16.04.1973

DIESE WOCHE IM FERNSEHEN

Montag, 16. 4.
20.15 Uhr. ARD. Monitor
Moderator: Claus Hinrich Casdorff. Das Magazin will linke Studenten, die beim Bonner Van-Thieu-Besuch das Rathaus demolierten, zu Wort kommen lassen. Geplant sind außerdem Berichte über die Schwierigkeiten von Lehrlingsvertretern in Betriebsräten und über den Abbruch von Wohnhäusern im Frankfurter Westend. Im "Kreuz-Feuer" -- Interview: Oberbürgermeister Rudi Arndt.
20.15 Uhr. Nord III. Macht das Fernsehen Politik?
Kolloquium anläßlich des TV-Wettbewerbs "Prix Futura" in Berlin. Mit Werner Hofer, der Publizistik-Professorin Elisabeth Noelle-Neumann, Ex-Regierungssprecher Conrad Ahlers, Funk-Intendant Hans Bausch und dem ehemaligen BBC-Generaldirektor Sir Hugh Carlton Greene (Wiederholung: 23. April, 22.50 Uhr, ARD).
20.45 Uhr. DDR II. Bett und Sofa (sw)
Sowjetischer Stummfilm (1927) von Abram Room über die Befreiung der Frau aus der Abhängigkeit vom Mann.
21.45 Uhr. ARD. Auftrag: Artikel 29
Der Journalist Ramon Gill untersuchte für Radio Bremen, ob eine Länderneugliederung, wie sie vom Grundgesetz gefordert wird, noch zeitgemäß sei. Sein Schluß: Bremen müsse selbständiges Bundesland bleiben.
21.45 Uhr. Südwest III. Begegnung mit Fidel Castro (sw)
Biographie des kubanischen Ministerpräsidenten.
22.50 Uhr. ARD. Die Zeit Lumières (sw)
Was die ersten Kamerareporter des Kinos im Auftrag der Filmpioniere Auguste und Louis Lumière einst gekurbelt haben, hat der Franzose Jean Chapot aus den Archiven geholt, mit zeitgenössischen Karikaturen und Standphotos angereichert und zu einem kritischen Zeitbild der Jahre 1895 bis 1900 montiert: Die sogenannte Belle Epoque erscheint in dieser allzu wortreich kommentierten Kompilation als eine Periode sozialer Ungerechtigkeit, finsterer Intoleranz und kriegerischer Willkür der Großmächte. "Schön ist diese Zeit", so die ARD zur deutschen Erstaufführung. "nur für reiche Europäer christlichen Glaubens."
22.55 Uhr. ZDF. Der internationale Kurzfilm
Filme von den 19. Westdeutschen Kurzfilmtagen in Oberhausen.
Dienstag, 17.4.
21.50 Uhr. ZDF. Impulse
Moderator: Klaus Meynersen. Das Bildungsmagazin untersucht anläßlich des Streits um neue Deutsch-Unterrichtspläne in Hessen den Begriff "Curriculum", das Zusammenwirken von Lernzielen, Unterrichtsverfahren und Lernfortschrittskontrollen.
Mittwoch, 18. 4.
20.00 Uhr. DDR I. Als entlastet eingestuft (sw)
Ost-Berlins Starjurist für Prozesse in der Bundesrepublik, Friedrich Karl Kaul, schrieb das Fernsehspiel über den "Fall des Staatsanwalts Meerstrom" eines Beamten, der im Dritten Reich die "Rassenschande" verfolgt hat, dann aber Spezialist für Entschädigungsrecht im Westen wurde.
20.15 Uhr. ARD. Wie wollt ihr dieses Land?
Aus Gesprächen mit amerikanischen Arbeitern, Studenten, Offizieren und Kommunarden zieht der ARD-Korrespondent in Washington, Klaus Bölling, das Fazit: Seit dem Waffenstillstandsabkommen für Vietnam scheinen der US-Jugend Reformen im Innern weniger dringlich zu sein.
20.15 Uhr. ZDF Magazin Moderator: Gerhard Löwenthal.
20.15 Uhr. West III. Ostia
Komödiantischer Spielfilm des Pasolini-Regieassistenten Sergio Citti (1970), der spielerisch belegt, daß Sex und Anarchie, Kriminalität und Kirchenfrömmigkeit einander nicht ausschließen -- doch auch nicht vor Tragik im Finale schützen.
