05.01.1976

TERRORISTENKontakt mit Kadern

Der Wiener Anschlag gegen elf Opec-Minister hat das Geflecht des internationalen Terrorismus sichtbar gemacht. In der Bundesrepublik zeichnen sich neue Gruppen und, womöglich, neue Aktionen ab.
Brigitte Kuhlmann, 28, Studentin der Pädagogik aus Hannover, in der Anarchisten-Szene als "unheimlich sensibler Typ" bekannt, schrieb Gedichte und sorgte für spastisch Gelähmte, um "durch eigenes Handeln Elend zu lindern". Ihr Kredo: "Wer nicht für die RAF ist, ist für Genscher."
Wilfried Böse, 26, ihr Gefährte aus Bamberg, ist -- so sein Vater -- "Idealist auf der verkehrten Linie" und "längst nicht fertig mit seiner Religion von Marx und Mao und so". Doch immer sei er, so versichern Freunde, "ein strikter Gegner der Gewalt gewesen".
Am 20. September tauchte Böse mit Braut in der Obergasse 30 zu Ober Oim bei Mainz auf einer 120-Mann-Fete der Kommune "Freakwork" auf. Ein paar Tage später schlug das Pärchen in seiner Zwei-Zimmer-Wohnung in der Höhenstraße 26 zu Frankfurt-Bornheim das selbstgeschreinerte Holzbett ab und verzog nach Unbekannt.
Weihnachten warteten die Böse-Eltern in Bamberg "vergeblich auf einen Gruß oder Anruf" von Wilfried. Seit Dienstag letzter Woche gehören Wilfried Böse und Brigitte Kuhlmann zu den meistgesuchten Anarchisten der Republik. Sie werden verdächtigt, zum deutschen Kader jenes fast schon legendären Chef-Terroristen Ilitsch Ramirez Sánchez, alias "Garlos Martinez", zu zählen, der sich nach dem Überfall auf die Opec-Minister in Wien via Algier in den Schutz des libyschen Staatspräsidenten Muammar el-Gaddafi begab.
Das Terror-Schauspiel vor aller Welt, das drei Tote forderte, legte Fäden des Terrorismus bloß, die gleich Zündschnüren quer über Kontinente verlaufen. Da wurden, besorgt um ihre gekidnappten Minister. Regierungen zu Erfüllungsgehilfen von Verbrechern. Österreichische Staatsjuristen hielten sich so lange mit Formulierungskünsten für ein Auslieferungsgesuch an Algerien auf, bis die Täter dort schon wieder außer Landes waren. Die Alge-
* Der am 21. Dezember beim Überfall auf das wiener Opec-Gebäude durch einen Bauchschuß verletzte Terrorist beim Abtransport ins Krankenhaus.
** Bei der Hamburger Befragung wurde eine acht-, bei der Leipziger eine siebenstellige Urteilsskala vorgelegt; in ihren numerischen Resultaten sind die beiden Untersuchungen daher nicht miteinander vergleichbar.
rier wiederum wagten es nicht, ihre bewaffneten Staatsgäste zu identifizieren oder deren Namen preiszugeben. Wäre Hans-Joachim Klein in Wien nicht mit einem Bauchschuß ins Krankenhaus gebracht worden, wo mühelos Fingerabdrücke genommen werden konnten, so wäre bis heute noch nicht einer der Opec-Attentäter bekannt.
Wenn zutrifft, was ägyptische und persische Zeitungen meldeten, daß nämlich Libyens Gaddafi den "Carlos"-Trupp sogar gedungen und den Wiener Anschlag mit Dollar-Millionen vorfinanziert hat, wenn Terroristen nach vollbrachter Tat in Libyen offenbar wieder freigelassen werden und auch die Erkenntnis deutscher Sicherheitsbehörden richtig ist, daß der untergetauchte Linksanwalt Jörg Lang bei Gaddafi schon vorsorglich über die Aufnahme auch der vier Stammheimer BM-Häftlinge sondiert hat, dann scheinen sogar Sorgen vor neuer Geiselnahme mit dem Ziel, dem "harten Kern" von Baader-Meinhof zum Frei-Flug nach Tripolis zu verhelfen, nicht unbegründet.
