27.04.1960

NEU IN DEUTSCHLANDSchritte ohne Spur (Frankreich).

Anders
als in seinen ersten beiden Filmen, "Le Beau Serge" und "Les Cousins", betätigt sich Claude Chabrol, der Pfadfinder der "Neuen Welle" (SPIEGEL 7/1960), in seinem ersten Farb- und "Groß"-Film nicht als Sittenschilderer. Dafür kapriziert er sich ganz auf die Darstellung schicksalhaft verflochtener Beziehungen, die hier in ein reines Melodrama einmünden: Eine schöne Italienerin wird vom Sohn ihres Geliebten umgebracht, weil der es nicht erdulden will, daß seine Mutter betrogen wird. Wie in einem deutschen Stummfilm-Schicksalsdrama wirken alle Figuren mehr oder minder gestört; aber Chabrols Trieb-Besessenheit verschaffte dem Film auch ein paar erotomane Szenen von unzweifelhaftem Reiz. Stil-Exegeten können aus diesem Produkt des Filmclubfans Chabrol ohne Schwierigkeit die widersprüchlichsten Einflüsse herauslesen, vor allem die seiner erklärten Vorbilder Fritz Lang, Alfred Hitchcock und Jean Renoir. (Robert et Raymond Hakim.)

DER SPIEGEL 18/1960
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