12.09.2005

POLENBittere Bilanz

Gerade ist der 25. Geburtstag der ersten freien Gewerkschaft im einstigen Ostblock mit großen Worten und aufwendigen Feiern in Gdansk angemessen gewürdigt worden, da soll sich ein Teil von Solidarnosc schon wieder auf dem Weg in den Untergrund befinden. Überall im Lande bilden sich offenbar neue Gewerkschaftszellen, die ihre Existenz lieber verschweigen. Denn wie die kommunistischen Machthaber während der Wende mögen auch Polens junge Kapitalisten keine organisierten Arbeiter. "Viele Arbeitgeber schikanieren Gewerkschafter, verlängern Arbeitsverträge nicht oder entlassen sie aus fadenscheinigen Gründen. Dem müssen wir uns entgegenstemmen", sagt Waldemar Dubinski, Vizechef der Gewerkschaft in der Woiwodschaft Mazowsze. Bei einer Arbeitslosenquote von knapp 19 Prozent fällt es den neuen Wirtschaftsbossen leicht, Arbeitnehmerrechte zu ignorieren. "Einige tausend" Solidarnosc-Aktivisten sollen laut Dubinski bereits im Verborgenen operieren. Sie beraten Arbeitnehmer bei Kündigungen, werben Sympathisanten und bauen konspirativ ihre Gewerkschaftsorganisationen auf.

DER SPIEGEL 37/2005
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