09.04.1973

Falsch programmiert

Dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) wird vom linken Flügel des -- mit 3,5 Millionen Mitgliedern größten -- italienischen Gewerkschaftsverbands CGIL vorgeworfen, "nur sehr langsam eine Haltung zur Gastarbeiterfrage zu finden. In der Zeitschrift "fabbrica e stato" zeigen die CGIL-Linken am Beispiel der Bundesrepublik und Italien auf, daß die Beziehungen zwischen den Gewerkschaften der Auswanderer- und Einwanderer-Länder "unterentwickelt" seien und daß nie versucht wurde, eine gemeinsame Gastarbeiter-Politik voranzutreiben. Statt dessen erkenne der DGB bis heute nicht die kommunistisch-sozialistische CGIL als Gesprächspartner an, sondern kollaboriere lieber mit den nicht auf Klassenkampf programmierten Verbänden UIL und CISL. "Wenn zehn Millionen Menschen", so das Gewerkschafts-Blatt, "innerhalb weniger Jahre entwurzelt und als Arbeitskräfte in ganz Europa hin- und hergeschoben werden ..., so genügt es nicht, daß einzelne Gewerkschaften einzelner Länder hier und da sozialpolitische Maßnahmen fordern."

DER SPIEGEL 15/1973
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