09.04.1973

Marx-Theater

Bei Peter Weiss, im "Hölderlin", trat er gegen Ende kurz hervor; nun aber spielt er voll mit: Karl Marx ist Held eines Schauspiels, das schlicht "Das Karl-Marx-Stück" heißt und letzte Woche in New York Premiere hatte. Es stammt von der Professoren-Gattin Rochelle Owens, 36, (ihr Mann -- liebt -- Schwein -- Spiel "Futz" lief in Deutschland), und die "New York Times" lobt es als Werk, "das man beim Verlassen des Theaters nicht vergessen hat". Es beschreibt, brechtisch flott und musikalisch aufgelockert, den ersten Marxisten während seiner Londoner Zeit, geplagt von "Furunkeln, Brustkrämpfen und Geldnot", aber aufgemuntert von seiner Familie und dem getreuen Friedrich Engels. Ein armer Neger repräsentiert die Weltgeschichte und redet als solche auf Marx ein, endlich das weltverändernde "Kapital" zu schreiben. Happy-End des Stücks: Karl Marx geht ins Britische Museum, setzt sich auf seine Furunkel und schreibt "Das Kapital".

DER SPIEGEL 15/1973
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