26.09.2005

HOLLYWOODNie wieder Flops?

Als die Insel absoff, liefen Schockwellen durch Hollywood: Michael Bays 126 Millionen teurer Klon-Thriller "The Island" spielte in Nordamerika seit seinem Start Ende Juli nur gut ein Viertel seiner Produktionskosten wieder ein und galt damit als einer der größten Flops der letzten Jahrzehnte. Dann passierte ein Wunder: Im Rest der Welt erzielte "The Island" bisher fast viermal höhere Erlöse als auf dem heimischen Markt - ein neuer Rekord für US-Blockbuster. Allein in Deutschland sahen das Werk über eine Million Zuschauer. Branchenexperten erklären sich dieses Phänomen unter anderem damit, dass die beiden Hauptdarsteller - die Amerikanerin Scarlett Johansson und der Schotte Ewan McGregor - außerhalb der USA populärer seien. Zudem tue sich das Science-Fiction-Werk, das intelligenter sei als die bisherigen Arbeiten seines Regisseurs Bay ("Armageddon", "Pearl Harbor"), bei Zuschauern in Europa und Asien leichter als beim stark konditionierten US-Publikum.
Damit erreicht ein Trend der letzten Jahre einen neuen Höhepunkt: Immer öfter gleicht Hollywood Verluste im eigenen Land international wieder aus. Einen Totalflop zu produzieren wird damit fast ein Ding der Unmöglichkeit - womit der Gigantomanie der Traumfabrik endgültig keine Grenzen mehr gesetzt wären.

DER SPIEGEL 39/2005
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