26.09.2005

TERRORABWEHRTeure Projekte

Rund 15 Millionen Euro will die EU-Kommission für Forschungsprojekte zur Terrorismusbekämpfung ausgeben. Pikant dabei: Die Kommission lässt sich bei der Auswahl von Vertretern diverser Firmen beraten, die später Nutznießer des Geldsegens werden könnten, darunter ist der französisch-deutsche Rüstungskonzern EADS. So möchte EADS die Federführung für eine Studie (Kürzel: "Palma") zum Schutz ziviler Passagierjets gegen Raketen wie die amerikanische "Stinger" übernehmen. Diese tragbare Waffe steuert per Wärmesuchkopf den heißen Abgasstrahl von Flugzeugtriebwerken an. Während der sowjetischen Besetzung Afghanistans in den achtziger Jahren hatten die USA Hunderte "Stinger" an die Taliban geliefert - und so die weltweite Verbreitung der Waffen bei Terroristen gefördert. Ob die "Palma"-Studie der EADS wirklich nötig ist, kann bezweifelt werden. Für Militärflugzeuge - etwa Transporter der Typen Transall oder Hercules - gibt es bereits Schutzsysteme, die Raketen etwa mit Hitzefackeln ablenken. Zudem bietet EADS gemeinsam mit einer Lufthansa-Tochter längst Schutzausrüstung für VIP-Passagierjets und Regierungsmaschinen an. In den USA sind ebenfalls Abwehrprojekte im Gang. Sogar die Nato hat schon Untersuchungen angestellt - unter Beteiligung des Bundesverbands der Deutschen Industrie, dem auch EADS angehört.

DER SPIEGEL 39/2005
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