26.09.2005

Was war da los, Herr Maruge?

Der kenianische Grundschüler Kimani Nganga Maruge, 85, über seine Reise nach New York
"Ich komme aus einem kleinen Dorf im Westen Kenias, gerade war ich eingeladen zum Uno-Gipfeltreffen in New York. Dort habe ich dafür geworben, dass weltweit alle Menschen kostenlose Bildung bekommen. Im Gepäck hatte ich 100 000 von Kindern gebastelte Papierpuppen, die habe ich den Staats- und Regierungschefs übergeben. Ich weiß, wovon ich rede. Ich selbst bekam erst die Chance, Lesen und Schreiben zu lernen, als in Kenia die Schulgebühren abgeschafft wurden. Das war vor zwei Jahren - ein Foto von mir in Schuluniform machte mich bekannt. Als ich jetzt im Flugzeug saß, dachte ich, nun komme ich in den Himmel. Später dann saß ich in Zügen, die unter der Erde fahren, ich war ganz oben in einem Hochhaus, und ich habe die tollste Frau der Welt getroffen: Mrs Nane Annan, die Frau von Kofi Annan. Sie hatte gehört, dass ich der Beste in meiner Klasse bin, und sagte, dass ich sehr stolz auf mich sein könne. Trotzdem freue ich mich wieder auf zu Hause, am meisten auf Bohnen mit Mais - das Essen fand ich nämlich nicht so gut in New York."

DER SPIEGEL 39/2005
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