Es muß nicht immer "Carlos" sein, der seine Hand im Spiele hat. Im Gegenteil spricht vieles dafür, daß der weltweit gejagte Terrorist für eine Weite untertaucht und Aufstellung, Organisation und Durchführung eines neuen Kommandounternehmens Tätern überläßt, die, für die Kripo heute noch unbeschriebene Blätter oder allenfalls Randfiguren sind -- wie Hans-Joachim Klein noch einen Tag vor Wien.
Eine dieser Randfiguren, der jetzt untergetauchte Wilfried Böse, ehemaliger Mitarbeiter des Frankfurter Links-Verlags "Roter Stern", hatte jedenfalls vielfältige Kontakte, zu dem Venezolaner "Carlos" ebenso wie zur westdeutschen Terroristen-Szene. Böse war
* bekannt mit dem Frankfurter Mechaniker Hans-Joachim Klein, 28, der bei dem Opec-Attentat dabei war,
* befreundet mit dem Verlagskaufmann Johannes Weinrich, 28, der der Beihilfe zu einem offenbar von "Carlos" organisierten Flugzeug-Attentat in Paris-Orly verdächtigt wird,
* vertraut mit der Stockholm-Attentäterin Hanna Elisa Krabbe, 30, Kleins zeitweiliger Lebensgefährtin aus Frankfurter Tagen.
Böse selber hatte mindestens zweimal Chef-Kontakt. Im letzten Mai will er, wie er französischen Geheimdienstagenten zu Protokoll gab, von einem "Carlos" in Frankfurt aufgesucht und mit Kurieraufträgen bedacht worden sein. Was er dabei und später erlebte, seinen Eltern in Bamberg und Freunden in Frankfurt darüber erzählte, war eine Untergrundstory. in der es auch Tote gab: "Bei Genossen" in Frankfurt hätte sich "vor dem 17. Juni" jener "Carlos" zu seiner, Böses, Wohnung in der Höhenstraße 26 durchgefragt und ihn zu einem Geheimauftrag überredet. Zur Unterstützung der baskischen Separatistenbewegung sollte er in Spanien "Informationen über Verhaftungen, Verurteilungen und politische Zustände sammeln" (Vernehmungsprotokoll).
Am 24. Juni trafen sich "Carlos" und Böse dann im Café "Hôtel de ville" zu Paris, um den Kundschafter-Auftrag detaillierter zu besprechen. Der Südamerikaner übergab dem neuen Mitarbeiter Geld und einen falschen Paß mit Böse-Lichtbild, ausgestellt auf den Namen "Axel Klaudius, geboren am 7. Februar 1947 in Stuttgart".
Zugleich fand Böse in Paris Kontakt zu dem Libanesen Michel Moukarbel, einem Pariser Kunststudenten und Mitglied der Palästinenser-Organisation PLFP, der "Carlos" als eine Art Zahlmeister diente und, wie Eingeweihte vermuten, "vom israelischen Geheimdienst umgedreht war". Böse erhielt eine Adresse, unter der er sich weitere Instruktionen holen und fürs erste auch wohnen sollte.
Als "Klaudius", wie er nun hieß, anderntags an der genannten Wohnungstür im Quartier Latin schellte, empfingen ihn bewaffnete Polizisten und Agenten der Spionageabwehr "Direetion de la Surveillance du Territoire" (DST) und nahmen ihn fest. Zwei Tage später wurde Böse-Klaudius in Saargemünd den deutschen Grenzbehörden übergeben und von einem ahnungslosen Saarbrücker Haftrichter auf freien Fuß gesetzt. Am gleichen Tag kam es in einer konspirativen Wohnung in der Rue Toullier Nr. 9 auf dem linken Seine-Ufer zu einem Blutbad: Als DST-Agenten, geführt von Moukarbel, eine zehnköpfige Gruppe beim Singen und Gitarre-Spielen unterbrachen, zog einer der Sänger die Pistole und erschoß Moukarbel sowie zwei Agenten. Der Schütze: "Carlos", der im Auftrag des PLFP-Führers Habasch eine "Internationale der Terroristen" aufgebaut haben soll. (Nach einer anderen Version starb Moukarbel unter den Schüssen der französischen Agenten.)