20.15 Uhr. Bayern III. Nachtasyl (sw)
Spielfilm des durch "Rashomon" und "Die sieben Samurai" in Europa bekannten japanischen Regisseurs Akira Kurosawa nach Maxim Gorkis Schauspiel.
22.40 Uhr. ZDF. Zur Sache
Unter der Leitung Volker von Hagens diskutieren Delegierte des SPD-Parteitages und Oppositionspolitiker über "Die neue Gesellschaft" als Zielvorstellung der Sozialdemokraten.
Donnerstag, 19. 4.
18.35 Uhr. ZDF. Sechs unter Millionen
Start einer 13teiligen Serie von Peter M. Thouet und Manfred Seide. Studenten und Abendschüler wollen die Gesellschaft verändern, unterliegen aber selbst dem Zwang zur Anpassung.
20.00 Uhr. DDR II. Erzählungen über Kommunisten (sw)
Der sowjetische Dokumentarfilm will "das geistig-moralische Antlitz einiger Zeitgenossen im Bild festhalten". Deutsche Untertitel.
20.15 Uhr. ZDF. Knef '73
Hildegard Knef, laut Ella Fitzgerald "die größte Sängerin ohne Stimme", haucht vor einer Showdekoration nach Paul Klee Songs und Prosa. Zwischen ihren Auftritten werden Willy Brandt und Gunter Sachs, Rainer Barzel und Henry Miller, Helmut Qualtinger und Günter Gaus von Georg Stefan Troller zur Person der Sängerin befragt.
20.15 Uhr. West III. Tod: Tabu und Wirklichkeit
Schriftsteller (Carl Amery), Theologen (Karl Rahner). Ärzte, Biologen und Soziologen wollen ergründen, warum die Menschen den Gedanken an ihren Tod verdrängen.
21.30 Uhr. ZDF. Kennzeichen D Berichtet werden soll über die SPD-Parteitags-"Diskussion um den angeblichen Antiamerikanismus". Ferner will das Magazin zeigen, wie die DDR bei ihren Bürgern ein sozialistisches Nationalbewußtsein zu wecken sucht.
21.55 Uhr. ARD. Die Fernseh-Diskussion
Wolfgang Menge, dessen "Smog"-Film am 15. April trotz zahlreicher Proteste gesendet wurde (SPIEGEL 14/1973), unterhält sich mit Behörden- und Industrievertretern über Umweltschutz.
Freitag, 20.4.
15.50 Uhr. ZDF. Der ewige Traum (sw)
Ufa-Spielfilm von Arnold Fanck (1934), der als Miterfinder des Bergfilm-Genres seinen Einfall zu schicksalsträchtigen Durchhalte-Epen genutzt hat.
15.45 Uhr. West III. Jeder stirbt für sich allein (sw)
DDR-Verfilmung nach dem Roman von Hans Fallada. Erste von vier Folgen.
19.55 Uhr. ZDF. Wohngruppe Wimmelstraße
Dokumentation über Schwerbehinderte in Kassel, die zum Teil lange in Heimen lebten und nun in einer Wohngemeinschaft "die Freiheit proben".
20.00 Uhr. DDR I. Die sieben Affären der Dona Juanita (sw)
Vierteiliger Fernsehfilm nach dem DDR-Bestseller von Eberhard Panitz über die Gleichberechtigung der Frau in der Liebe.
20.15 Uhr. Hessen III. Intolerance
In der vom Regisseur vorgesehenen Geschwindigkeit (16 Bilder pro Sekunde) und in einer dem Original des Jahres 1916 angenäherten Farbtönung wird der Episodenfilm des großen Stummfilmers David Wark Griffith gezeigt. Bayern III sendet den Film um 21.10 Uhr schwarzweiß.
21.45 Uhr. West III. Warten auf Godot
Samuel Becketts Klassiker am Basler Theater. Regie: Hans Bauer.
21.50 Uhr. ZDF. Requiem für 500 000 (sw)
Polnische Dokumentation nach authentischem deutschem Filmmaterial vom Aufstand im Warschauer Judengetto zu Ostern vor 30 Jahren. Sie wird in Abänderung des Programms gesendet, nachdem unter anderen Robert Jungk, Martin Niemöller und Kardinal Joseph Frings dazu aufgefordert hatten.
