01.07.1959

BUNDESKANZLERNiemand holt ihn ab

Im Park des Palais Schaumburg feierten die weltpolitischen Zwerge hinter den sieben Bergen Versöhnung. Hausherr Konrad Adenauer hatte am Dienstagabend letzter Woche die Hälfte der christdemokratischen Bundestags-Heerschar zum kalten Büfett geladen. Damit niemand im verstimmten CDU-Chor verletzt sei, wurden konsequent nur ungerade Nummern der alphabetischen Fraktions-Reihenfolge geladen; die geraden Nummern wurden einen Tag später abgefüttert.
Franz Xaver Unertl, 47, Gastwirt, Viehkaufmann und christlichsozialer Possenreißer des Bonner Bundestags, gehörte zu den Ungeraden. Er war der bevorzugte Gesprächspartner des Kanzlers. Der am Nachmittag zum zweitenmal "endgültig" beigelegte Konflikt zwischen dem Gastgeber und seinem Vizekanzler Ludwig Erhard - diesmal ohne Händedruck schreib maschinell beendet - wurde bei der Konversation taktvoll ausgespart. Konrad Adenauer: "Ich kaufe jetzt für die nächsten sechs Jahre wieder einen neuen Weinvorrat für Dienstzwecke." Für das Thronfolge-Problem hielt Franz
Xaver Unertl eine bajuwarische Patentlösung bereit. Er schlug dem Kanzler vor, noch einmal zu heiraten - "eine adlige Dame aus Bayern wäre das beste" -, um durch Geburt und Aufzucht eines strammen Buben die leidige Erbfolge zu klären. Der Herr Bundeskanzler müsse sich nur etwas beeilen.
Konrad Adenauer war solchen schlichten
Scherzen aufgeschlossen. Er bestand auf einer sehr jungen Gattin und, einmal beim Thema "Bayern und die Frauen" angelangt, witzelte über seinen Verteidigungsminister Franz-Josef Strauß: "Lassen Sie ihn erst einmal fünf bis sechs Kinder haben, dann wird aus dem Strauß noch ein Sträußchen."
Selbst als ein Gast in vorgeschrittener Stunde - der zunächst ausgeschenkte "Uerziger Würzgarten" des säuerlichen Jahrgangs 1957 war durch eine Spätlese des Klassewein-Jahres 1953 ersetzt worden
- empfahl, in der Fraktionsturnhalle einen Wandspruch aufzuhängen: "Hier kann jeder machen, was ich will. Adenauer", verzog der Kanzler keine Miene: "Ich weiß, daß man eine dicke Haut haben muß, und die habe ich auch."
Und doch wurde durch so lockere Reden einer der empfindlichsten Nerven des greisen Regierungschefs berührt. In einer scheinbar leicht hingeworfenen Kanzler -Bemerkung jenes Abends klang an, was Konrad Adenauer seit Ausbruch der Bonner Krise um Kanzler-Nachfolge und Präsidentschaft am meisten beschäftigt: seine Autorität.
"Ich weiß gar nicht, was hier eigentlich los ist", sagte er, "wenn ich aus Amerika zurückkomme, dann holt mich niemand mehr vom Flugplatz ab. Kein Minister ist da, und, der Herr Globke nimmt sogar den Schlüssel vom Weinkeller mit nach Hause. Es wird Zeit, daß ich mal eine kleine Revolution mache."
So spaßhaft diese Sätze in den Ohren der Spätlese-Gäste zunächst klingen mochten, so ernst waren sie gemeint. Denn wenn Konrad Adenauer auch in den vergangenen Wochen der Welt die demokratische Pubertät der Bonner Republik unbekümmert vor Augen geführt hat, so kümmert ihn doch seine eigene Autorität.
Als Bundestagspräsident und Oberkonsistorialrat Eugen Gerstenmaier unter den ersten Christdemokraten von dem Entschluß Konrad Adenauers erfuhr, Kanzler zu bleiben, und dem Regierungschef im Büro des Oberkirchenrats Cillien unter vier Augen mit pastoraler Eindringlichkeit ausmalte, welch entsetzliche Folgen dieser Salto mortale für das Ansehen des Staatsoberhaupts, der Demokratie und der Partei haben mußte, entgegnete der Kanzler mit alttestamentarischem Starrsinn: "Meine Autorität wird darunter nicht leiden."
