06.10.1975

Franco: „Eingegraben zum letzten Gefecht“

Nach vier Jahrzehnten schließt sich der Kreis des Diktators Franco dort, wo er begonnen hat -- wieder schießen Spanier auf Spanier. Und wieder reagieren die Europäer mit ungewöhnlicher Leidenschaft. 14 Botschafter verließen Madrid, Regierungschefs demonstrierten. Sogar ein Papst-Protest fällt unter Spaniens Terroristen-Gesetz.
Was ist es nur, was in diesem Land die Menschen immer wieder dazu zwingt, einander zu töten, immer wieder Blut zu vergießen?" Verzweifelt stellte eine Frau letzte Woche ihrem Mann diese Frage: dem spanischen Sozialistenführer Prof. Tierno Galván.
Eben waren in Madrid wieder vier Polizisten im Kugelhagel linker Attentäter zusammengebrochen, hatten Hunderttausende Rechte auf einer Treuekundgebung für ihren Führer Franco wie aus einem Mund das Blut ihrer linken Feinde begehrt; wieder einmal hatten sie gemeinsam das degenerierte Europa verflucht.
Sozialdemokrat Tierno, strikter Verfechter einer gewaltlosen Opposition gegen Europas älteste Diktatur, wußte keine Antwort auf die Frage seiner Frau: "Dies zu verhindern, haben wir doch alles getan."
Santiago Carrillo, im Pariser Exil lebender Führer der spanischen Kommunisten, der bislang einer friedlichen Überwindung des Franco-Regimes das Wort geredet hatte, kündigte nun die Alternative an, "eines Tages dieses Regime mit Gewalt zu beseitigen".
Und ein anderer gemäßigter Oppositioneller, der Christdemokrat Professor Ruiz Jiménez, einst Francos Erziehungsminister, sah wieder das Inferno heraufziehen: "Wir erleben in diesem Moment die psychologische Vorbereitung für einen neuen Bürgerkrieg." Könnte sich die Geschichte tatsächlich so grausam wiederholen? Könnten Wunden, die in vier Jahrzehnten kaum vernarbt sind, jählings wieder aufbrechen? Könnten Spanien und Europa wieder abstürzen in die todbringenden Leidenschaften der dreißiger Jahre?
Der spanische Bürgerkrieg hatte damals eine ganze Generation, eine ganze Welt erschüttert: Auf den Schlachtfeldern Spaniens schossen Spanier und Freiwillige aus vielen Ländern ihren Zweikampf um die grundsätzlichen Werte und Bekenntnisse dieses Jahrhunderts aus, kämpften Reaktionäre gegen Liberale, Faschisten gegen Kommunisten, Atheisten gegen Christen.
Diese Fronten stehen heute noch fast ungebrochen in jenem seltsamen Land am Rande Europas, das heute noch -- eine Generation später -- die Europäer fast so in Wallung bringt wie damals.
Auf fünf Hinrichtungen junger Guerillas in Spanien, von Franco am vorletzten Wochenende befohlen, reagierte der Kontinent mit mehr Emotion und offener Empörung als auf den Russeneinmarsch in Prag, der immerhin mit einem Schlag die Hoffnungen eines ganzen Volkes auf mehr Freiheit vernichtete. Spontaner, heftiger auch reagierte Europa diesmal als auf den schmutzigen Krieg in Vietnam, der Millionen Menschen den Tod brachte.
* Bei der Treuekundgebung am 1. Oktober in Madrid.
Die Salven der Hinrichtungskommandos auf spanischen Kasernenhöfen veranlaßten 14 ausländische Botschafter in Madrid zum jähen Kofferpacken -- einmalige Demonstration im Nachkriegseuropa. Die Schüsse provozierten Papst Paul zu seinem bislang schärfsten Verdammungswort -- seither fällt er im erzkatholischen Spanien unter das Anti-Terroristen-Gesetz: Sein Protest darf weder gesendet noch gedruckt werden.
Millionen europäischer Werktätiger legten letzten Donnerstag aus Protest gegen die Hinrichtungen in Spanien für zwei Minuten die Arbeit nieder. In Frankfurt stoppten die Straßenbahnen, in Holland zeigten die Signale für alle Züge Rot.
Tausende skandinavischer Spanien-Urlauber mußten ihre Ferien verschieben -- Charter-Jets ins Franco-Land wurden nicht abgefertigt. Der Bürgermeister von Ankara sperrte der spanischen Botschaft für eine Woche Wasser und Licht.
Selbst Regierungschefs vergaßen über Nacht diplomatische Manieren. Hollands den Uyl marschierte an der Spitze einer Anti-Franco-Demonstration. Schwedens Premier Palme sprach von den Regierenden in Spanien als "satanischen Mördern". Mexikos Präsident Echevérria forderte Spaniens Hinauswurf aus der Uno. In Lissabon äscherten Demonstranten unter den Augen der Polizei Spaniens Botschaft ein.