22.45 Uhr. ARD. Nazarin (sw)
Luis Bunuel, kürzlich mit dem Oscar geehrt (für seinen Film "Der diskrete Charme der Bourgeoisie"), filmte 1958 in Mexiko die Geschichte eines Priesters, der den Unterprivilegierten gegen die Herrschenden beisteht und darum aus der Kirche verstoßen wird.
Samstag, 21.4.
15.15 Uhr. ARD. Diskuss 2
In der zweiten Folge des neuen Magazins entwickeln Kasseler Jugendliche und Sozialarbeiter in einer Live-Sendung ihre Vorstellungen von selbstverwalteten Freizeithäusern und kommunalen Jugendzentren.
18.45 Uhr. ZDF. Direkt
Ex-Mitarbeiter der Hamburger "Fabrik" drehten einen Film über die Schwierigkeiten dieses privaten Kulturzentrums, Jugendliche produzierten einen Beitrag über Vermittlerrolle und Interessenkonflikt von Betriebsräten am Beispiel des spontanen Streiks von 14 000 Hoesch-Arbeitern in Dortmund.
20.15 Uhr. Hessen III. Play Strindberg Den düsteren "Totentanz" von August Strindberg hat Friedrich Dürrenmatt zum komödiantischen Ehe-Match umgeschrieben und auf die Basler Bühne gebracht.
21.55 Uhr. Nord III. Vor vierzig Jahren (sw)
Deulig-Wochenschau vom 5. April 1933, kommentiert von dem amerikanischen Historiker William Shirer.
Sonntag, 22.4.
20.15 Uhr. ARD. Anna und ihr Auto Anna Magnani so komödiantisch wie selten: als alternde Prostituierte, die sich vom Autokauf noch einmal Highlife verspricht.
20.15 Uhr. ZDF. Der Postmeister Neuverfilmung der Puschkin-Novelle in einer West-Berlin-Moskauer Koproduktion, die sich unter der Regie von Serge Solowjow genauer an die literarische Vorlage hält als Gustav Ucickys 1940 gedrehtes "Postmeister"-Lichtspiel mit Heinrich George.
20.15 Uhr. Nord III. Das Pfandhaus / Easy street (sw)
Fortsetzung der Chaplin-Retrospektive mit zwei Filmen der Jahre 1916 und 1917, die den großen Komiker als Underdog zeigen, der jeden Schlag, den er empfängt, voller Tücke zurückzahlt.
21.25 Uhr. Bayern III. Auf in den Westen (sw)
Der beste Stummfilm des US-Komikers Buster Keaton (1925) erzählt von einem Hilfscowboy, der eine reiche Farmerstochter haben kann und dennoch eine braunäugige Kuh liebt.
21.20 Uhr. ZDF. Personenbeschreibung
Georg Stefan Troller porträtiert den "Seelenwäscher von Beverly Hills", den Hypnotiseur, Psychoanalytiker und Juristen William J. Bryan.
Montag, 23. 4.
18.15 Uhr. ARD. Verlorene Geschichte Dieter Gütt und Jerzy Lipman berichten über polnische Emigranten in England und ihre Rückkehr-Illusionen. 19.15 Uhr. ZDF. Johannes XXIII. Porträt des Konzilpapstes anläßlich seines zehnten Todestages (erste von drei Folgen).
20.15 Uhr. ARD. Bauern, Bonzen, Bomben
Fünfteiliges Fernsehspiel (nach dem Fallada-Roman) von Egon Monk. 20.15 Uhr. ZDF. Frühstück bei Tiffany Einfühlsame Verfilmung des Romans von Truman Capote über die Capricen der Halbweltdame Holly Golightly (Audrey Hepburn) aus dem Jahre 1961. Regie: Blake Edwards.
21.40 Uhr. Südwest III. Die Geschichte der Nana S. (sw)
Spielfilm-Essay über eine Pariser Prostituierte (Anna Karina). ein Hauptwerk des Nouvelle-vague-Regisseurs Jean-Luc Godard aus dem Jahre 1962.
21.45 Uhr. ARD. Grenzstationen In der Reihe wird diesmal "Lourdes" beschrieben, letzte Hoffnung für jährlich 45 000 kranke Wallfahrer. 22.10 Uhr. ZDF. Ich hab' meine Tante geschlachtet (sw)
Als Übernahme vom DDR-Fernsehen "Poetisches und Prosaisches" von Frank Wedekind und Gerhard Branstner.

DER SPIEGEL 16/1973
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