22.02.1961

ADENAUERUnfaßbar hoch

Es sei ihm nicht gelungen, gestand
Pressechef Felix von Eckardt am 11. Januar der Bundespressekonferenz, das "Interesse des Herrn Bundeskanzlers" auf jenen kurz zuvor erschienenen SPIEGEL-Artikel zu lenken, in dem beschrieben worden war, wie Konrad Adenauer im Jahre 1928 mit geliehenem Geld Börsenspekulationen tätigte, deren unglücklicher Ablauf ihn schon im Jahre 1929 einem Schuldensaldo von 1,4 Millionen Mark konfrontierte.
Der damalige Generaldirektor der Vereinigten Glanzstoff-Fabriken, Dr. jur. Fritz Blüthgen ("Die Welt" 1956: "Sein Name ist unlösbar mit der deutschen Chemiefaser-Industrie verbunden") sprang Dr. Adenauer bei, indem er Aktienpakete im Wert von über einer Million Mark auf Adenauers Konto bei der Deutschen Bank legte. Die Deutsche Bank zog diese aus Holland transferierten Aktien zum Teilausgleich der Schulden Adenauers ein, der weiter hochverschuldet blieb, und Blüthgen bekam von Adenauer nie einen Pfennig zurück.
Diesen ungewöhnlichen Sachverhalt hätte der Bundeskanzler in der Nummer 3/1961 des SPIEGEL lesen können, wenn es Herrn von Eckardt gelungen wäre, die Aufmerksamkeit seines vielbeschäftigten Herrn darauf zu lenken. Nicht immer war Konrad-Adenauer diesem Thema gegenüber so spröde.
Als die in Ostberlin redigierte "Wirtschaft" im Juli 1947 von jener Aktienüberweisung zugunsten Adenauers berichtete, ließ er sich zu einer Erklärung herbei, die freilich nicht an die "Wirtschaft", sondern an einen Bekannten adressiert war: an den Diplomingenieur Bruckwilder in Köln, der ihn auf den Artikel hingewiesen hatte.
Also schrieb Adenauer 1947:
Es handelt sich um die Aufwärmung einer falschen Behauptung aus der nationalsozialistischen Zeit. Richtig an der ganzen Angelegenheit ist, daß ich durch trügerische Manipulationen des Dr. Blüthgen, die dieser als Vorstandsmitglied der "Glanzstoff-AKU" begangen hat, erheblich geschädigt worden bin. Selbstverständlich sind mir niemals von irgendjemand irgendwelche Aktien gegeben worden, damit ich für Kunstseidenzölle eintreten solle. Ich hatte als Präsident des Preußischen Staatsrats mit Zöllen überhaupt nichts zu tun.
Blüthgen hatte mich durch falsche Angaben dazu veranlaßt, fast mein ganzes erhebliches Vermögen in amerikanischen Kunstseiden-Aktien anzulegen. Um deren Verkauf zu verhindern - der Verkauf hatte die Kurse der Shares weiter gesenkt - hat er meiner Bank, der Deutschen Bank, Filiale Köln, Aktien verpfändet. Was diese mit den Aktien getan hat, weiß ich nicht.
Und darunter das handschriftliche PS:
Herr Direktor Rath von der Deutschen Bank Köln und Herr Dr. Pferdmenges, Köln, kennen die Angelegenheit. Sie werden Ihnen ev. Auskunft geben.
Dieser Brief Adenauers aus dem Jahre 1947 ist besonders aufschlußreich. Zeigt er doch, welches Maß an Dank der heutige Kanzler für einen Mann übrig hatte, dem allein er die zweite Wahl zum Kölner Oberbürgermeister im Jahre 1929 (mit einer Stimme Mehrheit) und die Wahl zum Bundeskanzler 1949 (wieder mit einer Stimme Mehrheit) zu danken hatte und der noch im Jahre 1953 in einem Brief an eben diesen Bruckwilder als Motiv seiner Hilfe angab, er habe sich "einen Freund fürs Leben" gewinnen wollen.
