22.11.1971

DIESE WOCHE IM FERNSEHEN

Montag, 22. 11.
20.15 Uhr. ARD. Report (Farbe)
Leitung: Dieter Göbel. Geplant sind Filmberichte über den außerordentlichen Parteitag der SPD und den Rücktritt des Parlamentarischen Staatssekretärs Philip Rosenthal. "Report" will außerdem darstellen, wie sich der Tarifkonflikt in der baden-württembergischen Metallindustrie zuspitzte, und einen Nachruf auf die katholische Wochenzeitung "Publik" senden.
20.15 Uhr. ZDF. Gesundheitsmagazin "Praxis" (Farbe)
Moderator: Hans Mohl. Auf einer Tagung in Heidelberg ist die umstrittene These des Stuttgarter Kardiologen Alfred Kern diskutiert worden, wonach das Medikament Strophantin Herzinfarkte verhindern könne; das Medizin-Magazin berichtet darüber. Außerdem wird über Deutschlands erste Krebsnachsorge-Klinik für Frauen (in Oberaudorf am Inn) informiert und ein Nürnberger Chirurg vorgestellt, der zu kurze Gliedmaßen durch operative Eingriffe verlängert.
21.00 Uhr. ZDF. Bitterer Honig
Englischer Spielfilm (1962) des Free-Cinema-Regisseurs Tony Richardson mit Rita Tushingham. Das gleichnamige Bühnenstück hatte der Nachwuchsautorin Shelagh Delaney vier Jahre zuvor ersten Erfolg gebracht. Die damals 19jährige Verkäuferin und Platzanweiserin aus Manchester erzählte in ihrem (in 14 Tagen geschriebenen) Drama die Geschichte eines schwangeren Mädchens aus den Slums einer nordenglischen Industriestadt, das sich mit einem Homosexuellen anfreundet.
21.45 Uhr. ARD. Zeichen der Zeit: ZurUck auf die Erde
für dieses porträt hat roman brodmann den schweizer gastronomen, amateur-archäologen und bestseller-autor erich von däniken (gesamtauflage seiner beiden ersten, in 44 sprachen übersetzte bücher: 2,6 millionen) mehrere wochen hindurch "sehr sehr kritisch" beobachtet: im feudalen zürcher zunfthaus, wo dänikens zuchthaus-entlassung gefeiert wurde, bei der autogrammstunde auf der frankfurter buchmesse und im kreise seiner gemeinde, die -- so brodmann -- dänikens botschaft vorn götter-besuch begierig als "zeitgemäßen religionsersatz" aufnimmt.
22.50 uhr. ard. legalisierter schwangerschaftsabbruch (farbe) weil es "zur information über den § 218 gehört, daß man nicht nur über abtreibung redet, sondern sie auch einmal vorführt", wird in diesem filmbericht von christa becker der verlauf einer genehmigten schwangerschaftsunterbrechung gezeigt. der eingriff wurde im frühjahr in der städtischen frauenklinik berlin-neukölln bei einer im vierten monat schwangeren frau durchgeführt.
22.50 uhr. zdf. deutsch. filme -- draußen
seit einigen jahren schickt das presse- und informationsamt der bundesregierung deutsche filme zur nichtkommerziellen auswertung ins ausland -- anfang des jahres waren es etwa 800 dokumentar- und 200 spielfilme, die meist in goetheinstituten bei freiem eintritt vorgeführt wurden. die wirksamkeit solcher kulturpolitischer aktivität will filmkritiker edmund luft überprüfen.
dienstag, 23. 11.
20.15 uhr. zdf. wir und die fleischpreise (farbe)
die bundesdeutsche familie mit mittlerem einkommen gibt pro monat etwa ein drittel ihres verdienstes für lebensmittel aus -- fast 30 prozent davon für fleisch und wurst. in ihrem bericht will anette pfeiffer unter anderem erklären, warum die fleischpreise steigen, auch wenn die erzeugerpreise für schweine und rinder sinken. 21.00 uhr. ard. carlos (farbe) der filmemacher hans w. geissendörfer, der "gemeinsamkeiten zwischen der internationalen trivialen filmliteratur und der deutschen klassik" sieht. hat schillers schauspiel als kino-western inszeniert (spiegel 47/1971).
