26.09.2005

Franz Müntefering

Franz Müntefering , 65, SPD-Chef, sorgte bei einem Festakt seiner Bundestagsfraktion zum 50-jährigen Bundeswehr-Jubiläum für Irritationen im Publikum. Die Armee stehe auch für die "Friedfertigkeit
unseres Landes", versuchte Müntefering sich an einem Lob für die Truppe, "niemand auf der ganzen Welt hat Angst vor deutschen Soldaten." Die Zuhörer, darunter um die 150 Militärs und zivile Mitarbeiter des Wehrressorts, empfanden das offenbar als übertriebene Verniedlichung. Statt Applaus füllte ein lautes langgezogenes Stöhnen den Saal. Im allgemeinen "Ooouuuhh" ging unter, dass der Partei- und Fraktionsvorsteher nur "Stolz" auf die Leistungen der Streitkräfte bei den Friedensmissionen zwischen Balkan und Hindukusch zum Ausdruck bringen wollte. Sekunden später gab es aber wieder versöhnliche Bravorufe, als "Münte" für die allgemeine Wehrpflicht warb - ganz im Sinne von Verteidigungsminister Peter Struck und älteren Offizieren. Die Vorgabe des Chefs, hoffen sie, werde verhindern, dass der SPD-Parteitag im November die Abschaffung des Zwangsdienstes fordert.

DER SPIEGEL 39/2005
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