12.11.1973

DIESE WOCHE IM FERNSEHEN

Montag, 12. 11.
19.30 Uhr. ZDF. Schwarze Guerilla
Gunter Péus, ZDF-Korrespondent in Nairobi, begleitete eine Einheit von Frelimo-Partisanen bei einer Inspektionstour durch den Dschungel von Mocambique.
20.15 Uhr. ARD. Monitor
Leitung: Klaus Bresser. Geplant ist ein Beitrag über die Polemik von CDU-Unternehmern gegen Katzers Mitbestimmungsmodell. Außerdem Reportagen über die CDU-Schülerunion und über das seltsame Geschäft eines ehemaligen Textilfabrikanten, der pleitebedrohte Betriebe vor Gläubigern abschirmt. Im "Kreuzfeuer": Wirtschaftsminister Friderichs.
20.15 Uhr. ZDF. Kinder, Kinder
Erste Ausgabe eines neuen Erziehungsmagazins. in dem künftig sechsmal pro Jahr "verunsicherten Eltern Pädagogik-Tips" gegeben werden sollen.
21.00 Uhr. Nord III. Ich bin einem Mädchen begegnet
Ein Beispiel für "das bei uns fast unbekannte Gebrauchs-Theater der DDR" wird vom NDR vorgestellt: Rainer Kerndls Dialogstück um einen "sozialistischen Autor" und eine junge Betriebselektrikerin" die von Kollegen nicht bloß als "polytechnisches Dreckputtelchen" betrachtet werden will. Anschließend diskutieren Kerndl, Kritiker-Star beim "Neuen Deutschland", und Hubert Ziller, Chefdramaturg des Ost-Berliner Henschelverlages, mit westdeutschen Rezensenten.
21.15 Uhr. ZDF. Gestohlener Sonntag Französisches Fernsehspiel um einen Rotationsmechaniker" der durch seine inhumane Umwelt Stress am Arbeitsplatz und helihörige Wohnsilos -- aus der Bahn geworfen wird.
21.45 Uhr. ARD. Es gibt Tage, da fühle ich mich nutzlos
Die Münchner TV-Mitarbeiterin Wilma Kottusch untersucht, "was Frauen bewegt. ins Berufsleben zurückzukehren".
22.50 Uhr. ARD. Erinnerungen an eine Reise
25 Jahre nach der Flucht aus Litauen kehrte Jonas Mekas. New Yorks prominenter Underground-Filmer" mit seinem Bruder in die Heimat zurück. Das Wiedersehen mit seiner Familie sowie Abstecher nach Wien und Hamburg (wo er nach Kriegsende als "displaced person" interniert war). hat Mekas (Photo) zu einem poetischen Tagebuch verfilmt, das Filmjournalist Alfred Nemeczek kommentiert.
Dienstag, 13. 11.
19.30 Uhr. ZDF. Neues vom Hexer (sw)
Zweite von Alfred Vohrers hausbackenen Wallace-Verfilmungen (1965, mit Heinz Drache), dessen "Zinker" (2. Oktober) mit 28,5 Millionen Zuschauern beliebtester ZDF-Film des Jahres war.
21.00 Uhr. ARD, Bös, bös, Jo-Jo! Skurriles TV-Spiel des amerikanischen Schriftstellers James Leo Herlihy über einen geschäftstüchtigen US-Autor (Hannes Messemer), der sich eines Tages zwei Monster-Figuren seiner Horror-Geschichten konfrontiert sieht.
21.00 Uhr. Nord III. Paul Wunderlich Porträt des Hamburger Malers und Graphikers mondän-makabrer Erotik.
21.15 Uhr. ZDF. Blickpunkt
Die Sendung beschäftigt sich mit Funktion und Methoden von Bürgerinitiativen und "ihrem gezielten Mißbrauch beispielsweise durch DKP-Funktionäre~. Dazu nehmen die Oberbürgermeister von Frankfurt und München sowie Soziologen Stellung. Leitung: Florian Höner.
21.45 Uhr. ARD. Arbeiter und Parteien
Bundesdeutsche Arbeiter, so haben die Münchner Fernseh-Journalisten Lucas Maria Böhmer und Eckard Garczyk bei Interviews mit rund 300 Werktätigen herausgefunden, "sind trotz der wilden Streiks erstaunlich wenig politisiert". Der Report will außerdem demonstrieren, "daß sich die Basis-Arbeit der DKP vor allem in Großbetrieben allmählich bezahlt macht".