Was es mit den angeblich "trügerischen Manipulationen" Blüthgens auf sich hat, geht aus einer faustdicken Mappe Briefwechsel zwischen Blüthgen und Adenauer hervor, in dem sehr viel von Börsenanfragen und flehentlichen Bitten Adenauers zu lesen steht, aber nicht der leiseste Vorwurf an die Adresse des Nothelfers Blüthgen.
Am aufschlußreichsten für die ganze Transaktion, die sich minutiös aus Adenauers Sicht rekonstruieren läßt, ist ein Bittbrief Konrad Adenauers vom 15. April 1929, dessen Anfang ungekürzt zitiert werden< muß, damit die Rekonstruktion des Geschäfts darauf fußen kann. Es heißt da:
Sehr geehrter Herr Blüthgen!
Entschuldigen Sie gütigst, wenn ich Sie mit meinem Engagement in American Glanzstoff Comm. Shares nochmals behellige. Aber meine Lage ist doch so, daß sie mich außerordentlich beunruhigt und mich zwingt, evtl. bald weittragende Beschlüsse zu fassen. Meine Lage ist, kurz skizziert, folgende:
Ich habe seit unserer ersten Besprechung über die Aussichten der Amerikanischen Kunstseiden-Shares bei Gelegenheit der Frühjahrsmesse 1928 mein ganzes damals erhebliches Vermögen und ferner einen erheblichen Bankkredit in diesen Shares angelegt und zunächst etwa 3/4 American Bemberg Comm. Shares und 1/4 American Glanzstoff Comm. Shares gekauft, dann die Bemberg in Glanzstoff umgetauscht, so daß ich jetzt nur Glanzstoff Comm. Shares besitze. Gegenüber den von mir bezahlten Kaufpreisen sind die Papiere heute um über 40 % gefallen.
Auf der anderen Seite ist mein Bankkredit durch das Hinzuschreiben von Zinsen und Provisionen gewachsen. Der Debetsaldo meines Bankkontos beträgt zur Zeit über 3/4 des heutigen Kurswertes der auf der Habenseite befindlichen Wertpapiere. Wenn ich jetzt das ganze Geschäft liquidierte, so würde ich, vorausgesetzt, daß durch die Veräußerung der Shares der Kurs nicht noch weiter absinkt, knapp 40 % meines Vermögens noch retten und über 60 % verloren haben. Liquidiere ich das Geschäft in der Hoffnung auf ein Steigen der Shares nicht, so sind die Entwicklungsmöglichkeiten folgende:
a) Gleitet der Kurs noch weiter ab, so wird meine Bank, da ich ihr weitere Deckung nicht geben kann, Liquidierung zu diesem noch ungünstigeren Kurse verlangen, so daß mein Vermögen ganz verloren ist.
b) Bleibt der Kurs noch lange Zeit auf dem jetzigen Stande stehen, so wird die Debetseite in gewisser Zeit - ich schätze diese auf 1 1/2 Jahre - durch die hinzukommenden Zinsen und Provisionen sich so erhöhen, daß sie der gegen jetzt unverändert bleibenden Habenseite gleichkommt. Das Ergebnis ist dann dasselbe wie im Falle a): mein Vermögen ist vollständig verloren.
c) Aussicht auf Rettung des jetzt noch vorhandenen Restes das Vermögens, auf Wiedereinbringung des bis jetzt entstandenen Verlustes und evtl. darüber hinaus auf einen Gewinn aus dem ganzen Geschäfte habe ich nur, wenn der Kurs stark steigt und schneller steigt als meine Zinsenlast. Ein schnelles Steigen des Kurses kann zunächst eintreten, wenn die ganze Baisse auf dem Markte der Kunstseiden-Aktien schwindet. Dafür scheint mir bis auf weiteres wenig Aussicht vorhanden zu sein. Soviel ich aus den mannigfachen Zeitungsnachrichten ersehen zu können glaube, ist die Produktionsmöglichkeit in Kunstseide in den Jahren 1927 und 1928 erheblich schneller gestiegen als der Konsum ...
