„Ein solches Buch wird nicht geklaut“

Bei der Pariser „YMCA-Press“ hat Alexander Solschenizyn die Studie eines russischen Literaturwissenschaftlers „D“ veröffentlicht, in der nachgewiesen werden soll, daß Sowjet-Autor Michail Scholochow seinen Roman „Der stille Don“ nicht allein geschrieben habe. Als wahrer Urheber des Werks, für das Scholochow 1965 den Nobelpreis erhielt, wird ein im Bürgerkrieg umgekommener Schriftsteller namens Fjodor D. Krjukow, Sohn eines Kosakenoffiziers, namhaft gemacht. Scholochow hat darauf bisher öffentlich nicht reagiert. Als erster prominenter Sowjet-Literat äußerte sich jetzt, in einem Interview mit SPIEGEL-Korrespondent Norbert Kuchinke in Moskau, der Romancier und Dramatiker Konstantin Simonow, 59 (Tage und Nächte), zu der Affäre.

DER SPIEGEL 49/1974

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