08.08.2005

LUFTFAHRTSperrfrist gegen Airbus

Im Wettbewerb mit dem europäischen Flugzeughersteller Airbus kann sich der US-Konkurrent Boeing auf Schützenhilfe aus dem amerikanischen Parlament verlassen. Der Vorsitzende im Luftfahrtausschuss des Repräsentantenhauses, John Mica, hat kürzlich eine Gesetzesinitiative gestartet, die allein auf den Airbus A380 zielt, der in Toulouse montiert wird und in Hamburg seine Innenausstattung erhält. Neue Jets "mit einer maximalen Passagierkapazität von mindestens 800 Sitzen" oder einem Abfluggewicht von mindestens 450 Tonnen müssten nach dieser Lex A380 mit Schutzsystemen gegen tragbare Flugabwehrraketen ausgestattet werden. Die Regelung soll spätestens zwei Jahre nach Zulassung solcher Schutzsysteme durch die US-Luftfahrtbehörde FAA wirksam werden. Sie beträfe allein den neuen Super-Airbus, den Mica ein "unwiderstehliches Ziel für Terroristen" nannte. Die bisherigen Jumbojets von Boeing bleiben unter den Grenzen. Im Auftrag der US-Regierung untersucht Northrop Grumman, wie militärische Schutzsysteme, etwa Laser, zum Ablenken wärmesuchender Raketenköpfe in zivile Airliner eingerüstet werden könnten. Die Rüstungsschmiede hatte Mica mit Wahlkampfspenden unterstützt. Der Vorgang erinnert an Zeiten, da US-Behörden dem europäischen Überschallflieger "Concorde" aus Lärmschutzgründen den Anflug auf New York untersagen wollten.

DER SPIEGEL 32/2005
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