21.04.1975

Film: Streit um Kriegsverbrechen

Der französische Regisseur Marcel Ophüls, berühmt geworden durch seine TV-Chronik "Das Haus nebenan" über Franzosen während der Nazi-Okkupation, hat eine mehrstündige Dokumentation über Kriegsverbrechen von Auschwitz bis My Lai gedreht: "Erinnerung an die Gerechtigkeit". Der von der BBC in Auftrag gegebene Film, der auch im deutschen Fernsehen laufen soll, basiert auf dem Buch "Von Nürnberg nach Vietnam" des US-Anklägers bei den Nürnberger Prozessen Telford Taylor. Da der Film länger als geplant geraten ist und Ophüls "viel zuviel Gewicht auf die deutschen Verbrechen" gelegt habe, ist es zwischen ihm und dem Londoner Produzenten David Puttnam zum Streit gekommen. Ophüls verweigert eine filmische Gleichsetzung von deutschen und amerikanischen Kriegsverbrechen das sei nichts als "radical chic". In dem Film äußern sich über das Dritte Reich unter anderen Speer, Dönitz, Yehudi Menuhin. Eugen Kogon, Beate Klarsfeld und (von der BBC als unzüchtig monierte) Hamburger Bürger in der Sauna.

DER SPIEGEL 17/1975
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