21.30 uhr. ndr, rb, spd (iii). die präsidentenrunde
Über das "mißverhältnis von öffentlicher armut" und "privatem reichtum" diskutieren die parlamentspräsidenten wilhelm baumgarten (niedersachsen), herbert dau (hamburg), dieter klink (bremen), helmut lemke (schleswig-holstein) und walter sickerts (berlin). leitung: rudolph borchers. 21.50 uhr. zdf. aspekte (farbe) moderator: walther schmieding. im februar nächsten jahres will der wdr die verfilmung von peter handkes prosastück "die angst des tormanns beim elfmeter" uraufführen. die der münchner regisseur wim wenders im burgenland produziert hat. das kulturmagazin bringt eine reportage von den dreharbeiten. außerdem wird die schauspielerin roma bahn, 75. porträtiert, die 1928 in der uraufführung der dreigroschenoper die "polly" spielte, und der kürzlich verschobene film über die darmstädter ausstellung mit werken des amerikanischen gipsbildhauers george segal gesendet.
mittwoch, 24. 11.
20.15 uhr. ard. solange sie durch polen fließt, ist polen nicht verloren ...
für diesen "eher feuilletonistisch angelegten" film über die weichsel sind helmut clemens und manfred pessel im auftrag des hessischen rundfunks drei monate lang durch polen gefahren. in ihrem zweiteiligen reisebericht (fortsetzung: 8. dezember. 20.15 uhr) wird die historische bedeutung dieses 1068 kilometer langen flusses geschildert und über aktuelle probleme des landes informiert.
20.15 uhr. zdf magazin (farbe) moderator: gerhard löwenthal. 21.00 uhr. zdf. einfach sterben ... (farbe)
hans schweikart spielt die hauptrolle in dem "biographischen fernsehspiel" von theodor schübel, das die letzten tage des 1778 gestorbenen französischen philosophen voltaire schildert. die inszenierung stammt von dem in der bundesrepublik lebenden slowakischen regisseur stanislav barabás, 47.
donnerstag, 25. 11.
20.15 uhr. ard. jakobowsky und der oberst
das gleichnamige letzte bühnenstück des 1945 im amerikanischen exil gestorbenen prager schriftstellers franz werfel lief während des krieges zwei jahre lang am broadway. in der 15 jahre später entstandenen kino-version sahen kritiker "einen der seltenen fälle, in denen der film besser als das theaterstück ist". regisseur peter glenville hat die odyssee zweier polnischer emigranten, die vor den deutschen besatzern aus paris flüchten, mit danny kaye und curd jürgens inszeniert.
21.30 uhr. zdf. journalisten fragen -- politiker antworten
"wo beginnt die gemeinsamkeit der parteien in nationalen fragen?" zu einem streitgespräch über dieses thema sind rainer barzel (cdu), hans-dietrich genscher (fdp) und herbert wehner (spd) eingeladen. leitung: reinhard appel.
22.05 uhr. ard. modelle für die zukunft: die totale information (farbe) in der neunten folge dieser reihe informieren die wdr-redakteure günter siefarth und dieter storp über die verschiedenartigen systeme der elektronischen informations- und datenbanken. unter anderem wird das für die olympischen spiele vorbereitete "elektronische lexikon" vorgestellt, das in sekunden auskünfte über die teilnehmenden sportler gibt.
freitag, 26. 11.
16.30 uhr. ard. in -- 11/71 (farbe)
das bremer jugendmagazin will diesmal zuschauer unter 21 über ihre rechte gegenüber schule, eltern und ausbildern aufmerksam machen und sich mit dem bestehenden jugendschutzgesetz beschäftigen.
