliche Grundstücks- und Touristikgeschäft ein. So finanzierte er das Wachstum des Club Méditerranée, an dem er mit 11,4 Prozent beteiligt ist.
Sehr zum Ärger von Guy de Rothschild, der sich als einzig natürlicher Repräsentant der Sippe empfindet, geht damit die Macht über die Rothschild-Clans beiderseits des Kanals auf die Söhne von Familien-Außenseitern über. Denn Spekulantensohn Edmond, der mehr als alle anderen Rothschilds von Beteiligungen versteht, und Biologensohn Jacob, von dem Vater Victor behauptet, er sei "ein Finanzgenie", zeigten weit mehr Dampf als Guys Erstgeborener David.
David de Rothschild nämlich, der außer bei seiner Entführung durch Josef Stadnik von den Widerwärtigkeiten des Daseins bislang kaum gepackt wurde, gibt schon jetzt, 34jährig, Zeichen allerfeinster Resignation: "Was soll man noch groß nachdenken", scheut der Schloßerbe vor der zweiten Widerwärtigkeit, die ihn treffen könnte, "wenn 1978 sowieso die Linken siegen."

DER SPIEGEL 19/1976
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DER SPIEGEL 19/1976
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