"Carlos", seither von Interpol weltweit gesucht, entkam via London nach Nahost. Seiner Freundin Angela Otaola in London schrieb der Venezolaner die kurze Notiz: "Ich gehe für unbestimmte Zeit auf einen Trip, aber ich hoffe, ich komme bald zurück."
Wer "Carlos", der ein halbes Jahr später das Wiener Todeskommando befehligt haben soll, wirklich ist und wo er tatsächlich tätig wurde, bleibt trotz zahlreicher Hinweise und heißer Spuren einstweilen ein Rätsel. Ist er wirklich jener Rechtsanwaltssohn aus Caracas, der an der Moskauer Patrice-Lumumba-Universität studiert hat, der in den Londoner Stadtteilen Bayswater und Kensington Waffen und Sprengstoff hortete, auf dessen Todesliste Prominente wie der Dramatiker John Osborne oder Saudi-Arabiens Ölminister Scheich Ahmed Saki el-Jamani standen?
War es wirklich jener von Scotland Yard gesuchte "Schakal", der Pläne zur Blockade des Suezkanals per Schiffsexplosion entwickelt hatte und der von Paris aus die Terror-Aktivitäten der Baader-Meinhof-Reste, der baskischen Separatistenbewegung, der japanischen "Roten Armee" und radikaler Palästinensergruppen organisierte?
Böse behauptet -- wenngleich, wie es heißt, ein Geheimdienstphoto ihn zusammen mit dem Chef-Terroristen zeigt -, der "Carlos", den er gesprochen habe, sei "nicht identisch" mit jenem "Carlos" aus den Zeitungen. "Le Monde" erwähnte "unbestätigte Berichte", wonach Ilitsch Ramirez Sánchez längst tot sei -- erschossen von eigenen Leuten oder israelischen Geheimdienstlern. Und deutsche Fahnder halten es für nicht ausgeschlossen, daß "Carlos" vielleicht eher ein Kodewort einer Terrororganisation als der Alias-Name eines Anführers sein könnte.
Eindeutig gesichert ist allein die Identität jenes Wiener Terroristen" der verletzt wurde: Hans-Joachim Klein, bis September Gehilfe in der Frankfurter Anwaltskanzlei Johannes Riemann/ Inge Hornischer, der am Main mal als Hausbesetzer, mal als Straßenräuber von sich reden gemacht hatte.
1967 verbüßte Klein acht Monate Jugendstrafe, weil er einem Passanten die Brieftasche geraubt hatte. Später beteiligte er sich in Frankfurt am "Häuserkampf" und karrte Benzinkanister vor ein Bank-Hochhaus. Er brach in die FDP-Kreisgeschäftsstelle ein und lauschte, nach Gastspielen in der "Roten Hilfe" und beim "Gefangenenrat", den Worten des Berufsrevolutionärs Daniel Cohn-Bendit in der Gruppe "Revolutionärer Kampf".
Nahezu ein dutzendmal wechselte Klein die Wohnungen. 1971 traf er in einer Kommune in der Lichtensteinstraße 2 auf Hanna Elisa Krabbe, für ihn ein revolutionäres Vorbild.
Auf der linken Frankfurter Szene galt Klein eher als nichtssagender Typ (Spitzname: "Klein-Klein"), der in Nachtlokalen mit Untergründlern und Zuhältern verkehrte. Brot und Wärme fand er zuletzt bei der Anwältin Inge Hornischer, die ihn gelegentlich mit auf Reisen nahm, auch ins Ausland, und ihn ansonsten zu Boten- und anderen Diensten heranzog.
