„Kriminalbeamte ließen sich täuschen“

Seit Montag vergangener Woche verhandelt das Duisburger Schwurgericht gegen den 45jährigen Chemiefacharbeiter Karl-Heinz Girod und seine Ehefrau Brunhilde wegen gemeinschaftlicher Polizisten-Morde. Mit 40 Zeugen und neun Sachverständigen will das Gericht den Hergang eines Massakers aufhellen, das sich vor anderthalb Jahren in Oberhausen zutrug. Damals hatten sich die Girods mit fünf Kindern in ihrer Wohnung verbarrikadiert und in einem halbtägigen Feuergefecht drei Polizisten getötet und zwei verletzt -- mit eben jenem knappen Dutzend Waffen, die aus der Wohnung abgeholt werden sollten. Das Blutbad aber wäre vermutlich vermeidbar gewesen, wenn sich die Polizisten gegenüber dem Waffennarren, der ihnen als Psychopath bekannt war, taktisch richtig verhalten hätten. Der plumpe Polizeieinsatz gilt mittlerweile als Lehrbeispiel für Fehlverhalten. Ein geheimer Untersuchungsbericht des NRW-Innenministers offenbart:

DER SPIEGEL 8/1974

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