Der Oberbürgermeister bittet dann noch um Beantwortung von sieben Fragen, die alle seine Kunstseiden-Aktien betreffen, und bittet um Entschuldigung für die Länge des Briefes: Die Situation habe sich für ihn so ernst entwickelt.
Um das Geschäft aus Adenauers Sicht zu verstehen, muß man sich den stürmischen Vormarsch der Kunstseide in den zwanziger Jahren vor Augen halten. Die Vereinigten Glanzstoff-Fabriken hatten unter ihrem Generaldirektor Blüthgen einen enormen Aufschwung genommen, ihre Aktien erreichten den für damalige Verhältnisse hohen Kurs von 600 und darüber, die Dividende betrug zwischen zwölf und 16 Prozent. 1925 gründete Blüthgen in Amerika eine Tochtergesellschaft, die nach dem Bemberg-Verfahren arbeitete, die "American Bemberg-Corporation"; 1927 eine zweite Fabrik, in der - wie bei Glanzstoff - Viscose -Kunstseide produziert werden sollte, die "American Glanzstoff-Corporation".
Vom 12. bis 17. Februar 1928 war in Köln Frühjahrsmesse. Die "Frankfurter Zeitung" meldete: "Den Hauptanziehungspunkt der Messe bildete die Kunstseidenschau, die von der Kunstseidenindustrie unter ausgezeichneter Beteiligung aller maßgebenden Produzenten veranstaltet wird." Nach einem Messe-Essen Im Kölner Rathaus malte Blüthgen den Diner-Gästen, darunter Adenauer, die Konstruktion der "American Glanzstoff" auf die Rückseite der Menü-Karte. Kölns Oberbürgermeister beschloß, seine gesamte Existenz, und noch etwas mehr auf Kunstseide zu gründen. Er legte, wie er selbst schreibt, sein "ganzes damals erhebliches Vermögen und ferner einen erheblichen Bankkredit in diesen Shares an; er kaufte "zunächst etwa 3/4 American Bemberg. Comm. Shares und 1/4 American Glanzstoff Comm. Shares", hatte aber "dann die Bemberg in Glanzstoff umgetauscht, so daß ich jetzt (am 15. April 1929) nur Glanzstoff Comm. Shares besitze".
Nun läßt sich nicht mehr ausmachen, ob das Verhältnis 1/4 zu 3/4 sich auf die gesamte Geldanlage oder auf die Stückzahl der Papiere bezieht. Das ist aber
einigermaßen gleichgültig, da American Glanzstoff und American Bemberg sich zum Zeitpunkt des Erwerbs etwa auf gleicher Kurshöhe befanden.
Die Bemberg-Shares kaufte Adenauer zum Kurs von 99 Dollar, das ist laut "Frankfurter Zeitung" die Freiverkehrs -Notierung vom 27. März 1928. Drei Viertel der Transaktion bestanden also in American-Bemberg-Shares zum
Kurs von 99 Dollar und repräsentierten einen Wert von 2,1 Millionen Mark.
Das restliche Viertel American-Glanzstoff-Shares kaufte Adenauer teilweise zum Kurs von 82 Dollar (das ist die Notierung von Mitte März 1928), teilweise zum Kurs von 115 bis 120 Dollar pro Share (Notierung vom 24. und 25. April 1928). Er bezahlte für dies restliche Viertel American-Glanzstoff-Aktien ebenfalls, wie bei Bemberg, einen Durchschnittskurs von 99 Dollar pro Share. Insgesamt kaufte Adenauer Kunstseide -Aktien im Werte von 2,8 Millionen Mark.
Bis zum Herbst 1928 waren American Bemberg (Kurs am 30. Oktober: 135) stärker gestiegen als American Glanzstoff (Kurs am 30. Oktober: 111). Adenauer wollte von American Bemberg auf American Glanzstoff umsteigen. Er schickte folgendes Kabel an den in Amerika befindlichen Blüthgen:
Dr. Blüthgen
Ritz Carlton Hotel New York
Umtausch schwierig bitte mich möglichst bei Neuausgabe zu beteiltigen
Gruß Adenauer
Natürlich war Blüthgen für die Veräußerung von Aktien seiner Gesellschaft nicht im mindesten zuständig. Adenauer tauschte in Köln und besaß nun, laut eigener Bekundung, "über 7000 Stück American Glanzstoff Comm. Shares".
