26.05.1975

Schmerzmittel unter Krebsverdacht

Kopfschmerz-, Rheuma- und Grippemittel können bei Tieren, die zugleich mit nitrithaltigem Fleisch gefüttert werden, Krebs erzeugen: Nitrit, das im Fleisch giftige Keime abtöten und zugleich dessen Grauwerden verhindern soll, verbindet sich dabei mit dem Wirkstoff Aminophenazon (der in vielen Schmerzmitteln wie etwa Pyramidon oder Gentamidon enthalten ist) und bildet sogenannte Nitrosamine, die "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch beim Menschen kanzerogen wirken" -- so Dr. Gerhard Eisenbrand vom Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg. Als "Beitrag zur Arzneimittelsicherheit" gab nun das Bundesgesundheitsamt in West-Berlin eine "Empfehlung" an die Pharma-Industrie, aminophenazonhaltige Präparate zukünftig mit Ascorbinsäure (Vitamin C) anzureichern, weil dieses die Nitrosaminbildung im Magen verhindern könne. Krebsforscher Eisenbrand freilich hält noch andere Arzneimittel, deren Wirkstoffe mit Nitrit zusammenkommen können, für krebsverdächtig: Wurm-Mittel und bestimmte Antibiotika wie etwa Terramycin.

DER SPIEGEL 22/1975
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