17.12.1973

Hohe US-Forderungen

In der Nato streiten sich Europäer und Amerikaner um Milliardenbeträge. Nachdem die Verteidigungsminister der Allianz bei ihrer Winter-Sitzung in Brüssel keine Einigungsformel für den Devisenausgleich finden konnten, stehen nun monatelange harte Verhandlungen bevor. Mit dem Devisenausgleich sollen den USA die Devisenverluste ersetzt werden, die sie durch die Stationierung ihrer Truppen, in Europa erleiden. Washington bezifferte die Ausgaben in Fremdwährungen überraschend auf 2,9 Milliarden Dollar. Bonn ist bereit, den Löwenanteil zu bezahlen, besteht aber auf der Beteiligung anderer europäischer Länder mit US-Garnisonen. Allerdings: Alle Europäer sind der Meinung, daß die US-Forderung um 600 Millionen bis 1,4 Milliarden Dollar zu hoch liegt. Ein Bonner Experte: "Die Amis wollen plötzlich Beträge sehen, die zahlt keine Regierungskasse hier, da wird Offenbarungseid geleistet."

DER SPIEGEL 51/1973
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