Die Sorge um seine Autorität überschattete Konrad Adenauers Handeln von Anbeginn der Krise. Jeder Beweis, daß seine Autorität nicht angetastet sei, war ihm recht, mochte er noch so absonderlich klingen.
So enthüllte er einem seiner zahlreichen ausländischen Interviewer laut Stenogramm: "Bei dieser Geschichte mit der Präsidentschaftskandidatur hat in der Presse ein Zeug gestanden, das ist hanebüchen. Vollkommen Falsches ist gesagt worden, wirklich vollkommen Falsches. Meinungsumfragen haben ergeben, daß mein Entschluß (von der Präsidentschaftskandidatur zurückzutreten) keinen großen Eindruck auf die Bevölkerung gemacht hat. Das ist auch der persönliche Eindruck, den ich habe. Ich werde ja viel gegrüßt oder nicht gegrüßt. Ich habe nun eher eine Steigerung gemerkt, namentlich auch in München (gelegentlich des CSU-Parteitags) auf der Straße, bei den Leuten auf der Straße. Also ein Sturm im Wasserglas. Da darf man nicht sagen, das wäre wider alle Regel der Demokratie. Bald kann man es nicht mehr ertragen, was alles demokratisch ist."
Der Vielgegrüßte verlor gleich noch ein Wort über die Demokratie -laut amtlichen Protokolls: "Ich konnte neulich, nach der Bundestagsdebatte (über Adenauers Rücktritt von der Präsidentschaftskandidatur), das Wort Demokratie nicht mehr hören. Wie die Menschen nach Schlagwörtern suchen. An dem Abend hatte ich genug von Demokratie. Man sollte nicht ständig darüber sprechen. Wenn man wirklich Demokrat ist, sollte man das Wort Demokratie nur gebrauchen, wenn es absolute Notwendigkeit ist. Wenn einer bei jedem zweiten Satz von Demokratie spricht, wer glaubt dem dann noch, daß Demokratie etwas Wertvolles sei."
Tatsächlich war es denn auch nicht des Kanzlers Bangen um die Demokratie, sondern um seine Autorität, die zu diesen Interviews geführt und damit den Faust -Kampf II. Teil zwischen Adenauer und Erhard überhaupt erst hervorgerufen hatte.
Mochten die gezogenen Tiroler Hüte in München dem Kanzler als ausreichendes Symptom für sein Ansehen im Inland dienen, so kündeten doch die Berichte der deutschen diplomatischen Missionen etwas anderes über sein Ansehen im Ausland.
Wie stets lag dem Kanzler am meisten an seinem überseeischen Renommee. Aber gerade die Kabel der deutschen Botschaft in Washington - insbesondere die vom Presseattaché Robert Borchardt (einst "Süddeutsche Zeitung") verfertigten Presseübersichten - behaupteten, daß Adenauers Widerruf der Präsidentschaftskandidatur und der Streit mit Erhard seine Autorität wesentlich beeinträchtigt hätten.
Um der Welt, vor allem der Neuen, zu demonstrieren, daß er immer noch der Herr im Bonner Hause sei, beriet sich Konrad Adenauer mit seinem westenreichen Presse -Staatssekretär Felix von Eckardt und verfiel auf die Interview-Methode.
Die deutsche Presse zog der Kanzler nicht in Betracht. Ihre Haltung hatte ihn zutiefst verärgert. Verschiedene Artikel bezeichnete er Ausländern gegenüber als "abscheulich". Selbst auf die Parteipresse war kein Verlaß. Hatten doch sogar die "Ruhr-Nachrichten" des bisherigen CDU-Landesvorsitzenden von Westfalen, Lambert Lensing, geschrieben, die CDU biete "das Bild von Intrigen und Unfairneß, von Heuchelei und Unversöhnlichkeit". Das einzige Blatt, das sich mit Schröderscher Verwegenheit kanzlertreu gebärdete, war die als Tageszeitung noch pubertäre "Deutsche Zeitung" - kaum das geeignete Organ, um weltweite Fehlperspektiven zurechtzurücken.
