26.11.1958

Bernard Law Viscount ("Monty") Montgomery

Bernard Law Viscount ("Monty") Montgomery, 71, britischer Feldmarschall und Memoiren-Autor (SPIEGEL 45/1958), tappte in der vergangenen Woche ahnungslos in den Hinterhalt Londoner Photoreporter, die im Bilde festhalten wollten, wie der vor kurzem pensionierte "Wüstenfuchs" im Postamt Farnham seine Rente von wöchentlich 30 Mark abholt. ("Ich sehe nicht ein, warum ich das Geld nicht nehmen sollte", meint "Monty", der eine jährlich Offiziers-Pension von rund 30 000 Mark bezieht.) Als er im vergangenen Monat einen Rentengang antrat, den er unvorsichtigerweise auf einer Afrikakämpfer-Tagung angekündigt hatte, entdeckte er schon von weitem den Kordon von Photographen, Fernseh-Kameramännern und Reportern. "Monty erkundete die Situation, vermochte keinen schwachen Punkt in den feindlichen Linien zu entdecken und zog sich in sein Heim zurück", berichtete das amerikanische Nachrichten-Magazin "Newsweek". Einem Freunde erläuterte der Feldmarschall: "Ich hab sie an der Nase herumgeführt. Mir bleiben noch dreizehn Wochen, um die Rente zu kassieren." Doch als er einen neuen Vorstoß auf das Postamt unternahm, erwiesen sich die Photographen als bessere Taktiker: Sie ließen Ihn ungeblitzt bis zum Schalter vordringen und knipsten ihn aus dem Hinterhalt.

DER SPIEGEL 48/1958
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Bernard Law Viscount ("Monty") Montgomery

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