Es muß jeden Volksaktionär interessieren, daß sein Bundeskanzler am 1. November 1928, also innerhalb eines halben Jahres, bereits rund 800 000 Mark verdient hatte. Einen Teil des geliehenen Geldes hätte er zurückzahlen können.
Nun muß man sich, und das scheint Adenauer bei seiner Millionen-Spekulation unterlassen zu haben, die Konstruktion der American Glanzstoff ansehen, wie sie Blüthgen in Anlehnung an die in Amerika üblichen Modelle ausgehandelt hatte. Für die neue Gesellschaft American Glanzstoff-Corporation waren ausgegeben worden:
- 70 000 Stück Vorzugsaktien à 100 Dollar, ohne Stimmrecht, aber mit dem Anspruch auf eine Vorzugsdividende von sechs Prozent (preferred shares), und
- 300 000 Stück Stammaktien ohne Nennwert, aber mit Stimmrecht, die
nur Anspruch auf jene Dividende
hatten, die über die von den Vorzugsaktien beanspruchten sechs Prozent hinausgingen (common shares).
Von den 300 000 Stück Stammaktien (Common Shares) mit Stimmrecht, aber ohne Anspruch auf Dividende, hielten die Vereinigten Glanzstoff-Fabriken in Deutschland die Mehrheit in Höhe von 160 000. Die übrigen 140 000 wurden im Freiverkehr zu Hausse-Preisen gehandelt, obwohl diese Stammaktien doch erst Dividende abwerfen konnten, wenn die Firma voll eingerichtet war und wenn sie die Anlaufschwierigkeiten überwunden hatte. Adenauer hatte sich von der Kölner Filiale der Deutschen Bank nur Common Shares besorgen lassen.
Es hieße den Charakter des jetzigen Bundeskanzlers sehr schlecht kennen, wollte man in diesem seinem eigenen Irrtum nicht die Wurzel seiner Behauptung suchen, Blüthgen habe "trügerische Manipulationen" begangen, wie Adenauer das 1947 gegenüber Bruckwilder behauptete: "Blüthgen hatte mich durch falsche Angaben dazu veranlaßt, fast mein ganzes erhebliches Vermögen in amerikanischen Kunstseiden-Aktien anzulegen."
Dazu Blüthgen: "Wir hielten damals diese Kursentwicklung für stark übertrieben und sahen mit Sorge, wie in der herrschenden Hausse-Stimmung auch die Produktionsstätten für Kunstseide durch zahlreiche neue Gesellschaften vermehrt wurden ... Ich habe deshalb bei jeder Gelegenheit, wenn ich gefragt wurde, auf das Mißverhältnis zwischen den bestehenden Produktionsstätten und den beschränkten Gewinnchancen dieser Stammaktien hingewiesen.
"Ich glaube deshalb wohl, auch bei Gelegenheit jenes Diners (im Rathaus - Red.) eine durchaus klare Darstellung über den Charakter der erwähnten Stammaktien (Common Shares) gegeben zu haben, obwohl ich nicht annehmen konnte, daß irgendeiner der Herren, mit denen ich bei Tische sprach, oder Herr Dr. Adenauer selbst den spekulativen Ankauf dieser Aktien plante oder bereits vorgenommen hatte ... Ich bin auch auf einen solchen Gedanken in der damaligen Zeit bei der exponierten Stellung des Herrn Dr. A. als einem städtischen Beamten gar nicht gekommen, weil ich ein solches Geschäft als für ihn ganz unmöglich gehalten hätte."
Blüthgen bestreitet entschieden, Adenauer jemals zum Kauf von Kunstseide-Aktien zugeraten zu haben. Wohl aber habe er über die - damals guten
- Aussichten der von ihm vertretenen
Firmen referiert.