So beschränkte sich der Bundeskanzler auf eine Ansprache im Deutschen Fernsehen und gab in einer Woche fünf ausländischen Korrespondenten ausgedehnte Interviews. Vier von ihnen waren Amerikaner ("New York Times", Scripps-Howard-Konzern, "Life", Columbia Broadcasting System); ein Brosamen fiel vom Kanzlertisch für Adenauers Erzfreund jenseits des Rheins ("Paris Match").
Des Kanzlers Eigenart, die Welt und die deutsche Öffentlichkeit - einschließlich des Kabinetts und der Fraktion - durch Interviews in ausländischen Zeitungen an seinen "einsamen Entschlüssen" nachträglich teilhaben zu lassen und politische Gegner zu denunzieren, ist erprobt und bewährt:
- Im Dezember 1949 bot Konrad Adenauer im "Cleveland Plain Dealer", Ohio, USA, erstmals deutsche Truppen an.
- Im März 1950 machte Konrad Adenauer
gegenüber dem Chefredakteur des Nachrichtenbüros INS, Kingsbury Smith, den Vorschlag einer deutsch-französischen Wirtschaftsunion.
- Im Juli 1954 zwang Konrad Adenauer
die Pariser Regierung, den bereits offiziell angekündigten Besuch des französischen Staatssekretärs de Beaumont zum Zwecke neuer EVG-Verhandlungen in Bonn abzusagen, indem er in einem Radio-Interview erklärte: "Es ist undenkbar, nochmals über die EVG zu verhandeln."
- Im September 1954 warf Konrad Adenauer in der Londoner "Times" dem französischen Ministerpräsidenten vor, "daß Mendes-France die EVG zerstören wollte".
- Im September 1957 forderte Konrad
Adenauer in einem CBS-Interview erstmals offiziell Atomwaffen für die Bonner Republik.
Allein, in seiner jüngsten Interview -Serie sollte Konrad Adenauer diese stattliche Interview - Vergangenheit als unbedeutend zu den Akten verweisen. Er übertraf sich selber, teilte Zensuren in Weltpolitik aus (Amerikas Außenminister Herter erhielt: Dulles minus Englands Premierminister Macmillan: Chruschtschew plus) und verwies seinen Vizekanzler Ludwig Erhard in den politischen Kindergarten:
"Erhard, ist ein hervorragender Wirtschaftler und ein Mann, der die besten Fähigkeiten hat; ob er aber auch ein hervorragender Politiker ist, muß er erst noch beweisen..."
Über die "Begabung" des 62jährigen Erhard, der etwa als Oberpostrat nahezu pensionsreif wäre, wurde gesprochen, als sei er ein hoffnungsvoller Supernumerar:
"Ich zweifle nicht, daß ein begabter Mensch - und Herr Erhard ist ja sehr begabt - auch im Laufe der Zeit auf politischem Gebiet, wenn er darin tätig ist, Erfahrungen sammeln wird; aber zur gegenwärtigen Zeit muß man vorsichtig sein."
Dem CBS-Korrespondenten Ernest Leiser verriet der Kanzler: "Ich habe zehn Jahre lang das Geschäft (des Bundeskanzlers und Parteivorsitzenden) gemacht. Und wenn ich das bis zum Jahre 1962 mache, werden es zwölf Jahre sein. Das ist lange genug."
Sowohl der attraktiven Flora Lewis, der Frau des Bonner "New York Times" -Korrespondenten Sidney Gruson, als auch dem diplomatischen Reporter des Scripps -Howard-Konzerns, Henry Taylor, Sohn des Berner US-Botschafters und Eisenhower -Freundes Henry Taylor, widmete Konrad Adenauer über eine Stunde seines Bemühens, die Autorität anderer herab- und seine eigene heraufzusetzen.
