08.04.1974

Revue: Kerle mit Strapsen

London kennt sie, Paris bat sie, nun tänzelt und tuntelt sie auch in Deutschland heran: die Transvestiten-Revue. In der Discothek "Grünspan" auf Hamburgs Großer Freiheit schmeißen grellgeschminkte Kerle in Strapsen die Beine und grapschen sich an den Gummibusen -- freilich aus Jux und für die Kunst. Mit Schauspielschülern und interessierten Laien hat Moritz Boerner, 28, Regieassistent am Hamburger Schauspielhaus, ein amerikanisches Underground-Stück inszeniert: "Gorilla Queen", ein derb-verwegenes Charivari über Zelluloid-Mythen von König Kong bis Paulette Goddard, verfaßt von Warhols Drehbuchschreiber Ronald Tavel. Die von der Stadt Hamburg mit 5000 Mark subventionierte "Freie Gruppe" will als nächstes den "Glöckner von Notre Dame" darbieten und ein "Kontrastprogramm zu St. Pauli" sein. Schönster Kontrast: Anders als in den Homo-Strips der Reeperbahn legt ein Gewalt-Strip der "Gorilla Queen" ein schnuckeliges Mädchen bloß.

DER SPIEGEL 15/1974
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