01.07.1959

NEU IN DEUTSCHLANDHans Demiron: „Tür aus heller Kreide“

Der
Roman spielt im großbürgerlichen Milieu einer westdeutschen Mittelstadt und verarbeitet mancherlei Zeitbezüge, aber die gesellschaftliche Situation tritt zugunsten einer erbarmungslosen seelischen Topographie in den Hintergrund. Eine junge, hübsche, bereits geschiedene Doktorin der Germanistik und ein empfindsam-eruptiver Student sind in ihre individuellen Einsamkeiten unentrinnbar eingesponnen, auch die Liebesbegegnung kann die beiden nicht erlösen. Der Junge - mit dem der Autor fraglos in vielem übereinstimmt - wehrt sich gegen die Klischees seiner Existenz und schleudert sein Unbehagen po heftig heraus, daß er die "faltenlose Härte" der Frau verletzt; am Ende verfällt er der Verzweiflung. Die Sprache Demirons wechselt jäh vom modernen Umgangsjargon zur assoziativen, poetisch verdichteten Traumsprache der inneren Monologe. (Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf; 304 Seiten; 14,20 Mark.)

DER SPIEGEL 27/1959
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