An diesem "Europa der Tollheit", so Madrids Zeitung "Hoja del Lunes", rächten sich in ihrem Nationalstolz getroffene Spanier nicht minder rauh. Rechte Rowdies, die sich "Christkönigs-Krieger" nennen, warfen Molotow-Cocktails in das belgische Konsulat zu Barcelona. Bewaffnete Schlägertrupps droschen auf Ausländer ein, wo sie solche auch nur trafen: deutsche Touristen, französische Kameraleute, amerikanische Photographen.
Im Rechtsblatt "Arriba" erläuterte Jesús Fueyo, Mitglied des Movemiento-Nationalrats (Spitzname: "Whisky-Fueyo"), daß Spanien, wieder einmal allein auf sich gestellt, alle wahren Werte der zivilisierten Welt verteidigen müsse: "Spanien, dieses unglaubliche Spanien des langen Friedens, unter dessen Sonne sich Millionen dieser Porno-Europäer bräunen, hat die Aufgabe eines Schiedsrichters zwischen dem korrupten und sodomistischen Europa, das überschwemmt ist von einer pubertären hysterischen Revolution, und der eisernen Strategie der imperialistischen euro-asiatischen Revolution Moskaus."
Premier Carlos Arias Navarro verwahrte sich in einer Fernseh-Ansprache gegen die "unerträgliche Aggression gegen Spaniens Souveränität", die -- ausgerechnet -- in "krassem Widerspruch zu den Helsinkier Konferenzbeschlüssen über die Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa" stünde,
Den wahren Feind aber ortete zielsicher jener Greis, der dieses "unglaubliche Spanien" von gestern so vollkommen verkörpert: der lebende Leichnam Francisco Paulino Hermenegildo Teódulo Franco y Bahamonde Salgado Pardo.
Mit zitternden Lippen, kaum vernehmbar trotz aller Lautsprecher, verkündete der fast 83jährige, der mit seinem Hinrichtungsbefehl den neuen Sturm über Spanien heraufbeschworen hatte, die Proteste der "korrupten Europäer" seien eine "Verschwörung der freimaurerischen Linken, die ein schändliches Bündnis mit der kommunistisch-terroristischen Unterwanderung geschlossen hat".
Makabrer hätte das Schauspiel kaum sein können. Oben auf dem Balkon der Schrumpfkopf des Uralt-Diktators von Gottes Gnaden, der in mühsamen fünf Minuten Schaustellung sein Feindbild von vorgestern unters Volk brachte; unten die Gefolgschaft von gestern, mit Uniform und Ordensprunk aus der Bürgerkriegszeit.
In verbissener Ohnmacht, mit dei dumpfen Dämmerung, daß dies ihre letzte zwölfte Stunde sei, jubelten die Veteranen des Faschistenstaates mit erhobener Rechten ihrem moribunden Idol zu und machten gleichzeitig ihrer Wut gegen die Welt von heute, die von drinnen wie draußen droht, in geschriebenen wie geschrienen Fäkal-Injurien Luft:
"Alle Europäer sind Schwule, Hurensöhne oder Gehörnte", kündeten Spruchbänder. Oder, schlicht in aufrecht spanisch empfundenem Machismo: Den Europäern "fehlen die Schwänze".
Auf einem Plakat pinkelt ein Caballero auf den Rest des Kontinents. Nachbar Portugal, dem es zum Ärger der Spanier schon im Vorjahr gelang, die Ketten der Diktatur zu sprengen, wird zum "Hurenland". Und an die Adresse der Niederlande gerichtet, bedauerten die Franco-Jünger, daß ihr Herzog Alba, als er dort im 16. Jahrhundert wütete, "zu viele Schweine am Leben" gelassen habe.
All dies war wieder einmal spanische Tradition: Der Feldzug geriet zum Kreuzzug. "Nieder mit allen Ausländern!" lauteten die Parolen, "Tod den Feinden!" -- ob Kommunisten, ob Liberalen, ob aufrührerischen Basken.
Spanien, wie es eben ist: Hie jene "schwarzen Legenden", mit denen Erbfeind England es einst erlegte, da die Klage des Premiers Arias, der Albions Anwurf als Zeichen ewigen Unverständnisses der Ausländer gegenüber seinem Land bewertet.
Und doch: Etwas muß dran sein an der Legende. "Spanien gleicht einem Sterbezimmer, über dem der Todesengel kreist", schilderte der Korrespondent der "Stuttgarter Zeitung" letzte Woche seine Eindrücke aus Madrid.
Der Todesengel zieht, scheint es, seine Kreise seit Jahrhunderten über der iberischen Halbinsel. Das Leben galt den Spaniern nie als höchstes Gut. Ob es der Kreuzzug der Katholischen Könige gegen die Mauren war, die viele Jahrhunderte lang das Land beherrscht und geprägt hatten -- noch heute rufen die katholischen Spanier, wenn sie beim Stierkampf "olé" schreien, ein verballhorntes "Allah" -, ob es um Inquisition oder Bekehrung der Heiden jenseits der Ozeane ging: Überall wütete dem Kreuz das Schwert voran, allenthalben erschienen die Spanier als Todesengel.