Mittwoch, 14. 11.
11.45 Uhr. ARD und ZDF. Die Hochzeit der Prinzessin Anne
Für diese zweistündige Live-Übertragung aus der Westminster Abbey erwartet die BBC 450 Millionen Zuschauer. Eine Aufzeichnung bringt das ZDF gegen 17.45 Uhr, die ARD um 11.30 Uhr ein Interview mit dem Brautpaar.
20.15 Uhr. ARD. Kompaß
Moderator: Ulrich Kienzle. Wenige Stunden nach der "größten Fernseh-Hochzeit aller Zeiten" werden in dem ARD-Auslandsmagazin britische Monarchie-Gegner interviewt. Ferner ein Nahost- Beitrag von Gerhard Konzelmann ("Gewinnt Sadat den Polit-Poker?") und ein Bericht über den Polizei-Einsatz gegen eine maoistische Stockholmer Zeitung, die Interna über Schwedens Geheimdienst veröffentlicht hatte.
20.15 Uhr. ZDF Magazin
20.15 Uhr. Hessen III. Das Pfandhaus (sw)
Chaplin-Stummfiim von 1916.
20.15 Uhr. Südwest III. Der Schlachter
Claude Chabrols Spielfilm (1970) über die "Verwesung fundamentaler Werte" im "moribunden Bürgertum".
20.15 Uhr. Bayern III. Die 27. Etage (sw)
Amerikanischer Psycho-Krimi (1964) von Edward Dmytryk mit Gregory Peck.
20.40 Uhr. Hessen III. Nachtasyl (sw) Gorki-Verfilmung des Japaners Akira Kurosawa, der durch "Rashomon berühmt wurde.
21.00 Uhr. ARD. Fußball-Länderspiel: Schottland -- Bundesrepublik Eurovisionssendung aus Glasgow.
21.15 Uhr. ZDF. Bericht vom FDP-Parteitag in Wiesbaden
Interviews, Kommentare, Analysen.
21.30 Uhr. ZDF. Der Qualtinger In dieser "Einkreisung eines dicken Mannes" soll "die Aggression und Lust an Selbstzerstörung" des österreichischen Schauspielers und Satirikers "kultursoziologisch reflektiert werden".
22.05 Uhr. West III. Pornos made in USA
Filmbericht über das Mafia-verdächtige Geschäft mit den "harten" Pornos, die derzeit zu den beliebtesten Kino-Vergnügen der New Yorker Kultur-Schickeria gehören (siehe Seite 209).
Donnerstag, 15. 11.
16.20 Uhr. ARD. Liebe zählt die Jahre nicht
75 Prozent der US-Bürger über 70, so behaupten amerikanische Wissenschaftler, haben noch Lust auf Sex; 50 Prozent sind angeblich "im Bett noch aktiv". Um "die Alters-Erotik auch bei uns zu enttabuisieren", hat der Berliner Journalist Wolfgang Stiebler Bundesbürger zwischen 54 und 93 Jahren über Sex und Liebe befragt.
20.15 Uhr. ARD. Pro und Contra
Streitgespräch zwischen Erich Frister (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) und Enno von Loewenstern ("Die Welt") über die von Lehrern empfohlene Einführung der "gemäßigten Kleinschreibung". Eingeladen wurden außerdem der Hamburger Schulsenator Apel, der Vorsitzende des Buchhandel-Börsenvereins Klett und der Schriftsteller Rolf Hochhuth. Leitung: Emil Obermann.
20.15 Uhr. West III. Der schlafende Tiger (sw)
Mit Joseph Loseys selten gezeigtem Film von 1954 beginnt eine fünfteilige Werkschau des Hollywood-Regisseurs.
21.05 Uhr. Hessen III. Jesse James -- Mann ohne Gesetz
Parade-Western (1939) von Henry King mit Tyrone Power und Henry Fonda.
21.15 Uhr. ZDF. Kontrovers: Zerreißprobe für die Allianz?
Studiogespräche und Politiker-Interviews zu Nahost und zur Energiekrise. Leitung: Karl Heinz Schwab.
21.45 Uhr. ARD. Titel, Thesen, Temperamente
Leitung: Kurt Zimmermann. Filmberichte über die Alternativ-Vorschläge der Bildungskommission zum Hochschulstudium und über die Eröffnung der Münchner Autoren-Buchhandlung (siehe auch Seite 208). Außerdem ein Interview mit Johannes Schaaf zu seinem neuen Film "Traumstadt".
