26.03.1973

DIESE WOCHE IM FERNSEHEN

Montag, 26. 3.
20.15 Uhr. ARD. Report
Moderator Klaus Stephan hat Interviews mit arabischen Politikern zum Nahost-Konflikt angekündigt. Geplant sind außerdem ein Porträt des designierten SPD-Parteivize Heinz Kühn, ein Beitrag über Verstöße gegen das Jugendarbeitsschutz-Gesetz und "ein nostalgischer Nachruf" auf den Berliner Sportpalast.
20.15 Uhr. ZDF. Querschnitt
Studio-Experimente und Film-Einblendungen sollen die physikalischen Vorgänge beim Sprechen und Hören erläutern.
21.00 Uhr. ZDF. Wiegenlied für eine Leiche (sw)
Mit Hitchcock-Grusel inszenierter Schocker (1964) um ein Komplicen Paar (Olivia de Havilland und Joseph Cotten), das eine hysterische Millionen-Erbin (Hollywood-Veteranin Bette Davis, Photo) durch Psycho-Terror in den Irrsinn treiben will. Regie: Robert Aldrich.
21.45 Uhr. ARD. Weltmacht im Wartestand?
TV-Untersuchung des Münchner Journalisten Peter M. Dudzik über "die politische Potenz des Europas der Neun".
22.50 Uhr. ARD. Kampf um den Frieden
Der Report über die internationale Friedens- und Konfliktforschung entstand in Ko-Produktion mit der britischen BBC und der kanadischen CBC.
Dienstag, 27. 3.
20.15 Uhr. ZDF. Blickpunkt: Bundeswehr
Die innenpolitische ZDF-Redaktion hat Beiträge über den Streit um die Bundeswehrhochschulen, den Ersatzdienst und über die bisherigen Erfahrungen mit der verkürzten Wehrdienstzeit vor bereitet. Moderator: Florian Höner.
20.15 Uhr. NDR, RB, SFB (III). Der entwertete Arbeitsplatz
Am Beispiel von sieben Großkonzernen möchte NDR-Mitarbeiter Alexander von Hoffmann darlegen, daß Arbeitnehmer die Neuorganisation und Rationalisierung ihrer Betriebe "oft mit sozialem Abstieg bezahlen müssen". Sein Bericht will Belege für diese "inhumane und demütigende Praxis" liefern.
21.00 Uhr. ARD. Vogelfrei
Als "Moritat mit sozialkritischem Hintergrund" annonciert der NDR dieses (vom kanadischen Fernsehen produzierte) TV-Spiel um einen Volkshelden aus der Provinz Quebec: den Outlaw Donald Morrison, der 1887 im Kampf gegen skrupellose Grundbesitzer unterliegt. Regie: Ron Kelly.
21.00 Uhr. WDR (III). Kinder ohne Lobby (sw)
Kritischer Bericht über die antiquierten Adoptionsbestimmungen.
21.30 Uhr. NDR, RB, SFB (III). Verändern -- überwinden -- zerstören Landesvorsitzende der Jungsozialisten. der Jungdemokraten und der Jungen Union diskutieren mit Erwin K. Scheuch vom "Bund Freiheit der Wissenschaft". Leitung: Rudolph Borchers.
21.50 Uhr. ZDF. Aspekte
Moderator: Reinhart Hoffmeister. Unter anderem soll untersucht werden. warum die Entscheidung über einen Gewerkschaftsanschluß der bildenden Künstler wieder verschoben worden ist. Außerdem ist eine Analyse über Werbung und Konsum angekündigt.
22.45 Uhr. ARD. Das Ende einer Flucht
Lyrik und Prosatexte, die der 1970 tödlich verunglückte Ernst S. Steffen während seiner 13jährigen Haftzeit verfaßt hat, werden in diesem TV-Porträt mit Aussagen von Freunden und ehemaligen Mitgefangenen kontrastiert.
22.50 Uhr. ZDF. Nachtstudio: Scherben (sw)
Mit Hinweisen auf die "herzergreifende Tragik" warben 1921 Plakate für dieses Meisterwerk des deutschen Stummfilm-Pioniers Lupu Pick. In dem expressionistischen Melodram spielt Werner Krauß (Photo) einen schlesischen Streckenwärter. der den Verführer seiner Tochter erwürgt.
