26.09.2005

26. September 2005 Betr.: Abu Ghureib

An Häuserwänden und Moscheen hängt, vielerorts im Irak, ein Bild, das im Frühjahr 2004 um die Welt ging: Verkabelt, mit ausgebreiteten Armen steht ein Mann auf einer Kiste, sein Kopf ist von einem Sandsack wie mit einer Kapuze verhüllt. Es entstand im berüchtigten Gefängnis von Abu Ghureib nahe Bagdad, und es wurde für viele Iraker zu einem Symbol für die amerikanische Besatzungspolitik. US-Soldaten hatten zudem nackte Häftlinge zu Menschenhaufen getürmt und sexuell gedemütigt - und sich grinsend mit ihren Opfern fotografiert. SPIEGEL-Mitarbeiter Marian Blasberg, 30, spürte in der jordanischen Hauptstadt Amman den "Kapuzenmann" auf: Hadschi Ali, 47, der Häftling 151716, sei, so Blasberg, "ein gebrochener Mann, der nicht versteht, wie Menschen anderen Menschen so etwas antun können". Anita Blasberg, 28, traf in Newark im US-Bundesstaat New Jersey einen der Täter. Der ehemalige Militärpolizist Javal Davis, 27, will ein Buch schreiben und die Iraker darin "um Vergebung bitten" (Seite 98).

DER SPIEGEL 39/2005
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