09.02.1976

Film: Industrie blockiert Berlinale-Wahl

In Cinéasten-Kneipen werden Hunderter verwettet: die leicht erregbare Lokalpresse steht mächtig unter Dampf; unablässig fahndet eine "Findungskommission" nach dem neuen Chef der Berliner Filmfestspiele (SPIEGEL 4511975), und noch immer ist "kein optimaler Kandidat in Sicht". So jedenfalls sieht es die (bei der Wahl mitentscheidende) Filmwirtschaft, die zunächst den als Linken verketzerten Senatsfavoriten Ulrich Gregor ("Bild": "Ei liebt kommunistisches Kino") ausschaltete und nun auch Bedenken gegen den derzeitigen Top-Kandidaten, "Zeit"-Kritiker Wolf Donner, erhebt: Donner habe sich als Rezensent "wenig freundlich" über das Festival geäußert. Beim Regisseur Ulrich Schamoni, der ebenfalls aussichtsreich im Rennen liegt, vermißt die Branche "Ernsthaftigkeit" und "Stehvermögen". Ob sie von ihrem Dauer-Veto abrückt, wird sich diesen Mittwoch auf der vorentscheidenden Sitzung der "Findungskommission" zeigen. Gegen die Industrie, so viel ist sicher, geht nichts bei der Berlinale.

DER SPIEGEL 7/1976
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