16.04.1958

NEU IN DEUTSCHLANDNasser Asphalt (Deutschland).

Die im Jahre 1951 frei erfundene, aber folgenreiche Nachricht von der Auffindung eines überlebenden deutschen Soldaten, der, mit fünf anderen Landsern nach Kriegsende sechs Jahre lang in einem Gdingener Lebensmittelbunker eingeschlossen war, ist der Ausgangspunkt dieses Films (SPIEGEL 5/1958). Die hundertfach nachgedruckte Falschmeldung schien dem nach zeitnahen Stoffen fahndenden Berliner Film-Produzenten Wenzel Lüdecke ("Die Halbstarken") geeignet zu sein, die fahrlässige und gemeingefährliche Irreführung urteilsloser Massen durch die um jeden Preis auf Sensation erpichte Boulevardpresse zu demonstrieren. Das Ergebnis ist jedoch kaum mehr als eine mühsame und fadenscheinig konstruierte, Reportage über einen atypischen Fall. Auch die überlegene Bühnenroutine Martin Helds, der den großspurigen Nachrichten-Jobber spielt, und der Eifer Horst Buchholzens, der einem findigen Nachwuchs-Reporter moralischen Scharfsinn zu leihen hat, konnten dem lahmen Werk des aus Hollywood remigrierten Regisseurs Frank Wisbar ("Haie und kleine Fische") nicht aufhelfen. Die Österreicherin Maria Perschy, die neue Buchholz-Partnerin, entsprach der Blässe ihrer Rolle. (Inter West.)

DER SPIEGEL 16/1958
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 16/1958
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

NEU IN DEUTSCHLAND:
Nasser Asphalt (Deutschland).

  • Trump attackiert eigene Partei: "Die Republikaner müssen härter werden"
  • Konzernchef aus Schweden: "Ich habe einen Chip in meiner linken Hand"
  • Johnson droht Parlament: "Dann muss es Neuwahlen geben"
  • Dänemark: Leuchtturm wird verschoben