Sie liebten den Tod, scheint es. "Viva la muerte!" ("Es lebe der Tod!") war der Schlachtruf der spanischen Nationalisten im Bürgerkrieg. Als der Philosoph Miguel de Unamuno, bis 1936 Rektor der Universität von Salamanca, sich gegen diese "sinnlose und nekrophile Parole" verwahrte, schrie ihm die Falange-Zuhörerschaft mit dem Todesruf nieder und: "Abajo la inteligencia!" -- "Nieder mit der Intelligenz!
Im Bürgerkrieg zerstückelten, kreuzigten, verstümmelten beide Seiten ihre Gegner mit sadistischer Grausamkeit. Über einhunderttausend Menschen fielen allein im ersten Monat des Bürgerkriegs Massakern zum Opfer.
Die Parolen des Bruderkrieges deuteten auf kein positives Ziel hin -- sie hatten nur den Tod zum Inhalt.
Gegen das idiotische "Es lebe der Tod!" der Faschisten setzten die linken asturischen Bergarbeiter "Es lebe das Dynamit!" Lautete eine Zeile im Faschistenlied "Cara al Sol" ("Das Antlitz zur Sonne"), der "Tod wird mich treffen", so konterkarierten die Anarchisten in ihrer Hymne "Hijos del pueblo" ("Die Söhne des Volkes") mit: "Es ist besser zu sterben."
In einen wahren Todesrausch steigerte sich die sozialistische Abgeordnete Margarita Nelken (ihre Familie stammt aus Deutschland) vor Ausbruch des Bürgerkrieges im Juli 1936: "Es müssen gewaltige Flammen lodern, die man in der ganzen Welt sehen kann, und Ströme von Blut müssen die Meere rot färben."
Die faschistischen Verteidiger des Alcázar von Toledo, die wenige Wochen später der Republik den Krieg erklärt hatten, lehnten eine Kapitulationsaufforderung mit den Worten ab: "Wenn wir könnten, würden wir die ganze Welt mit uns in den Tod nehmen."
Makabre Todesfaszination fürwahr, verknüpft mit leidenschaftlicher Ablehnung gegen Leben und Lebendiges, eine offenbar tiefwurzelnde Quelle spanischen Nationalcharakters -- ebenso wie das traditionelle Mißtrauen gegen alles Neue, Fremde, Fortschrittliche. "Wir brauchen keine Reformen."
Vom heute schier lächerlichen, doch tragischen Beharren auf mittelalterlichen Normen und Ehrbegriffen kündet nicht nur die größte Gestalt der spanischen Literatur, der Don Quijote des Cervantes. An Spaniens berühmter Universität von Salamanca diskutierten die Gelehrten Ende des 18. Jahrhunderts, als über den Rest Europas die Aufklärung hereinbrach, feierlich darüber, welche Sprache die Engel sprächen, ob der Himmel aus Wein oder gar aus Glockenbronze sei.
Wenn es galt, Rückständiges zu bewahren und zu verteidigen, war Spanien stets voran. Die "Reconquista", die Spanien von den Mauren gesäubert hatte, wandte sich gegen die Reformation. Die Falange des 20. Jahrhunderts bezog ihren Namen von der mazedonischen "Phalanx" des 4. Jahrhunderts vor Christus, die Athens demokratische Ordnung beseitigt hatte.
"Wir brauchen keine neuen Reformen", verkünden noch heute ungebrochen Spanier der alten Art -- etwa General Iniesta Cano, Ex-Kommandeur der Guardia Civil und prominentes Mitglied von "El Bunker", jener kleinen verschworenen Gemeinschaft von Ultrarechten um den "Caudillo" Franco, die sich -- so Englands "Daily Express" -- zum "letzten Gefecht eingegraben hat". Ihren Namen bezieht sie vom letzten Gefechtsstand eines Geistesverwandten -- dem Führerbunker Hitlers.
Spaniens Bunker-Brüder verbinden ihr Schicksal mit einem Mann, der kaum noch mehr als "ja" oder "nein" sagen kann, "aber das reicht ja zum Regieren", so ein Zyniker des Regimes. Er meint ein Regime und einen Führer, dessen Kreis sich jetzt dort wieder schließt, wo er, der Caudillo, vor vier Jahrzehnten begonnen hat: in Chaos und Bruderzwist eines Volkes, dessen Schicksal ihm nach eigenem Bekenntnis "Gott und die Geschichte" anvertraut hatten.
Als Franco 1892 geboren wurde, explodierten in Barcelona Bomben anarchistischer Rebellen, und bis er sich zum Caudillo emporschwang, schwiegen in Spanien kaum je die Waffen.