Blüthgen räumt ein, er habe Adenauer am 15. März 1928 einen Hinweis gegeben, wie Adenauer sich am günstigsten in den Besitz der nicht amtlich gehandelten amerikanischen Werte setzen könne. Diesen Hinweis habe Adenauer weder beachtet noch beantwortet. Er habe seine Papiere vielmehr zu überhöhten Kursen bei der Deutschen Bank gekauft, die auch das Geld lieh.
Tatsächlich findet sich in dem umfangreichen Briefwechsel zwischen Blüthgen und Adenauer auch nicht die Andeutung des Vorwurfs, Blüthgen habe Adenauer zum Kauf von Kunstseide-Aktien geraten. Der Vorwurf taucht zum erstenmal in dem Brief an Bruckwilder auf und bereitete Dr. Blüthgen nach dessen eigenen Worten "eine ungeheure, bittere Enttäuschung".
Am 4. Juni 1928 erreichten die Kurse von American Glanzstoff (113) und American Bemberg (165) ihren Höhepunkt. Sie hielten sich bis in den Herbst. Aber im Winter 1928 auf 1929 purzelten sie in den Keller. Die Überproduktion war so groß geworden, daß nur noch die halben Kapazitäten auch der deutschen Glanzstoff-Fabriken ausgenutzt wurden. Am 12. März 1929 war American Glanzstoff von 88 (am 4. April 1928) und 113 (am 4. Juni 1928) auf 58 Dollar pro Share gefallen.
Adenauers Paket von rund 2,8 Millionen war auf 1,68 Millionen zusammengeschrumpft. Blüthgen wurde zu Adenauer ins Rathaus gebeten, der ihm eröffnete, sein Konto weise bei seiner Bank eine Unterdeckung von 1,25 bis 1,5 Millionen Mark auf, und er sei um Beschaffung einer entsprechenden Dekkung ersucht worden. (Am 18. Juli bezifferte Adenauer selbst seinen Schuldsaldo auf 1,6 Millionen Mark.)
Dazu Blüthgen: "Herr Dr. A. erwähnte nicht, auf Grund welcher Wertpapierkäufe diese Unterdeckung entstanden sei, ich habe auch nicht danach gefragt; das war auch schließlich gleichgültig, weil damals gewaltige Kursrückgänge auf allen Gebieten der Börse entstanden waren."
Weiter Blüthgen: "Die angedeutete Summe der Unterdeckung erschien mir damals bei der Lage des Herrn Dr. Adenauer für einen Beamten unfaßbar hoch. Herr Dr. A. wiederholte immer wieder, es müsse ihm schnell und irgendwie geholfen werden, damit irgendeine Deckung auf sein Konto komme."
Blüthgen versprach, "bestürzt über die Größe des Unglücks", Hilfe. Unter dem 15. April 1929 stellte Adenauer (siehe Brief Seiten 25/26) seine Vermögenslage dar: "Gegenüber den von mir bezahlten Kaufpreisen sind die Papiere heute um über 40 Prozent gefallen. Auf der anderen Seite ist main Bankkredit durch das Hinzuschreiben von Zinsen und Provisionen gewachsen. Der Debetsaldo meines Bankkontos beträgt zur Zeit über drei Viertel des heutigen Kurswertes der auf der Habenseite befindlichen Wertpapiere."
Aus den authentischen Zahlen läßt sich per Denksportaufgabe für das sechste Schuljahr errechnen, wieviel Geld sich Adenauer für seine Spekulation geliehen hatte. Seine Gesamtspekulation belief sich auf 2,8 Millionen, davon sind X Mark als Jahreszinsen für das erste Jahr abzuziehen, die sich durch Rückrechnung auf rund 200 000 Mark ermitteln lassen. Übrig bleiben 2,6 Millionen, davon sind rund 40 Prozent Kursverluste abzuziehen. Das ergibt 1,56 Millionen übriggebliebenes Vermögen, sofern Adenauer bei seiner Spekulation kein Geld aufgenommen hatte. Er selbst schreibt aber, Zinsen und Provisionen müßten bei gleichbleibenden Kursen in anderthalb Jahren seinen noch vorhandenen Plussaldo völlig zum Verschwinden bringen.
