09.04.1973

Kunst-Schmuggel

Die USA bleiben das Absatz-Dorado internationaler Kunstschmuggler. Nachdem das New Yorker Metropolitan Museum kürzlich eine Million Dollar für eine -- vermutlich aus einem Etruskergrab bei Rom gestohlene -- griechische Vase angelegt hatte, ist nun die Kunsthalle von Newark (US-Staat New Jersey) auf ein Konterbande-Geschäft hereingefallen. Das Provinzmuseum hatte Ende 1970 für 6000 Dollar ein römisches Mosaik mit einer reitenden Amazone von einem "als sehr seriös bekannten" New Yorker Antiquariat erworben. Doch eine Detail-Expertise, von Newarks Chefkonservator Samuel Miller bei belgischen Experten für syrische Archäologie bestellt, ergab jetzt: Das Mosaik ist nur Bruch-Stück eines sieben mal fünfzehn Meter großen Ensembles, das zwei Amazonen auf der Leopardenjagd zeigt. Das alte Pracht-Puzzle war nach seiner Freilegung von Räubern demontiert und gestohlen worden. Die geprellten Kunstsammler von Newark rechnen jetzt damit, daß die syrischen Behörden den Reiterinnen-Torso zurückverlangen.

DER SPIEGEL 15/1973
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