Francos Vater war Marinezahlmeister in El Ferrol, einem kleinen Atlantikhafen in der Provinz Galicien. Der trinkfeste Schwerenöter machte Francos Mutter schon zu Lebzeiten zur ewig weinenden Witwe, da er sich kaum um die Familie kümmerte.
Zorn und Scham ob des Vaters Ausschweifungen sowie der Einfluß der ständig frömmer werdenden Mutter sind nach Ansicht des Franco-Biographen Luis Ramírez die Wurzeln für den Puritanismus Francos.
Der junge Francisco war von quälender Schüchternheit. Er litt an einer Inferiorität gegenüber seinen Brüdern Nicolás und Ramón, einem berühmten Flieger, der als erster den Südatlantik überquerte, und der rauhbeinigen Schwester Pilar. Zudem bedrückte ihn seine kleine Statur -- Franco wurde nur 1,65 Meter groß, seine Füße gediehen lediglich bis zur Schuhgröße 39.
Bruder Nicolás gelang der Weg zur Marine, für Francisco blieb mit 15 nur die weniger angesehene Infanterieakademie in Toledo. Dort verpaßten die Ausbilder, so die Historie, dem kleinen Kadetten eine kurze Flinte. Doch der Spott trink- und flirtfreudiger Kameraden über den abstinenten Kleinen spornten Francisco Franco zu bohrendem Ehrgeiz an.
Kriegerischer Ruhm winkte auf dem Schlachtfeld in Marokko, wo die Spanier sich der rebellischen Berber erwehren mußten. Franco avancierte in rascher Folge zum jeweils jüngsten Hauptmann, Major, Obersten der Armee und mit 33 Jahren zum jüngsten General seit Napoleons Zeiten.
Er hatte niemals Frauenaffären. Jahrelang warb er lediglich um Carmen Polo y Martínez Valdés, Sproß einer Aristokratenfamilie aus Asturien. Als er sie 1917 kennenlernte, war sie 15, nach häufigen kampf- und karrierebedingten Verschiebungen des Hochzeitstermins heiratete er sie 1923.
Unter seinem Kommando wurde die Fremdenlegion zu Spaniens härtester Truppe.
Mit ihr warf er die aufständischen Rif-Kabylen Abd el-Krims nieder und sicherte damit seinen Ruf unter den Militärs, die bis dahin in Marokko schmählich versagt hatten.
Jahre später konnte er seine Tüchtigkeit auf einem größeren Schlachtfeld beweisen. Spaniens Zweite Republik versank Mitte der dreißiger Jahre im Chaos. Anarchisten zündeten Kirchen an, hungrige Landarbeiter besetzten Güter, Streiks lähmten die Wirtschaft.
1936 errang eine Volksfront von Republikanern, Sozialisten, Anarchisten und Kommunisten die Mehrheit. Ihre Anhänger terrorisierten die etablierten Mächte -- Kirche, Grundbesitzer, Adel. Dieses andere Spanien schloß sich zur "Nationalen Front" zusammen. Speerspitze der Reaktion war die Falange, eine faschistische Organisation, die José Antonio Primo de Rivera, Sohn eines Diktators der zwanziger Jahre, nach deutschem und italienischem Vorbild gegründet hatte.
Die Regierung konnte keine Ordnung garantieren. In vier Monaten gab es 269 Tote, 170 angezündete Kirchen, 113 Streiks. Mitte Juli schlug die Rechte los. Unter dem Stichwort "Sin novedad" (Nichts Neues) begannen rechte Offiziere den Bürgerkrieg. Franco war mit dabei -- freilich erst nachdem klar war, daß die Verschwörung nicht, wie zuvor schon andere, im ersten Anlauf scheiterte.
Zum Führer des Aufstands wurde er durch das Mißgeschick seiner Mitstreiter: Das Haupt der nationalspanischen Bewegung, General Sanjurjo, stürzte mit einem Flugzeug ab -- weil er die kleine Maschine mit schweren Koffern voller Paradeuniformen überladen hatte. Falange-Führer José Antonio wurde von den Republikanern erschossen. Die Konkurrenz-Generale Mola und Goded kamen im Krieg um.
So erbte der Caudillo die Führung der nationalistischen Spanier. "Sie übergeben mir Spanien", dankte Franco damals seinen Kameraden und schwor: "Mein Griff wird nicht nachlassen, meine Hand fest bleiben."
Drei Jahre wütete der Bürgerkrieg. Mindestens 600 000 Menschen ließen dabei ihr Leben -- und Europa kämpfte mit, auf beiden Seiten.
Den Republikanern halfen die Russen mit einer Milliarde Mark (wofür sie den Goldschatz Spaniens im Wert von 2,5 Milliarden mit Beschlag belegten). 40 000 Freiwillige aus vielen Ländern, in sieben "Internationalen Brigaden" organisiert, schossen für die Republik, Tausende starben.
