26.09.2005

ANLEIHENStürmische Profite

Die immensen Schadenspotentiale von Wirbelstürmen und Erdbeben bescheren Anlegern hohe Profite. Mit Katastrophenanleihen, sogenannten Cat Bonds, decken nämlich große Versicherungskonzerne die oft teuren Folgen von Naturkatastrophen ab. Die Zinsen liegen teilweise fünf und mehr Prozent über dem Geldmarktsatz; der Anleger trägt jedoch das Risiko, dass der Versicherer das Geld zur Deckung großer Schäden in Anspruch nimmt. Bislang aber war die Ausfallwahrscheinlichkeit erstaunlich gering, da mit diesen Papieren nur Spitzenrisiken rückversichert werden. Deshalb "sind die festgelegten Auszahlungshürden wie Schadenshöhe, Wind- oder Erdbebenstärke sehr hoch angesetzt", erklärt Harald Reczek, Vertriebsleiter für Investmentprodukte der Schweizer Bank Leu. In den vergangenen vier Jahren sei es zu keinem einzigen Nominalverlust für die Anleger gekommen. Während die Schäden des jüngsten Hurrikans "Rita" noch nicht beziffert sind, könnte allerdings Wirbelsturm "Katrina", der kürzlich weite Teile des US-Bundesstaats Louisiana zerstörte, die positive Bilanz trüben. Eine vor wenigen Monaten von der Zürich Versicherung emittierte Anleihe könnte in Anspruch genommen werden, wenn die Schadenssumme noch weiter steigt. Der Kurs des Papiers sackte bereits auf 60 Prozent ab. Um das Risiko eines Totalausfalls möglichst breit zu streuen, sollten Anleger daher die Cat Bonds nur im Multipaket kaufen. Auf Euro-Basis schaffte zum Beispiel der 2002 aufgelegte Fonds Leu Prima Cat Bond, der rund 30 verschiedene Anleihen bündelt, eine jährliche Rendite von 5,5 Prozent. Der gefährdete Bond der Zürich Versicherung hat in diesem Portfolio ein Gewicht von unter zwei Prozent.

DER SPIEGEL 39/2005
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