20.15 uhr. ard. sächsisch südlich der sahara (farbe)
die bundesrepublik ist in 38 von 42 afrikanischen staaten diplomatisch vertreten, die ddr in acht. am beispiel von sambia, tansania und der volksrepublik kongo, die zum teil von bonn und ost-berlin entwicklungshilfe beziehen, will der münchner redakteur friedrich schreiber die prestigekämpfe und handelsinvestitionen der beiden deutschen staaten untersuchen, die -- so schreiber -- für die länder südlich der sahara immer uninteressanter werden: die volksrepublik china ist dort inzwischen zum wichtigsten entwicklungshelfer avanciert.
20.15 uhr. hr (iii). abschied in der dämmerung (farbe)
in diesem remake (1959) eines seiner frühen filme skizziert der prominente japanische regisseur yasujiro ozu den vater-sohn-konflikt in einer traditionsbewußten gesellschaft.
22.00 uhr. br (iii). der öffentliche feind
den "bösesten film, den es je gegeben hat", nannte william a. wellman sein kriminalstück von 1931, in dem der us-regisseur -- ähnlich wie im drei monate zuvor uraufgeführten "kleinen cäsar" -- gangster-karrieren während der prohibition beschreibt.
22.45 uhr. zdf. die nacht des jagers ein einziges mal hat der 1962 gestorbene schauspieler charles laughton selbst film-regie geführt: in diesem 1955 entstandenen thriller über einen geistesgestörten frauenmörder (robert mitchum), der sich als wanderprediger tarnt. der film, in dem (der damals 55jährige) laughton sämtliche requisiten des klassischen grusel-kinos eingesetzt hatte, wird in der reihe "der phantastische film" gezeigt.
samstag, 27. 11.
14.25 uhr. ard. tele-skop (farbe) nach dokumentationen über die jungsozialisten, die gewerkschaftsjugend und andere politische jugendorganisationen wird in der sfb-reihe diesmal der etwa 3000 mitglieder zählende berliner landesverband der jungen union porträtiert.
15.30 uhr. zdf, wie stark der polyp ist (farbe)
die united fruit company, größter bananenproduzent der usa, gilt seit jahrzehnten als symbol für den amerikanischen wirtschaftsimperialismus in mittelamerika. wie diese organisation zusammen mit der cia die politik in den "bananenstaaten" costa rica" guatemala, honduras und panama steuert, will zdf-mitarbeiter friedrich müller nachweisen.
16.45 uhr. ard. der markt (farbe) moderator: wolf feller. das wirtschaftsmagazin hat einen beitrag über die erweiterten rechte für arbeitnehmer angekündigt, wie sie im neuen betriebsverfassungsgesetz vorgesehen sind. außerdem soll nachgerechnet werden, daß vor allem kleinsparer durch die geplante beschränkung staatlicher sparförderung benachteiligt werden.
17.15 uhr. ard. die finger nach oben (farbe)
der sfb-bericht über die jesus people zeigt deutsche und amerikanische jesus-jünger bei straßen-bekehrungen, gebetsstunden und bei massentaufen an der pazifikküste und in der havel.
sonntag, 28. 11.
11.00 uhr. zdf. recht im gespräch (farbe>
Über die (durch die Gesetzesinitiativen der Opposition erneut diskutierte) Wiedereinführung einer Vorbeugehaft für Wiederholungstäter unterhalten sich Innenminister Hans-Dietrich Genscher und die Rechtsexperten der SPD- und der CDU/CSU-Fraktionen, Hans de With und Friedrich Vogel.
15.30 Uhr. WDR (III). Entehrt Marlene Dietrich spielt in ihrem 1931 gedrehten dritten Josef-von-Sternberg-Film eine Wiener Offizierswitwe, die sich in einen zaristischen Spion verliebt und erschossen wird.
22.10 Uhr. ZDF. Auszug aus dem Paradies (Farbe)
Seit die US-Regierung den Verteidigungshaushalt und das Nasa-Budget gekürzt hat, kehren immer mehr deutsche Wissenschaftler aus den USA in die Bundesrepublik zurück. ZDF-Mitarbeiter Peter Berg hat deutsche Forscher in Amerika über ihre Rückkehr--Absichten befragt.

DER SPIEGEL 48/1971
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