Franco erbat und erhielt den Beistand seiner faschistischen Gesinnungsgenossen in Rom und Berlin. Mussolini half mit einer Milliarde Mark und 50 000 Soldaten. Hitler entschloß sich zur Unterstützung des artverwandten Caudillo auf den Rat seines Abwehrchefs Canaris hin, der als "Guillermo" in Spanien Erfahrungen sammelte und nützliche Kontakte für später knüpfte. 20 000 Deutsche kämpften in der Legion Condor.
Deutsche Ju-52 transportierten alsbald Francos Fremdenlegionäre aus Afrika nach Spanien. Ihnen folgten Waffen und später ein Korps -- die "Legion Condor", in der insgesamt etwa 20 000 Deutsche dienten und die 56 000 spanische Soldaten ausbildete. Herausragende Tat der Condor-Legionäre war das erste Terror-Bombardement der Kriegsgeschichte -- die Zerstörung der Basken-Stadt Guernica' der 1654 Zivilisten zum Opfer fielen und die Pablo Picasso zu seinem berühmtesten Gemälde inspirierte.
Franco gewann den Krieg und regierte Spanien fortan nach der Maxime: "Wir haben dieses Regime nicht auf ein paar scheinheilig gewonnenen Stimmen errichtet. Es wurde auf den Spitzen unserer Bajonette und mit dem Blut unserer Besten gegründet."
Zunächst vergoß er das Blut seiner Gegner. Gefangene Volksfront-Offiziere wurden fast ausnahmslos erschossen. Gnadengesuche' so befahl Franco, sollten ihm grundsätzlich erst nach vollstreckter Hinrichtung vorgelegt werden. Zwei Millionen Republik-Anhänger, denen die Flucht nicht gelungen war, verschwanden in KZs, wo Tausende von ihnen elend starben.
Das neue Spanien des Caudillo "von Gottes Gnaden", wie Franco sich selbst auf Peseta-Münzen feiern ließ, blieb, so der liberale spanische Historiker Salvador de Madariaga, "ein Militärstaat, der mit Teilen seines Volkes im Kriegszustand lebte".
Dafür war der durch Bürgerkrieg an die Macht gekommene Gottgesandte zu schlau, sich in einen äußeren Krieg hineinziehen zu lassen, der ihm die Macht wieder genommen hätte -- sehr zum arger seines Nothelfers Adolf Hitler.
1940 trafen sich der deutsche und der spanische Führer auf dem Bahnhof von Hendaye an der französisch-spanischen Grenze, Hitler mit dem festen Vorsatz, Franco auf der Seite der Achse in den Krieg zu zwingen. Er hatte bereits einen fertigen Plan, genannt "Operation Alarich", zur Eroberung des britischen Stützpunktes Gibraltar am Südzipfel Spaniens in der Tasche.
Doch Admiral Canaris' damals schon in Opposition zu Hitler, hatte Freund Franco Ratschläge gegeben, wie er das Ansinnen des Führers ablehnen könne. Franco ließ den Führer eine Stunde warten und bestand auf Unterbrechung der elfstündigen Gespräche, weil er seine Siesta halten müsse.
Eine Eroberung Gibraltars durch fremde Truppen sei mit dem spanischen Nationalstolz nicht vereinbar, wehrte der Generalissimus Hitlers Vorhaben ab. Aufs äußerste gereizt, fuhr Hitler ab, um sich "eher drei, vier Zähne ziehen zu lassen", als "noch einmal mit diesem kleinen, dicken Sergeanten" zusammenzutreffen. "In der preußischen Armee", so der Gefreite Hitler, "wäre Franco nicht einmal Unteroffizier geworden."
Immerhin dankte der Caudillo dem Führer für die "Legion Condor" mit der "División Azul", jener 47 000 Mann, die in der Blauen Division an der Seite der deutschen Wehrmacht n Rußland fochten und deren Hinterbliebenen die Bundesrepublik Deutschland bis heute Pensionen zahlt.
Offiziell aber blieb Franco neutral und deswegen auch an der Macht. Seinem Freund Canaris dankte er die Hilfestellung gegen Hitler später, indem er der Witwe des nach dem 20. Juli 1944 hingerichteten Widerstandskämpfers in Spanien Asyl und eine Rente gewährte.
Trotz allem brachte die Niederlage des Faschismus in Europa auch den Caudillo in Kalamitäten. 1945 stand Spanien vor aller Welt verlassen da -- mit guten Beziehungen nur noch zu den Gesinnungsgenossen Perón und Salazar.
Doch der starrsinnige Diktator überstand auch diese schwere Zeit -- denn in Spanien kommandierte er nach wie vor allein. Nicht nur in der absoluten Machtausübung war er Nachfolger der spanischen Könige -- er benahm sich auch wie sie. Franco hielt Hof im Prado, dem Palast der Monarchen. Bei religiösen Feiern bestand er darauf, unter dem Baldachin der Könige zu schreiten. Ausländische Diplomaten ließ er in der goldenen Staatskarosse der Königszeit zum Antrittsbesuch anrollen. Die größte Völkerwanderung aller Zeiten.