Um zu ermitteln, wieviel Geld er ein Jahr zuvor aufgenommen hat, muß man diesen Plussaldo errechnen. Der Kurswert der Papiere war auf 1,68 Millionen zusammengeschrumpft. Der Schuldensaldo betrug "über drei Viertel des heutigen Kurswertes", gleich 1,3 Millionen Mark. Von der "Vermögenssumme 1,56 Millionen" werden Zinsen und Provisionen in Höhe von 380 000 Mark abgezogen, und man erhält die Summe, die Adenauer sich geliehen hatte: 1,18 Millionen.
Andersherum gerechnet: Hätte er nicht geliehenes Geld, sondern eigenes Vermögen für die Spekulation mobilisiert, so hätte er am 15. April 1929 von je 99 Dollar noch 60 Dollar retten können, wäre also mit drei Fünfteln seines Vermögens und einem blauen Auge davongekommen. Er selbst hingegen schreibt an Blüthgen, Zinsen und Provisionen würden ihn binnen anderthalb Jahren bei gleichbleibenden Kursen zum "vollständigen Verlust" seines Vermögens bringen. Zinsen und Provisionen allein waren so hoch, daß sie, über zweieinhalb Jahre gerechnet, fast ein Viertel der gesamten ursprünglichen Spekulationssumme ausmachten. Bei einem Kurs von 60 Dollar pro Share bestand der überwiegende Teil der 7000 Glanzstoff-Shares aus Schulden.
Dies war der Stand vom 15. April 1929. Blüthgen half. Unter dem 4. Mai 1929 stellte er dem Konto Adenauers bei der Deutschen Bank, Filiale Köln, via Bankhaus H. van Peski und Co. in Amsterdam, Glanzstoff-Aktien im Nominalwert von 150 000 Mark (Kurs 430) "leihweise zur Verfügung", wie H. van Peski an Adenauer schrieb. Kein Wort von Verpfändung". In dem gesamten umfangreichen Schriftwechsel findet sich auch kein Hinweis darauf, daß Blüthgen mittels dieser Depoteinlage den Kurs der amerikanischen Glanzstoff -Aktien habe stützen wollen, wie Adenauer 1947 behauptete.
Adenauer sprach Blüthgen unter dem 6. Mai 1929 seinen "besonderen Dank" aus. Aktien im Wert von 650 000 Mark hatte Blüthgen zur teilweisen Entlastung des Adenauerschen Kontos aufgeboten.
Fünf Monate später, am 18. Oktober 1929, war American Glanzstoff auf 25 gesunken. Die Kurse hatten sich nicht nur nicht gehalten, sie waren noch einmal um die Hälfte gefallen. Adenauers gesamtes Vermögen war jetzt schon verloren. Er sandte einen neuen Hilferuf an Blüthgen. Unter dem 18. Oktober 1929 bat er um eine weitere Verstärkung seines Depots bei der Deutschen Bank: "Ich bitte Sie dringend und herzlich, doch noch vor Ihrer Abreise nach Amerika die nötigen Anweisungen zu geben, damit die Angelegenheit, deren Erörterung im gegenwärtigen Augenblick besonders peinlich für mich ist, zur Ruhe kommt."
Er flehte nicht vergebens. Unter dem 28. Oktober 1929 konnte er sich "vielmals dafür bedanken, daß 74 000 plus 37 000 hfl. Unie-Aktien auf das Konto bei der Deutschen Bank, Filiale Köln, eingelegt worden sind".
Blüthgen hatte diesmal einen Wert von 490 000 Mark zur Stützung Adenauers aufgeboten. Dabei muß man berücksichtigen, daß Blüthgen nicht nur der Dividenden aus diesen Aktien verlustig ging, daß seine Stützungspapiere vielmehr undisponierbar der in breiter Front sich entwickelnden Baisse preisgegeben waren.