Mittwoch, 28. 3.
20.15 Uhr. ARD. Frühinvaliden Letzter Beitrag aus Jürgen Schröder Jahns Sendereihe "Beobachtungen in deutschen Betrieben".
20.15 Uhr. ZDF Magazin Moderator: Gerhard Löwenthal. 20.15 Uhr. WDR (III). Steamboat Bill Junior (sw)
Buster Keatons berühmter Stummfilm von 1928. Regie: Charles F. Reisner. 21.00 Uhr. ZDF. Fußball-Länderspiel: Deutschland gegen CSSR
Das Vorbereitungsspiel zur Weltmeisterschaft wird voraussichtlich in einer Aufzeichnung aus dem Düsseldorfer Rhein-Stadion übertragen.
21.45 Uhr. ARD. UdSSR -- 40. Breitengrad
Filmbericht über die Sowjetrepublik Armenien. den ein Kamerateam des Hessischen Rundfunks mit der Sowjet-Agentur Nowosti gedreht hat.
22.05 Uhr. WDR (III). Sprechtheater (sw)
Jungdramatiker Botho Strauß ("Der Hypochonder") analysiert den "Redegestus des deutschen Theaters".
Donnerstag, 29. 3.
20.15 Uhr. ARD. Ministerium der Angst (sw)
Hollywood-Thriller (1944, nach einem Graham-Greene-Roman) von Fritz Lang, der den Bildschirm wie stets zur dämonischen Leinwand macht: Ein britischer Exhäftling (Ray Milland, Photo) wird durch scheinbar harmlose Vorfälle -- bei einem Wohltätigkeitsbazar gewinnt er eine Torte, die ihm ein angeblich Blinder raubt -- in spiritistische Séancen, Mordverdacht und Liebe verstrickt. Am Ende hat er fast wider Willen eine Spionage-Organisation der Nazis ausgehoben. Deutsche Erstaufführung.
20.15 Uhr. BR (III). 20 Tage in China Reportage des Filmautors Mario Cortesi, der im August letzten Jahres Schweizer Parlamentarier bei einer China-Reise begleitet hat.
21.40 Uhr. ARD. Brückenbau -- unvollendet
Harald Pawlowski. früherer "Publik" -- Redakteur und eine Zeitlang als Kontaktmann der SPD zur katholischen Kirche im Gespräch. analysiert die Stellung katholischer Kirchenfunktionäre zu den Bundestagsparteien.
21.45 Uhr. ZDF. Abtreibung -- straflos während der ersten drei Monate? ZDF-Hearing zur Reform des Paragraphen 218. Mit Adolf Müller-Eminert (SPD), Renate Lepsius (SPD), Liselotte Funcke (FDP), Helga Wex (CDU), dem Moraltheologen Franz Böckle, Richard Kepp (Präsident der Deutschen Gynäkologischen Gesellschaft) und den Journalisten Volker von Hagen. Gerd Jauch, Eva Windmöller, Luc Jochimsen und Marlene Linke. Leitung: Rudolf Woller.
22.45 Uhr. ARD. überleben -- und was es kostet
Der Bayerische Rundfunk stellt Prototypen deutscher Sicherheitsautos vor.
Freitag, 30. 3.
20.15 Uhr. ARD. Bilder aus der Wissenschaft
Moderator: Hans Lechleitner. Das Magazin will über einen "nobelpreisreifen" Impfstoff gegen Verbrennungen informieren, der in Basel erprobt wird, und bringt Experten-Statements sowie neues chinesisches Filmmaterial über Akupunktur. Dagobert Lindlau filmte in Philadelphia Tests mit Lügendetektoren, die von der US-Polizei bei Ermittlungsverfahren eingesetzt werden. 20.15 Uhr. HR (III). Der Leone have sept cabecas
Mit seinem 1969 im Exil gedrehten Film, dessen Titel aus fünf "Kolonialsprachen" montiert ist, polemisiert Brasiliens aggressivster Regisseur Glauber Rocha gegen "die goldene Bestie kolonialer Gewalt". Die Allegorie auf Unterdrückung und Ausbeutung in der Dritten Welt wird am Samstag um 20.15 Uhr auch von Südwest III gezeigt. 20.15 Uhr. WDR (III). Kulturarbeiter, Idealisten oder Parasiten: Der Künstler-Nachwuchs in der Bundesrepublik Filmbeiträge mit anschließender Openend-Diskussion, zu der unter anderen der Heidelberger Polit-Graphiker Klaus Staeck ("Die Reichen müssen noch reicher werden") eingeladen wurde. 21.45 Uhr. ZDF. Maschine ohne Dampf
Carl Weiss, Londoner ZDF-Korrespondent, hat "Einblicke in Englands Krisenwirtschaft" angekündigt.