So eindeutig Konrad Adenauer damit sein eine Woche zuvor feierlich besiegeltes
und von der Fraktion beklatschtes Versöhnungs-Arrangement mit Professor Erhard gebrochen hatte, so klar war es ihm, daß er ein neues Versöhnungs-Arrangement billig von Fraktion und Vizekanzler erhalten könnte.
Seit Ludwig Erhard gezeigt hat, daß er nicht zurücktreten will und der Zirkus Krone in öffentlicher Gala-Vorstellung bekundete, daß er seinen Alt-Dompteur nicht in Pension zu schicken wagt, glaubte Konrad Adenauer zunächst, daß er sich alles erlauben könne.
Zirkus-Inspizient Heinrich Krone, der das CDU-CSU-Massenensemble um jeden Preis beisammenzuhalten suchte, flehte den alternden Star der Show so ausdauernd und inbrünstig an, daß Adenauer sich schließlich zu einem Papier-Kompromiß bequemte. Eigene Mühe mochte er freilich dafür nicht aufwenden. Er überließ es den Staatssekretären Westrick (Wirtschaftsministerium) und Globke (Bundeskanzleramt), jenen Briefwechsel auszuhandeln, unter den Ludwig Erhard und Konrad Adenauer ihre Unterschriften setzten.
Obgleich sich der Kanzler in dem Briefwechsel mit keinem Wort verpflichtete, in Zukunft keinerlei Attacken mehr gegen seinen Kronprinzen zu reiten, war der Vizekanzler einverstanden. Die im Applaudieren geübte Fraktion feierte Versöhnung II mit gleicher Inbrunst wie Versöhnung I.
Ob Konrad Adenauer überhaupt noch einmal zustechen muß, um Erhard den Gnadenstoß zu geben, bleibt vorerst noch offen. "Der Kronprinz ist tot, es lebe der König", übersetzten christdemokratische Abgeordnete bereits das französische "Le roi est mort, vive le roi" in Bundesdeutsch.
Konrad Adenauer hatte einem Interviewer noch gesagt: "Zu der Frage, ob Herr Erhard jemals Bundeskanzler wird, kann ich weder ja noch nein sagen." Am Ende der Krisenwoche war sich jedermann darüber klargeworden, daß Ludwig Erhard überhaupt nur noch dann eine sichere Nachfolge-Chance hat, wenn sich der Kanzler noch vor den nächsten Bundestagswahlen zu den Vätern versammelt. Konrad Adenauer: "In meiner Fraktion ist die Frage, daß Erhard die Mehrheit für sich hat, auf das entschiedenste bestritten worden, indem zahlreiche Mitglieder der Fraktion gesagt haben: Man hat uns die Frage bisher überhaupt nicht vorgelegt."
Konrad Adenauer hat auch - was die Thronfolge anlangt - laut amtlicher Stenogramme einen Gesinnungswandel offenbart: Sein Kandidat als Kronprinz heißt nicht mehr Franz Etzel. Konrad Adenauer wörtlich: "Warum es immer nur die zwei E (Erhard, Etzel) sein sollten, weiß ich auch nicht."
An die Stelle der beiden E ist damit die aberwitzige SS-Alternative gerückt. Strauß oder Schröder, mit Eugen Gerstenmaier als drittem Mann im Rennen. Wer als Konrad Adenauers Favorit in diesem Rennen liegt, ist gewiß: Bundesinnenminister Schröder, der als Hiwi in Adenauers Kampf gegen Ludwig Erhard ein Übersoll christdemokratischer Moral bewies.
Konnte es aber Konrad Adenauer beim Strampeln um die Rückerlangung seiner Autorität dank dem wohldosierten Mannesmut von Vizekanzler und Fraktion gelingen, das Ansehen seines Kronprinzen Erhard zu ramponieren, so hat er doch dabei selbst so viel an Boden verloren, daß außer ihm auf eine Thronfolge-Chance seines Kandidaten Gerhard Schröder nur einer zu hoffen wagt: Gerhard Schröder.
Kaum waren die Versöhnungsbriefe ausgetauscht, da mußte Konrad Adenauer gleich zweimal erkennen, wie durchlöchert sein Autoritäts-Mantel war, den er für unverwüstlich gehalten hatte. Christdemokratische Motten hatten ihn angefressen; mit grobgestichelten Flicken ist er nicht zu reparieren.