Personalpapiere von Klein und Böse fand die Polizei bei einer Durchsuchung der Kanzlei in Inge Hornischers Safe. Und Fäden, die immer wieder zu "Carlos" führen, knüpften die Ermittler auch aus anderen Indizien. Kristallisationspunkt und Nachwuchsschmiede des Terrorismus war, wie Kriminaler vermuten, der Verlag "Roter Stern".
Als die hannoversche Studentin und frühere Anwaltsgehilfin Brigitte Kuhlmann Anfang der siebziger Jahre an den Main kam, fand sie bei dem Verlag und in einer Kommune in der Holzhausenstraße eine Chance, "sich in stärkerem Maße einbinden zu können in Arbeitszusammenhänge". Zwar gab sich die vollbusige Niedersachsen-Tochter "nie leichtfertig irgendwelchen Gruppen in die Hände", doch sie stieß auf Gleichgesinnte, denen sie sich konsequent anschloß -- auf Wilfried Böse, der nach abgebrochenem Studium den Vertrieb des Verlages "Roter Stern" betreute, den Handwerker Hans-Joachim Klein, den Verlagskaufmann Johannes Weinrich, bis zum 21. Juni 1974 Geschäftsführer beim "Roten Stern".
Ehe sie sich in die Zweisamkeit nach Bornheim absetzten, lebten Brigitte Kuhlmunn und Böse in der Kommune (Mieter der Wohnung: die "Rote Hilfe"), wo auch der "Rote Stern" seinen Sitz hat. Bald gab es in dem Anarcho-Stützpunkt Alarmierendes genug.
So etwa am 30. März 1974, nachts gegen drei: Medizinalassistent Wolfgang Dudek brachte den schwerverletzten Pädagogik-Studenten Jürgen Reiss in das Kreiskrankenhaus Bad Homburg und erklärte, "den ihm angeblich unbekannten Mann an der Autobahn-Abfahrt Friedberg gefunden zu haben" (Polizeiprotokoll). Reiss, wie Dudek in der Holzhausenstraße zu Hause, gab an, nach dem Verlassen eines Lokals "plötzlich in die Luft geflogen und erst in der Klinik wieder erwacht" zu sein. Aus der Diagnose der Ärzte ("Verletzung durch Sprengstoffexplosion") zog die Polizei den Schluß, es in Wahrheit mit Bombenbastlern zu tun zu haben.
Und auch daß etwa Hausgenosse Dudek "ein konspiratives Treffen" (Polizeiprotokoll) mit einem VW-Käfer-Fahrer (Kennzeichen: D-CJ 7) hatte, dessen Kfz-Schein-Anschrift bei Ulrike Meinhofs Festnahme im Gepäck gefunden worden war, brachte die Adresse Holzhausenstraße 4 bei den Staatsschützern noch stärker in Verdacht.
Registriert wurde schließlich bei der "beobachtenden Fahndung" des Bundeskriminalamts (BKA), daß Wilfried Böse. Brigitte Kuhlmann und Hans-Joachim Klein zusammen "Auslandsreisen unternommen haben", die -- so die Fahnder -- "im Zusammenhang" mit dem von "Carlos" organisierten Pariser Flugzeug-Attentat "stehen können". Böse-Freund Weinrich sei, so die Ermittlungsbehörden, nach dem Raketenanschlag auf Orly (Januar 1975) "dringend verdächtigt, zwei von den Tätern für die Flucht vom Tatort verwendete Pkw angemietet zu haben".
Weinrich wurde am 24. März in Frankfurt festgenommen. Ob er es war, der Böse mit "Carlos" zusammengebracht hatte oder umgekehrt; wie "Carlos" in Frankfurt oder anderswo Kontakt zu Klein bekam; was "Carlos" möglicherweise auch mit dem Anschlag auf die Deutsche Botschaft in Stockholm (Verbindung Böse/Klein/ Krabbe) zu tun haben könnte -- das alles hoffen die Ermittler des Bundeskriminalamtes zu erfahren, sofern sie die Frankfurter Szene und die internationalen Beziehungen einer Gruppe, die sich "Revolutionäre Zelle" nennt, weiter aufhellen können.
