26.09.2005

SIEMENSDas Zittern geht weiter

Beim Münchner Siemens-Konzern drohen womöglich nach dem vergangene Woche verkündeten Sparprogramm für mehrere Bereiche schon bald weitere empfindliche Einschnitte. Gleich in drei weiteren Sparten ist die Geschäftsentwicklung unbefriedigend, sie sind von den angepeilten Renditevorgaben des neuen Konzernchefs Klaus Kleinfeld noch immer deutlich entfernt: die Verkehrstechnik (TS), die Gebäudetechnik (SBT) und der Industriedienstleistungsableger (I&S). Der Siemens-Vorstand hatte seinen operativen Einheiten bereits unter Kleinfelds Vorgänger Heinrich von Pierer, der heute den Aufsichtsrat führt, strenge Gewinnziele gesetzt, besonders notleidenden Sparten aber immer wieder Aufschub gewährt. Da Pierers Nachfolger sich selbst und seinen Kollegen jedoch bereits kurz nach seinem Amtsantritt im Januar ein Ultimatum bis zum Frühjahr 2007 gesetzt hat, bleibt den Vorständen der verbliebenen Problemtöchter nur noch wenig Zeit, die geforderten Gewinnmargen von bis zu neun Prozent zu erreichen. Im heißumkämpften Geschäft mit Sicherheits- oder Brandschutzanlagen für Zweckbauten wie Büros oder Krankenhäuser machen den Siemens-Managern unter anderem ausländische Wettbewerber wie der US-Riese Honeywell zu schaffen. Die Verkehrstechniksparte wiederum leidet darunter, dass immer wieder Aufträge angenommen wurden, die ihre Kosten nicht deckten und zu spät oder mangelhaft ausgeliefert wurden. Sollte es TS-Bereichschef Hans Schabert in den kommenden knapp anderthalb Jahren nicht gelingen, die Probleme in den Griff zu bekommen, müssen nicht nur die Beschäftigten, sondern wohl auch er selbst und seine Kollegen um ihre Jobs zittern.

DER SPIEGEL 39/2005
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SIEMENS:
Das Zittern geht weiter

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