So blieb in Spanien alles beim alten und die Iberische Halbinsel eines der Armenhäuser Europas -- bis 1953. Dann entdeckten die Amerikaner Spaniens Wert. Sie sicherten sich Stützpunkte im Franco-Reich und bezahlten dafür: bis heute über zwei Milliarden Dollar an Hilfe und Krediten.
Danach begannen US-Firmen im großen Stil im iberischen Billiglohn-Land zu investieren. Ihnen folgten europäische Konzerne -- und die Touristen, die in Spanien alle ihre Wünsche erfüllt sahen: Sonne, niedrige Preise, Ruhe.
Bald überschwemmten Investoren mit Rang und Namen in der Welt der Börsen und Bilanzen das spanische Dorado: ITT und Westinghouse, Dow Chemical und DuPont, BASF und Hoechst, Fiat und Renault. Allein von 1960 bis 1972 investierten Ausländer zehn Milliarden Mark in Francos Wirtschaft.
Der Tauristenstrom schwoll auf die größte Völkerwanderung aller Zeiten an: mehr als 30 Millionen Ausländer machen jährlich in Spanien Ferien -- fast so viele, wie das Land Einwohner hat (34 Millionen). Ihre Milliarden, dazu die Überweisungen von 600 000 Spaniern, die als Gastarbeiter in Nordeuropa arbeiten, bescherten Spanien ein Wachstum von fast japanischen Ausmaßen.
Jeder 10. Spanier fährt ein Auto.
Vor 20 Jahren noch eines der ärmsten Länder des Kontinents, das gerade ein paar Apfelsinen, Oliven und Wein exportierte, ist Spanien heute die fünftgrößte Wirtschaftsnation Westeuropas mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von fast acht Prozent.
Heute kommen 70 Prozent der spanischen Exportgüter aus der Industrie. Von den Pyrenäen bis Gibraltar durchziehen moderne Autostraßen das Land, Wolkenkratzer und Stahlwerke, Raffinerien und Großwerften markieren das spanische Wirtschaftswunder.
Es bescherte den Spaniern einen völlig neuen Mittelstand, zu dem heute mindestens ein Drittel der Bevölkerung zu zählen ist (vor dem Bürgerkrieg waren es maximal zwei Millionen): Jeder 10. Spanier fährt heute ein Auto (noch 1960 war es nur jeder 100.). Die Zahl der Telephonanschlüsse verdreifachte sich in dieser Zeit. Der Fleischverbrauch stieg von 19 Kilo pro Kopf und Jahr auf 46 Kilo.
Der Aufschwung wurde begünstigt gerade durch jenen Faktor, den denkende Spanier für das Unglück des Landes halten: die erzwungene politische Friedhofsruhe.
Die Investoren fanden nicht nur billige, sondern auch willige Arbeiter vor, für die soziale Rechte ein Fremdwort war. "Fleiß, Gehorsam und Treue" seien, so der Jurist Juan Virgili Giménez 1969 in einem Arbeitsrechts-Kommentar, die wichtigsten Pflichten des iberischen Lohnempfängers. "Mangel an Respekt" vor dem Dienstherrn ziehe "legalen Lohnentzug nach sich".
Und so sollte es auch bleiben, dank den Ordnungsmächten des Regimes und des beginnenden Wohlstands. "Ein Volk, das einen angemessenen Lebensstandard hat, neigt nicht zum Extremismus", dozierte hoffnungsfroh Francos ehemaliger Planungsminister López Rodó.
Doch das war ein Irrtum. Gerade als Spaniens Werktätige ihre schlimmsten materiellen Sorgen los waren, begannen sie, sich mehr um Rechte und bürgerliche Freiheiten zu kümmern.
Zuerst unterhöhlten die Arbeiter das sogenannte vertikale Gewerkschaftssystem -- staatliche Einheitsgewerkschaften, an Weisungen der Regierung gebunden und von einem eigenen Gewerkschaftsminister überwacht. Bei einem Streik in der asturischen Mine La Camucha gründeten Arbeiter zum ersten Mal unabhängige "comisiones obreras" (Arbeiter-Kommissionen), die bald als feinmaschiges Netz das ganze Land überzogen. Sie halten enge Verbindungen zur Opposition -- vor allem zu den Kommunisten. Neuerdings gelingt es ihnen auch oft, Vertrauensleute in die sindicatos, die Staatsgewerkschaften, einzuschleusen.
Außerdem kümmern sich Spaniens Arbeiter längst nicht mehr um das Streikverbot. Allein im letzten Jahr kam es in den industriellen Ballungszentren des Nordens zu mehr als 2000 Ausständen. Ein Schritt vor, zwei zurück.