Warum Blüthgen half, läßt sich vermuten. Daß er Adenauer zu einem bestimmten Zweck, etwa in Sachen Kunstseidenzölle, bestechen wollte, ist äußerst unwahrscheinlich und hat keine Glaubwürdigkeit in irgendwelchen Tatsachen. Daß er sich ihn, der zu Blüthgens Kölner Ehrendoktor beigetragen hatte, verpflichten wollte, schreibt er selbst etwas naiv in jenem Brief an den Zwischenträger Bruckwilder vom Jahre 1953: Er, Blüthgen, habe "nichts weiter gewollt, als Herrn Dr. A., den ich so hoch schätzte, durch eine schnelle und großzügige Hilfe von seinen Sorgen zu befreien und mir einen Freund fürs Leben zu gewinnen ... Es wäre eine so große Freude für mich, wenn Herr Dr. A. heute, nach so langer Zeit, erkennen würde, wie gerne ich ihm habe helfen wollen und wie dankbar ich für ein entsprechendes Wort wäre".
Die gute Absicht mag Blüthgen leichter geworden sein angesichts der Tatsache, daß seine Aktien in Holland nicht, wie er schreibt, "aus meinen privaten Ersparnissen" stammten; vielmehr waren das unversteuerte "Tantiemen" aus einem unversteuerten "schwarzen" Glanzstoff-Topf in Holland.
Der "Freund fürs Leben" ging mit seinen Kunstseide-Aktien weiter bergab. Als er am 4. Juni 1931 seinen letzten - diesmal vergeblichen - Hilferuf an Blüthgen sandte, waren die Kurse von American Glanzstoff auf sechs
Dollar pro Share gesunken. Blüthgens gesamte Leihgaben waren veräußert und zur Deckung der Börsenschulden verwandt worden. Adenauer besaß kein Vermögen mehr. Und noch immer stand fast eine Million Mark Unterdeckung auf seinem Konto bei der Deutschen Bank, Filiale Köln.
Anfang 1931 drangen die Gerüchte über die Verschuldung des Kölner Oberbürgermeisters erstmals an die Öffentlichkeit. Unter dem 7. Februar 1931 informierte das Kölner Blättchen "Der Samstag" die Bürger der Stadt Köln über den Debetsaldo Adenauers bei der Deutschen Bank, freilich in Form eines Dementis.
Unter der Schlagzeile "Kesseltreiben gegen Adenauer" klagte der "Samstag" über persönliche Angriffe, die von der "Düsseldorfer Lokalzeitung" gegen den Kölner Oberbürgermeister vorgetragen worden seien. Die "Lokalzeitung" hatte erst versteckt, dann weit offener berichtet, daß Konrad Adenauer auf das Glück der Kunstseiden-Werte vertraut und dabei an der Börse gewaltige Verluste erlitten habe, so daß schließlich bei der Dedibank (Deutsche Bank) ein Debetsaldo zu seinen Lasten verblieben sei, der über die erste Million hinweggehe.
An diese Geschichte, lamentierte der "Samstag" weiter, habe die Düsseldorfer Zeitung allerlei Kommentare geknüpft, die darin gipfelten, "daß der Oberbürgermeister der Stadt Köln nunmehr ganz und gar
auf das Wohlwollen der Deutschen Bank angewiesen sei, gleichsam von ihr abhängig wäre".
Aus der Lektüre des "Samstag" erhellt, daß sich die "Düsseldorfer Lokalzeitung" seinerzeit vergebens bemühte, von Konrad Adenauer ein Dementi zu erhalten. Schrieb die "Lokalzeitung": "Nur sein Dementi kann die Gerüchte zum Verstummen bringen, die jetzt gar wissen wollen, daß dies ominöse Konto inzwischen erledigt sei. Es hängt zuviel davon ab, ob behauptet werden darf, daß sich der Oberbürgermeister von Köln in finanzieller Abhängigkeit einer Großbank befindet. Das wäre nach unserer Ansicht jedenfalls untragbar."
