17.12.1973

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Der Höhepunkt der weichen Welle scheint erreicht: Der Handel meldet Spitzenumsätze mit sogenannten Kuscheltieren aus Stoff, Fell und Plüsch. Zeitig zum Weihnachtsgeschäft sind da auch etliche Hersteller, die bislang vorwiegend konventionell steife Teddybären und Babypuppen produzierten, weich geworden: so Traditionsmarken wie Steiff und Käthe Kruse. Die neuen Bestseller der Geschenksaison sind, neben den Grotesktieren von Hegi (ab 18 Mark), die weichen Katzen von Käthe Kruse (ab 29 Mark), die Pumas der französischen Firma Anima (ab 85 Mark) und schließlich ein fast lebensgroßer Knautsch-Esel von Sigikid (Richtpreis: 299,60 Mark).
Für ungeduldige Bastler, die ohne die Kosten und Mühen des herkömmlichen Modellbaus schnell zu einem Resultat kommen wollen, hat Carrera ein erstes, relativ billiges Flugzeug mit Elektro-Antrieb entwickelt. Der Akku des Motors wird an einem Batterie-Kasten aufgetankt; die Flugdauer ist durch die Ladezeiten zu variieren. Die Konstruktion des gut funktionierenden "Planet", der rund zwei Minuten in der Luft bleiben kann, ist stabil genug, um auch härtere Landungen ohne Bruch zu überstehen. (Hersteller: Carrera. 851 Fürth: Richtpreis: 49 Mark.)
Für passionierte Gambler, die alle handelsüblichen Glücks- und Schacherspiele schon hinter sich haben, kommt aus den USA eben noch rechtzeitig zum Fest "Back Gammon" auf den deutschen Geschenkemarkt Das Zwei-Personen-Brettspiel aus dem 16. Jahrhundert, schnell zum Lieblingszeitvertreib des internationalen Jet-set avanciert. wird prestigebetont in Form eines ledernen Diplomatenkoffers angeboten, auf dessen korkgepolsterten Innenflächen leicht ein kleines Vermögen verwürfelt werden kann. (Vertrieb: Harry's, München; Preis: 250 Mark.)
Für ehrgeizige Tonbandfreunde, die sich am Urübel der Magnetton-Aufzeichnung "stören, dem Grundrauschen, das -- insbesondere an Pianissimo-Stellen -- von Spule wie Kassette erklingt, die jedoch die kostspielige Aufrüstung ihrer Anlage mit einem teuren und nicht ganz einfach zu handhaben den Dolby-(Rauschunterdrückungs-)System scheuen, bietet Philips ein kleines, aber wirksames Zubehör: den "Dynamic Noise Limiter" (DNL). Der Apparat, der im Gegensatz zu Dolby nur die Wiedergabe beeinflußt, wird zwischen Tonbandgerät (aber auch Plattenspieler, Tuner) und Verstärker gestöpselt, einmal eingeregelt und verbessert dann deutlich den Rauschabstand, ohne die Tonqualität hörbar zu vermindern. (Hersteller: Philips; Richtpreis: 98 Mark.) Für Telephon-Benutzer, die sich häufig über besetzte Leitungen erregen, ist ein neuer "Telephon-Computer" gedacht. Dem "DFG-motronic" wird die gewünschte Rufnummer eingetastet (die Wählscheibe wird überflüssig) und von ihm auf Knopfdruck so lange gewählt, bis die Verbindung hergestellt ist. Für Standardverbindungen kann das Gerät mit entsprechend programmierten Karteikärtchen gefüttert werden; es wählt die eingegebene Nummer sehr viel rascher, als das von Hand möglich ist. Der Zusatz, der auch an Nebenstellen arbeitet, dient zugleich als Lauthöreinrichtung. (Hersteller: Deutsche Fernsprecher Gesellschaft, Marburg: Richtpreis: 1482,45 Mark.)

DER SPIEGEL 51/1973
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