Nicht nur die Arbeiter rebellierten. Studentenrevolten erschütterten alljährlich die Universitäten, katholische Priester, vor allem der niedere Klerus, zählen längst nicht mehr zu den Stützen des Regimes, sondern zu seinen entschiedensten Gegnern. Und immer wieder muckten die unterdrückten Minderheiten im Norden, die Katalanen und die Basken, auf.
Auch Mittelstand und Intelligenz, Technokraten in Industrie und Politik suchten den Anschluß an das demokratische liberale Europa -- seit zwölf Jahren antichambriert Spanien bei der EG, seit noch längerer Zeit möchte es Nato-Mitglied werden.
Doch der Caudillo und seine Camarilla fürchten die Öffnung. Sie wollen lieber ihr "Tausendjähriges Reich" -- so der frühere Chef der Guardia Civil, Iniestá Cano, konservieren. Politisch spielt das Land seit Anfang der sechziger Jahre Springprozession: ein Schritt vor, zwei zurück.
Mitte der sechziger Jahre verkündete Franco eine "Ley Organica del Estado", eine Verfassungsreform, die dem Land einen Ministerpräsidenten, der Cortes, dem Scheinparlament, einige gewählte Abgeordnete bescherte. Doch "die Prise frischer Luft, die Franco damit nach Spanien hereinließ, wurde zum Sturm" ("New York Times"). Arbeiter, Studenten, Priester, Journalisten und Intellektuelle griffen nun nach der ganzen Freiheit.
Dagegen fiel dem Regime nur der Rückfall in die totale Repression ein. Im Januar 1969 verhängte Franco den Ausnahmezustand über das ganze Land. Guardia Civil und die Bereitschaftspolizei Policia Armada, wegen ihrer grauen Uniform "Gristapo" genannt, knüppelten jeden Widerstand nieder.
Als nächstes verordnete der Caudillo seinem Volk einen Nachfolger -- und das wurde im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts ein Monarch: der Sohn des legalen Thronprätendenten Juan von Bourbon (der war Franco zu liberal), Prinz Juan Carlos.
Doch den Prinzen wollte keiner. Den Demokraten erschien ein künftiger König absurd, den Falangisten der junge Prinz suspekt. Sie skandierten bei Demonstrationen: "Wir wollen keinen Idioten-König."
Das Karussell drehte sich immer schneller, je mehr der Diktator dahinzusiechen schien. Die Basken, ein Volkstamm im äußersten Norden Spaniens, dem Franco die von Spaniens Herren stets geschworene Autonomie geraubt hatte, eröffneten einen Partisanenkrieg gegen die Diktatur. Franco antwortete mit Todesurteilen. Die Basken rächten sich mit dem spektakulärsten Attentat seit dem Bürgerkrieg: Ende 1973 sprengten sie Francos Premier, den Admiral Carrero Blanco, einen seiner ältesten Kampfgefährten. samt seinem Auto in die Luft.
Sein Nachfolger, Arias Navarro, trat als angeblicher Reformer an, der, so ein spanischer Autor, "eine Entjungferung Spaniens, ohne Schmerz und Sünde, sozusagen unter Zuhilfenahme von Vaseline", vorhatte.
Doch der "Bunker" stoppte ihn, bevor er starten konnte. Schien bis dahin ein evolutionärer Übergang Spaniens zu einer Demokratie westeuropäischen Zuschnitts nach Franco möglich, so schlug nun die Reaktion voll zu.
Als erstes erzwang der Bunker die Entlassung eines Mannes, der ein spanischer Spínola hätte werden können: Generalstabschef Manuel Diez Alégria Gutiérrez hatte 1972 in einem Buch "Armee und Gesellschaft" so ketzerische Sätze geschrieben wie: "Das menschliche Leben läßt sich nicht auf seliges Beharren reduzieren, sondern ist dynamisch."
Das Beispiel der von den Spaniern stets als minderbemittelte Brüder verachteten Portugiesen spornte jedoch die Regime-Gegner zu neuen Taten an. Basken und Partisanen einer maoistischen Guerilla-Organisation begannen einen Kleinkrieg gegen die Polizei. Gemäßigte Oppositionelle von Technokraten bis Kommunisten arbeiteten auf eine friedliche Machtübernahme hin. In einer Kampagne unter dem Decknamen "La Operación" versuchten sogar Franco-Mitarbeiter den greisen Caudillo zum Rücktritt zu bewegen.
Doch der sah offenbar sein Lebenswerk bedroht und beschloß, an der Staatsspitze auszuharren bis zum Tod -- bestärkt von seinen "Bunker"-Genossen. Dazu gehört vor allem seine Familie, voran Francos Schwiegersohn, der Marquis von Villaverde, der, als Arzt wenig erfolgreich -- ihm mißglückte eine Herztransplantation
gern Politiker werden möchte und sich "als einziger männlicher Repräsentant der Franco-Linie" Hoffnungen macht.
