26.09.2005

EHRUNGENPeinliche Nominierung

Sylvia Bretschneider, Präsidentin des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern, hat einen ehemaligen Inoffiziellen Mitarbeiter (IM) des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR für den "Bürgerpreis zur deutschen Einheit" vorgeschlagen. Die mit insgesamt 40 000 Euro dotierte Auszeichnung wird von der Bundeszentrale für politische Bildung vergeben. Geehrt werden sollen Personen, die "einen engagierten Beitrag zur Gestaltung der inneren Einheit leisten". Davon aber kann bei dem Neubrandenburger Fotografen Bernd Lasdin kaum die Rede sein - trotz vielbeachteter Langzeit-Foto-Dokumentationen wie "Westzeit-Story". Denn Lasdin bespitzelte als IM "Klaus Träger" von 1974 an für die Stasi Kollegen, Bekannte und Freunde. So meldete er seinem Führungsoffizier, dass eine Bekannte "nicht abgeneigt sei", für "Geschenke" mit Männern "zu schlafen", einem Kollegen attestierte er "eine kleine Schwäche für die Pornografie". Auf SPIEGEL-Anfrage erklärte Bretschneider, ihr sei Lasdins IM-Tätigkeit "nicht bekannt" gewesen. Lasdin hingegen gab an, seine Stasi-Kontakte bereits im Frühjahr öffentlich eingeräumt zu haben.

DER SPIEGEL 39/2005
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