Die erste Lektion erteilte Bundesaußenminister Heinrich von Brentano. Sie war schon deshalb besonders schmerzhaft, weil es als Verfall der Sitten angesehen werden muß, wenn sogar dieser Christdemokrat wider den Stachel löckt.
Konrad Adenauer hatte seinen ausländischen Gesprächspartnern erklärt: "Als ich anfing, Außenpolitik zu machen, hatte ich selbstverständlich nicht im entferntesten die Erfahrung, die ich jetzt habe." Eine Frucht dieser Erfahrung war es offenbar, daß der Kanzler die Briten am Ende der Genfer Konferenz gerade in jenem Augenblick öffentlich der Quertreiberei im atlantischen Bündnis bezichtigte, als sein Außenminister die westliche Einigkeit lobte.
Heinrich von Brentano nahm diese Mißachtung seines Urteils nicht unwidersprochen hin. Vor dem Kabinett, vor der CDU-Fraktion und vor dem Außenpolitischen Ausschuß des Bundestages fuhr er seinem Kanzler gleich dreimal über den Mund: "Die Zusammenarbeit mit den Westmächten in Genf ist ausgezeichnet und überhaupt nicht verbesserungsmöglich..."
Die zweite Lektion kam von Parlamentariern. Aus dem Bundeshaus wurde dem Kanzler hinterbracht, daß in der CSU des Franz-Josef Strauß eine Aufkündigung der Fraktionsgemeinschaft mit der CDU erwogen worden sei, um nicht immer wieder in das Malaise der Bruderpartei hineingezogen zu werden, und daß die Erhard-Anhänger der Partei sich selbst als "nationalliberal" bezeichneten, wenn sie auch Spaltungsabsichten ausdrücklich dementierten. CDU-Hausfrau Else Brökelschen unter dem Gelächter der Fraktion: "Ich komme doch selbst aus dem nationalsozialistischen Lager - ich meine: nationalliberalen."
Im Plenum des Bundestags verdichtete sich solches Unbehagen der christdemokratischen Fraktion, die zwar zu kläffen, nicht aber zu beißen wagt, am letzten Mittwoch zu einem milden Affront: In der Saar-Debatte stimmten CDU-Chargen für den Antrag des SPD-Abgeordneten Mommer, den abwesenden Kanzler herbeizuzitieren.
Das hatte es bis dahin nur einmal gegeben - aus optischen Gründen bei einer Debatte über den Haushalt des Bundeskanzleramts. Vier andere Oppositionsanträge, den Bundeskanzler herbeizuzitieren, waren glatt abgeschmettert worden.
Ob solcher Demonstrationen mannhaften Muckertums legte Konrad Adenauer seine Rache auf Eis und versuchte verlorene Autoritäts-Positionen in der Partei durch Milde zurückzugewinnen: Er lud die Fraktion zum kalten Büfett.
Und selbst bei dieser Geste der Verständigung kam es zu einem Zwischenfall. Christdemokraten, die einst mit dem Herzweh unglücklicher Freier um eine Audienz im Palais Schaumburg antichambriert hatten, überlegten plötzlich übermütig, ob sie der Einladung überhaupt folgen sollten. Der CDU-Justizrat Karl Weber aus Koblenz machte sogar den Vorschlag, die Fraktion solle geschlossen absagen. Das ging dem Bundestagspräsidenten Gerstenmaier, einem der wenigen wirklichen Kämpen gegen Adenauers persönliches Regiment, denn doch zu weit.
Man habe ja schließlich, so sagte Gerstenmaier, "keine Ehrenhändel" mit dem Herrn Bundeskanzler.
Frankfurter Allgemeine
Na - zufrieden, Herr Erhard?
Kanzler-Stimme Flora Lewis
Zensuren in Weltpolitik
Kanzler-Aspiranten Schröder, Strauß mit Kanzler: Die SS-Alternative

DER SPIEGEL 27/1959
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BUNDESKANZLER:
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