So soll der untergetauchte ehemalige Baader-Anwalt Siegfried Haag, der, wie die Fahnder vermuten, Pläne zur Befreiung der Stockholmer Geiselgangster schmiedet, mit dieser "Revolutionären Zelle" zusammenarbeiten. Und die "Revolutionäre Zelle" wiederum soll Verbindungen mit französischen Terroristen gehalten haben, die im Frühjahr in Frankreich Bomben gelegt hatten: im Februar bei Daimler-Benz in Paris, im März bei der Axel-Springer-Dependance in Paris, im Mai beim Kernkraftwerk in Fessenheim und beim deutschen Konsulat in Nizza.
Weinrich soll sich beim Anmieten der Autos für den Orly-Ansehlag mit einem gefälschten Personalausweis ausgewiesen haben, den Ulrike Meinhof am 20. November 1970 im Bürgermeisteramt in Lang-Göns bei Gießen gestohlen hatte. Solche Pässe aus Lang-Göns sowie 28 US-Raketengeschosse, die BM-Leute aus einem amerikanischen Depot in Miesau (Pfalz) entwendet hatten, fanden DST-Agenten im letzten Sommer in einer Pariser Wohnung, die "Carlos" als logistische Basis diente.
Ob Weinrich -- und dies ist eine der Beweisketten der Polizei -- durch ein graphologisches Gutachten des BKA-Psychologen Hecker, eines Experten für BM-Handschriften, überführt ist, bezweifeln Eingeweihte: "Das steht pan-pan." Hecker hat auf den Anmiet-Formularen "einen immer wiederkehrenden, nach oben gezogenen Strich im großen T" ausgemacht.
Am 18. November gewährte der Karlsruher Ermittlungsrichter Kuhn dem Verlagskaufmann Weinrich, der schon im Juni in U-Haft über Blasenschmerzen geklagt hatte, Haftverschonung. Ein Urologe stellte Eiterzellen im Prostata-Sekret und verhärtete Blutgerinnsel im kleinen Becken fest. Eine ambulante Behandlung blieb erfolglos; Ende Oktober brach Weinrich in der Zelle zusammen.
Inzwischen gab der Generalbundesanwalt den Fall an die Staatsanwaltschaft Frankfurt ab mit dem Vermerk, ein "hinreichender Tatverdacht nach Paragraph 129" ("Kriminelle Vereinigung") sei nicht mehr gegeben. Weinrich lebt seither, so Anwalt Armin Golzem, "in Frieden an seinem jetzigen Wohnort" (Schwerte/Westfalen) und wartet auf seine Hauptverhandlung.
Einen glimpflicheren Prozeß ("Die Sache mit dem Paß in Paris ist ja nur Urkundenfälschung") hatte Böse erwartet, dem die Hafterlebnisse des Genossen Weinrich "arg an die Nieren" gegangen waren. Als Böses Name im September erstmals im Zusammenhang mit "Carlos" in der Presse genannt wurde, brach er <"Die machen mich fertig wie den Hannes") seine letzten bürgerlichen Kontakte ab und verschwand.
Bis Freitag letzter Woche gab es, trotz Fernsehfahndung, von Böse und seiner Brigitte kein Lebenszeichen. Am letzten Tag des alten Jahres brachte indessen ein anderer Anarchist, der womöglich auch Kontakt zu "Carlos" hat, die Kriminaler auf Trab: Um 12.10 Uhr an Silvester will ein Münchner Richter auf dem Stachus den Terroristen Rolf Pohle erkannt haben -- jenen Anarchisten, den die Berliner Lorenz-Entführer aus der Strafhaft befreit hatten und dessen Spuren sich dann im Hinterland des Südjemen verliefen. Der Richter kennt Pohle aus einem Strafverfahren, das er gegen ihn führte.
Und zwischen dem 18. und 30. Dezember verschwand -- Indiz für eine geplante Aktion? -- aus einem Münchner Fernmeldekasten ein Lageplan des unterirdischen Verkehrszentrums unter dem Stachus.

DER SPIEGEL 1/1976
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