09.02.1976

Datum: 9. Februar 1976 Betr.: Frisch, Kaltefleiter

"... der ehemalige Wehrmann und heutige Armeekritiker", sagte im Januar der Schweizer Oberstdivisionär Seethaler, "zog es vor, anstelle eines Truppenbesuchs, der buchstäblich vor seiner Haustüre im Tessin hätte stattfinden können, sich im Stabe eines gewesenen deutschen Offiziers und späteren Bundeswehrministers ins bajonettstarrende Reich der Mitte mitnehmen zu lassen". Seethaler, Kommandant der 6. Felddivision, meinte bei seinem offiziellen Jahresrapport "vor einer grossen, den Kongresshaussaal füllenden Zahl von Offizieren und Unteroffizieren" mit dem "gewesenen deutschen Offizier" den Kanzler der Bundesrepublik, mit dem "ehemaligen Wehrmann" den Schweizer Schriftsteller Max Frisch, der Helmut Schmidt auf dessen Reise nach China begleitet hatte. Frischs Text -- Originaltitel: "Notizen aus dem Gefolge von Bundeskanzler Helmut Schmidt auf seiner kurzen Reise nach China" -- steht in diesem Heft: "Nein, Mao habe ich nicht gesehen" (Seite 110).
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Professor Dr. Werner Kaltefleiter, Vizepräsident der Universität Kiel und bis Mitte des vergangenen Jahres Leiter des Sozialwissenschaftlichen Forschungsinstituts der Konrad-Adenauer-Stiftung, hat zu seiner Partei, der CDU, ein distanziertes Verhältnis. Er hat es besonders, seit der hessische CDU-Chef Alfred Dregger ihn mitverantwortlich machte für die Niederlage der christlichen Union bei der Bundestagswahl 1972, bei der sie zum erstenmal seit Bestehen der Bundesrepublik nicht mehr stärkste Partei wurde. Bis zur nächsten Bundestagswahl im Oktober dieses Jahres wird Kaltefleiter für den SPIEGEL etwa jeden Monat einmal "mit den Methoden der empirischen Sozialforschung" die Meinung der Wahlberechtigten darstellen und die Motive untersuchen, von denen ihre Entscheidung für die eine oder andere, die dritte oder gar vierte Partei bestimmt wird (Seite 27).
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Nicht die Motivationen der Wähler, sondern Motive der Gewählten sind die Ursache dafür, dass die auf Seite 46 noch als SPIEGEL-Titel ausgewiesene Geschichte über die Jahrhundertkrankheit Stress nicht mehr auf dem Titelbild angezeigt wird. Neue Titelgeschichte: Niedersachsen (Seite 17).

DER SPIEGEL 7/1976
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