Samstag, 31. 3.
16.45 Uhr. ARD. Markt
BEA und Pan Am haben im Sommerflugplan über 30 Berlin-Flüge pro Tag gestrichen, um ihr (durch die DDR-Reiseerleichterungen verursachtes) Defizit auszugleichen. Das Magazin will außerdem über ein Schwarzbuch des Einzelhandelsverbandes berichten. 17.15 Uhr. ARD. Die vom Leben Erschöpften
An drei authentischen, vor der Kamera nachgestellten Fällen will TV-Autor Wolf Gremm demonstrieren, daß Selbstmord-Versuche oft "letzte Auswege aus einem sozial kranken Umfeld" sind.
20.15 Uhr. NDR, RB, SFB (III). Propaganda im II. Weltkrieg
Zu Beginn dieser Reihe werden zwei britische Propagandafilme von 1940 vorgestellt: "Yellow Caesar", eine Satire über Mussolini. und "Lambeth Walk", ein Trickfilm, der den Marschtritt der SA karikiert.
21.00 Uhr. WDR (III). Mississippi (sw> Slapstick-Groteske von 1935 mit dem Komiker W. C. Fields und Bing Crosby. 21.25 Uhr. NDR, RB, SFB (lII). Zéro de Conduite (sw)
Der vielgerühmte Erstlingsspielfilm (1933) des Franzosen Jean Vigo -- die autobiographische Geschichte einer Internatsrevolte gegen spießige Lehrer. sadistische Aufseher und einen zwergwüchsigen Direktor -- war bis 1945 in Frankreich als "antifranzösisch" verboten. Originalfassung mit deutschen Untertiteln.
22.15 Uhr. ARD. Banacek
Actionfilm (1972) des US-Regisseurs Jack Smight um einen Goldraub in Texas. Deutsche Erstaufführung. 23.10 Uhr. ZDF. Schlingen der Angst (sw)
Psycho-Thriller (1947) des neuerdings von Jungfilmern wie Fassbinder als "Altmeister des Kino-Melodrams" geschätzten US-Regisseurs Douglas Sirk, von dem auch die ARD (im November) fünf Filme zeigt. Claudette Colbert spielt eine New Yorker Ehefrau, der suggeriert wird, in Trance Gattenmord versucht zu haben.
Sonntag, 1. 4.
12.50 Uhr. ZDF. Fragen zur Zeit Essay des Tübinger Politologen -Theodor Eschenburg zum Thema: "Gibt es noch Sippenhaft?"
14.00 Uhr. ARD. Glashaus -- TV intern In der medienkritischen Sendung wird die WDR-Familienserie "Acht Stunden sind kein Tag" zur Diskussion gestellt. Dazu Filmbeiträge (von Dieter Schmidt. Chefredakteur des DGB-Jugendblatts "ran"), Studio-Gespräche mit TV-Kritikern und Arbeitern sowie Interviews mit Regisseur Rainer Werner Fassbinder und seinem Star Hanna Schygulla.
20.15 Uhr. NDR, RB, SFB (III). Holiday (sw)
George Cukors Hollywood-Komödie von 1938, die bissiger als andere Film Lustspiele dieser Jahre den American Way of Life attackiert. Mit Gary Grant und der Cukor-Entdeckung Katherine Hepburn. Originalfassung. 21.50 Uhr. ARD. Römische Skizzen Impressionen aus Neapel, der dritt größten Industriestadt und zugleich ärmsten Region Süditaliens.
22.10 Uhr. ZDF. Zehn Jahre sind genug
Satirische Show zum ZDF-Jubiläum (siehe Seite 145).

DER SPIEGEL 13/1973
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