Maos Lob von der Kanzel

Das Landeskirchenamt in Kiel hat gegen die Hamburger Pastorin Edda Groth, 35, ein „Amtszuchtverfahren“ eingeleitet, das, äußerstenfalls, zur Entlassung aus dem Dienst führen kann. Die Seelsorgerin der Hamburger Randgemeinde Bramfeld, die durch eine von Gemeindemitgliedern gebildete Initiativgruppe unterstützt wird (Flugblatt: „Edda Groth muß bleiben), hatte sich in einem Offenen Brief an ihren Vorgesetzten Probst Helmer-Christoph Lehmann „mit Zielen und Methoden bestimmterkommunistischer Gruppen identifiziert“ (Kirchenleitung) sowie die Auffassung vertreten, daß die „Arbeiterklasse ihre Befreiung mit Waffengewalt erkämpfen“ müsse. Überdies habe die Pastorin, die hauptsächlich mit dem „Kommunistischen Bund Westdeutschland“ zusammenarbeitet, vor Konfirmanden von der Kanzel herab „die Verdienste Maos für die Menschheit“ gewürdigt. Auszug aus dem Offenen Brief:

DER SPIEGEL 28/1974

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