22.00 Uhr. ZDF. Impulse
Moderator: Klaus Meynersen. in Filmbeiträgen, Interviews und Diskussionen soll noch einmal auf die neuralgischen Punkte der reformbedürftigen Lehrerausbildung hingewiesen werden. Das Magazin plädiert dabei für eine obligatorische Weiterbildung während der Ferien.
Freitag, 16. 11.
20.15 Uhr. ARD. Was der Himmel erlaubt
Dritter Spielfilm (1955) aus der Douglas-Sirk-Retrospektive. Der von Cinéasten neuerdings geschätzte Trivial-Regisseur schildert simpel und gefühlvoll die Liaison zwischen einer reichen Witwe (Jane Wyman, Photo) und einem Jung-Gärtner (Rock Hudson). Sirk-Fan Fassbinder: "Da bricht man schlicht zusammen."
20.15 Uhr. West III. COL-Collektivkunst
Die Schweizer Malergruppe COL demonstriert, wie sie "interessierte Gruppen zu Kreativität und künstlerischen Aktionen anregen" will. Anschließend Studio-Diskussion unter Leitung von Fritz 1. Raddatz.
21.30 Uhr. ZDF. Die Toten bleiben jung (sw)
Für die Verfilmung von Anna Seghers' deutscher Chronik von 1918 bis 1945, in Ost-Berlin 1968 zum 50. Jahrestag der deutschen November-Revolution uraufgeführt, bekam Defa-Regisseur Joachim Kunert wenig offiziellen Applaus. DDR-Kritiker bemängelten, daß sich Kunert nicht auf die Darstellung "der Vertreter der proletarischen Linie konzentriert" und zu ausführlich "die verschiedenen Wohn- und Hotelräume der Bourgeoisie" gezeigt habe.
22.00 Uhr. Bayern III. In der Klemme (sw)
Gangsterfilm (1947) von US-Regisseur Anthony Mann.
Samstag, 17. 11.
20.15 Uhr. ZDF. Vater ist nicht verheiratet
Die US-Komödie (1961, mit Glenn Ford) von Vincente Minnelli markiert den Abstieg des erfolgreichsten Musical-Regisseurs der 50er Jahre.
21.00 Uhr. West III. Gebrochene Blüten (sw)
Eine "Tränengeschichte" nannte der amerikanische Filmpionier D. W. Griffith seinen Stummfilm (1919), eine melancholische Liebesaffäre zwischen einem buddhistischen Mönch und "einem armen weißen Mädchen". 21.15 Uhr. Nord III. Das Glück (sw) Der jahrzehntelang verschollene Stummfilm (1935) von Alexander Medwedkin, ein grotesk-satirisches Volksmärchen um einen habsüchtigen armen Kolchos-Bauern, gehört zu den eigenwilligsten der russischen Filmgeschichte. Eisenstein über das Werk, das in einer von Medwedkin autorisierten Ton-Fassung wiederholt wird: "Heute habe ich gesehen, wie ein Bolschewik lacht."
22.05 Uhr. ARD. Sacramento Erstlingsfilm (1961) des amerikanischen Regisseurs Sam Peckinpah ("Pat Garrett jagt Billy the Kid"), ein wehmütigironischer Nachruf auf den Western und seine Helden: Ein kurzsichtiger Sheriff und ein abgetakelter Revolverheld brechen zu ihrem letzten Abenteuer in eine Goldgräberstadt auf.
23.30 Uhr. ZDF. Schwergewichtskampf der Berufsboxer: Ron Lyle (USA) -- Gregori Peralta (Argentinien)
Aufzeichnung aus der Frankfurter Festhalle.
Sonntag, 10. 11.
21.15 Uhr. ZDF. Ohne Hymne geht es nicht
Der Erlanger Historiker Heilmut Diwald analysiert "das ungebrochene Verhältnis der Franzosen, Amerikaner und der sozialistischen Staaten zu politischen Symbolen".
21.35 Uhr. ARD. Die Nackten und die Toten
Als "Hollywoods späte Rache an Norman Mailer" wurde diese vordergründige Verfilmung (1958) des Kriegsromans empfunden, dessen militär- und sozialkritische Tendenz Regie-Routinier Raoul Walsh "in geradezu unanständiger Weise" verfälscht habe.

DER SPIEGEL 46/1973
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