Zum harten Kern des "Bunkers" zählt noch der Altfalangist José Antonio Girón, Präsident der Kriegsveteranen, mit einer Hausmacht von einer halben Million Mitgliedern. Als einer der größten Grundstücksspekulanten Spaniens hätte Girón bei einem Umsturz allerlei zu verlieren.
Der Anwalt Blas Pinar, von Franco persönlich ernanntes Mitglied des Nationalrats und der Cortes, gilt als eine Art Ideologe der Falange und erbittertster Feind jener "schurkischen Freiheit", die seiner Meinung nach alle Regime-Gegner anstreben.
Generalleutnant Iniesta Cano hält den "Bunker"-Chef Franco für "den größten Genius der Weltgeschichte".
Seines Geistes ist auch die einst von ihm geleitete Guardia Civil. Alle Polizisten des Regimes -- und in Spanien kommt auf 340 Einwohner ein Polizeibeamter (in Deutschland ein Polizist auf 500 Einwohner) -- sind auf das Feindbild der Diktatur eingeschworen: Wer gegen Franco und seine Ordnung ist, muß gejagt, notfalls vernichtet werden.
Den Polizisten ist das starre Regime noch zu weich. Ihnen mißfällt, daß vorletzte Woche nur fünf von elf wegen Polizistenmordes Verurteilte hingerichtet wurden, sie verlangten beim Begräbnis von drei erschossenen Polizisten letzten Donnerstag den Rücktritt des "weichen" Premiers Arias und gaben die Parole aus, Verdächtige sollten künftig gleich und ohne Urteil von der Polizei erschossen werden. "Auge um Auge, Zahn um Zahn".
Zur Erschießung der Verurteilten meldeten sich die Exekuteure freiwillig und schossen einen von ihnen -- Garcia Sanz -- in Raten in Stücke, so daß er nicht mehr identifiziert werden konnte und noch beim Begräbnis, nach Stunden, Blut aus dem Sarg quoll.
Besonders die lackbehüteten Männer der· Guardia Civil, denen der Dichter Garcia Lorca einst auch "Seelen aus Lack" zuschrieb und die in den spanischen Dörfern nach wie vor mit ihren Familien wie Aussätzige isoliert hinter hohen Kasernenmauern leben, schworen nach den letzten Polizisten-Morden biblische Rache: "Auge um Auge. Zahn um Zahn."
"Wir sind wieder zurückgekehrt zu den vierziger Jahren", verzweifelt ein Madrider Anwalt, und: "Dies ist ein Land der Verrückten."
Sicher ist: Je länger Franco lebt -- und bleibt -, desto geringer wird die Chance eines friedlichen Übergangs, desto sicherer schlittert Spanien in ein neues, blutiges Chaos. "Aus Angst vor dem Tod begeht Franco Selbstmord", urteilt ein Beobachter. Das Schlimme ist, daß er sein Land mitreißt.
Denn aufzuhalten ist die Flut gegen das Regime nicht mehr -- in einem Land mit Folterkellern und Tausenden von politischen Gefangenen, in dem jetzt auch poch die Wirtschaft bergab schlittert.
Die Situation gleicht der in Portugal vor zwei Jahren. Wie damals die Salazaristen, ziehen sich jetzt auch die von aller Welt verlassenen Franquisten trotzig auf ihre "stolze Einsamkeit" zurück. Wie in Lissabon der Premier Caetano, so trat in Madrid Regierungschef Arias als artgeblich gemäßigter Liberaler an -- und wurde von den rechten Ultras gestoppt.
Wie beim Nachbarn beginnen sich selbst die langjährigen Nutznießer des Regimes, die Reichen, vom System zu distanzieren. Kapitalisten investieren kaum noch, und angeblich knüpfen Banker schon Kontakte zur Opposition. Schon sah sich Arias veranlaßt, "mangelnde Unterstützung und Schweigen gewisser Personen oder Kreise" zu kritisieren, von denen die Regierung "eigentlich Unterstützung" bekommen müßte.
Schließlich setzen sich auch, wie einst in Portugal, die Beamten vom Regime ab. Obwohl sie alle freibekamen, nahmen letzten Mittwoch höchstens zehn Prozent der Madrider Beamten an der Franco-Kundgebung teil. Unter der Hand betonen die Staatsdiener den "notwendigen Wandel" -- und schon erzählen sich die Madrilenos, daß die KP bereits "Cartas de resistente" -- "Widerstands-Ausweise" in der Beamtenschaft verteile -- für die Zeit nach Franco.
Erst aber, darüber sind sich die meisten Spanier einig, muß der Greis im Pardo-Palast sterben -- möglichst bald, bevor er das Land in eine neue Katastrophe reißen kann.

DER SPIEGEL 41/1975
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Franco: „Eingegraben zum letzten Gefecht“