21.04.1975

Indochina: Peking übernimmt das ErbeSieger Khieu Samphan

Die CIA hielt ihn jahrelang für ein Double, Radio Peking hatte im Detail seine Ermordung gemeldet -- wider besseres Wissen. Denn Sihanouks Handelsminister war 1967 dein Hinrichtungsbefehl des Prinzen entgangen: Ein Arzt versteckte ihn und brachte ihn nachts in die Chinesische Botschaft. In einem großen Ölkrug fuhr der zierliche Intellektuelle auf einem Laster zum Hafen Kompong Sam, wo der Krug samt Inhalt nach Schanghai verladen wurde. Sihanouk verdächtigte den Marxisten (der als Minister mit dem Fahrrad fuhr, dessen Mutter weiterhin mit gebackenen Bananen handelte), in der Reiskammer Bazambang Bauernrevolten angezettelt zu haben. Samphan gab nicht die Signale, wohl aber die Argumente zur Revolution. Den in Paris promovierten Nationalökonom unterschätzte Kissinger. Zweimal lehnte er ab, sich in Paris mit dem Khmer-Führer zu treffen. Sieger Samphan bleibt dabei: "Wir sind für gute Kontakte zu Amerika."

DER SPIEGEL 17/1975
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 17/1975
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

Indochina: Peking übernimmt das Erbe:
Sieger Khieu Samphan

  • Folgen des Brexit: Wie die Eliteuni Cambridge jetzt schon leidet
  • Viktoriafälle in Simbabwe und Sambia: "Es ist die längste Trockenzeit, die wir jemals hatten"
  • 73-jährige rennt von England bis Nepal: 10.000 Kilometer - allein und zu Fuß
  • Demokratiebewegung: Zehntausende gehen in Hongkong auf die Straße