09.04.1973

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Die sogenannte Selbstreinigung, seit einigen Jahren gängiges Verkaufsargument von Herd-Herstellern, ist in zwei Varianten zu haben: katalytisch (speziallegierte Bleche im Backofen, die Schmutz absorbieren, doch nach einiger Zeit ersetzt werden müssen) und pyrolytisch (Verbrennung der Rückstände bei Krematoriumstemperaturen; teuer in Anschaffung und Betrieb). Bauknecht hat jetzt ein Verfahren aus dem gewerblichen Bereich übernommen: den Gebläse-Backofen- Statt mit Strahlungshitze, die das Wasser im Braten schlagartig verdunsten läßt und so die ärgerlichen Fettspritzer hervorruft, arbeitet er mit vierzigmal in der Minute umgewälzter Heißluft, deren Temperatur beim Braten konstant "unterhalb der Verdunstungsschwelle" gehalten wird. Die Heißluftspülung taut Gefrierkost schnell und gleichmäßig auf, der Backofenraum kann, etwa mit Kuchenblechen, voll gefüllt werden, da die Probleme von Ober- und Unterhitze entfallen: überall ist es gleich heiß. Der "Futurstil-Herd mit Reinbleib-Effekt" (bislang drei Modelle) hat allerdings keine Grillvorrichtung. (Hersteller: Bauknecht, Stuttgart; Preise: ab etwa 670 Mark.)
Vorgeschmack auf die Zukunft bieten zwei amerikanische HiFi-Tuner: Das Spitzengerät von Marantz (Modell 120) hat. sinnreiche Spielerei. ein eingebautes Oszilloskop, das besonders exakte Abstimmungen (Sender und Antenne) erlaubt und mit dem Musiksignale sichtbar gemacht werden können. Außerdem lassen sich damit auch die anderen Bausteine einer HiFi-Anlage überprüfen. (Vertrieb: Bolex, 8045 Ismaning; Richtpreis: 2250 Mark) -- Vollelektronisch, also ohne alle mechanisch bewegten Teile, funktioniert der Digital-Tuner AJ1510 von Heathkit: Die Frequenzen des gewünschten Senders werden eingetastet und leuchten dann als Ziffern von der Anzeige; es gibt einen elektrischen Sendersuchlauf und per Codierkarten programmierbare Frequenzen. Zu ermäßigtem Preis gibt es das Gerät auch
als Bausatz zum Selberbasteln. (Vertrieb: Heathkit, 6079 Sprendlingen; Festpreis: 2995 Mark.)
Eine neue Klammer-Technik wendet ein kleines japanisches Bürogerät namens "Max Clipper" an: Es durchlöchert nicht das Papier mit den herkömmlichen Heftklammern, sondern preßt die Papiere mit einer Metallklemme zusammen, so daß sie unbeschädigt bleiben und jederzeit mühelos wieder voneinander zu lösen sind, bei kleinen Blattzahlen allerdings allzu leicht. (Vertrieb: K. Lakoschus, Berlin; Richtpreis: 12,95 Mark)
Um Mütter mobiler zu machen, hat eine englische Firma, die sonst Golfgefährte herstellt, eine Klein-Kinderkarre entwickelt, die -- zusammengeklappt -- über den Arm gehängt und auf den Koffer geschnallt werden kann und die im Auto kaum Platz braucht. Das "Baby-Buggy" ist aus Leichtmetallrohr und wiegt etwa fünfeinhalb Pfund. (Vertrieb: Chicco, München; Richtpreis: 98 Mark.)

DER SPIEGEL 15/1973
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