09.02.1976

Italienerinnen contra Staatsfernsehen

Die "typische Italienerin" ist Hausfrau, hat zwei Kinder, interessiert sich nicht für Politik und unterwirft sich gern männlicher Autorität. Dieses Bild, so stellte sich bei einer Analyse heraus, vermittelt die italienische Fernsehanstalt RAI ihrem Publikum. Gegen diese Einseitigkeit des staatlichen Mediums protestierte jetzt die linke römische Abend-Zeitung "Paese Sera": "Die Realität ist komplexer-reicher, widersprüchlicher." Immer mehr Italo-Frauen lehnten die
alten Rollenklischees ab, eine "kaum mehr einzudämmende Revolte" sei im Gang. Italiens Feministinnen rechneten aus: Von 22 000 RAI-Sendestunden im vergangenen Jahr waren nur 50 (0,2 Prozent) den "temi feminili" gewidmet, also etwa der Emanzipation oder der -- zur Zeit im Parlament diskutierten -- Abtreibungsfrage.

DER SPIEGEL 7/1976
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