Nicht Konrad Adenauer, wohl aber der ihm ergebene "Samstag" fühlte sich berufen, die Behauptungen der Düsseldorfer Gazette zu dementieren. Schrieben die Adenauer-treuen Klatsch-Autoren in Köln: "Wir können klipp und klar erklären, daß nach den eingehendsten Informationen auch nicht ein wahres Wort an diesen ganzen Gerüchten ist ... Sie sind dazu angetan, den Namen und den Ruf des Oberbürgermeisters in der Öffentlichkeit herabzusetzen, und da sie in diesem Falle auch von Düsseldorf ausgehen, so waren sie von vornherein mit der gebotenen Vorsicht aufzunehmen ... Konrad Adenauer ist jenen, die abseits des Kölner Doms in der öffentlichen Meinung die Geschicke ihrer Städte leiten möchten, gar zu hoch gestiegen" - ein Hinweis auf Kanonen -Lehr in Düsseldorf.
Zuvor freilich hatte das Kölner Wochenend-Blättchen in bewegten Tönen über die Verletzung des Bankgeheimnisses geklagt: "Die Verluste von Adenauer selbst sollen sich auf zirka 1,4 Millionen belaufen. Ihre Höhe aber wäre durch die Bankbeamten, die solche Zahlen in viele Kanäle hätten laufen lassen, bekannt geworden ... Ein solcher Vorwurf erscheint uns ganz außerordentlich stark, und wir hätten hier bestimmt erwartet, daß die Deutsche Bank ein entschiedenes Dementi gebracht hätte."
Der Artikel im "Samstag" hatte für Konrad Adenauer außerordentlich günstige Folgen. Der Deutschen Bank gegenüber konnte er nun erfolgreich mit dem Argument operieren, seine Sanierung sei dadurch erschwert, wenn nicht gar unmöglich gemacht worden, daß die Bank das Bankgeheimnis verletzt habe. Es traf sich auch günstig, daß Konrad Adenauer im Jahre 1931 turnusmäßig aus dem Aufsichtsrat der Deutschen Bank ausschied. Desto leichter fiel es, die zum Schluß noch auf dem Debetkonto übriggebliebenen 750 000 Mark zu streichen.
So erinnert sich der Bonner Rechtsanwalt Dr. Josef Kübel an die Aussage eines früheren Direktors der Deutschen Bank, der erklärt habe, daß "ein restlicher Debetsaldo von ca. 750 000 Mark nach Verlagerung des (Adenauerschen Schuld-)Kontos nach Holland gestrichen worden ist oder gestrichen werden mußte, weil das Bankgeheimnis nicht vollständig gewahrt worden sei". Offensichtlich verfügte nicht nur Glanzstoff, sondern auch die Deutsche Bank in Holland über einen Geheimtopf. Kaiser und Kapital waren Arm in Arm nach Holland geflohen.
Kübel selbst hat die Abschrift des Protokolls über die Vernehmung dieses Vorstandsmitglieds der Deutschen Bank gelesen. Staatsanwalt i. R. Dr. Seidenspinner, der in Oberstdorf seine Pension verzehrt und der während des Krieges gegen Glanzstoff ermittelt hat, hat dem Rechtsanwalt Kübel diesen Sachverhalt wiederholt bestätigt.
Ebenso erinnert sich der Bankier Wilhelm Koch in Gilgenbach bei Adenau, früher Chef der Sassen-Bank in Bonn und Vizepräsident der Düsseldorfer Börse: Der Filialleiter der Deutschen Bank in Köln, Anton Brüning, habe ihm vor 1933 gesagt, die Spekulation Adenauers habe die Deutsche Bank rund eine Million gekostet. Man muß zugeben, daß Adenauer sich des Wohlwollens dieses Instituts über recht lange Zeit erfreut hat, denn es war im Jahre 1953 wieder ein Direktor der Deutschen Bank, der den Glanzstoff-Chef Vits zur Begütigung Blüthgens nach Berlin in Marsch setzte.
Der von Kübel zitierte Staatsanwalt Seidenspinner hat schon einmal vergebens versucht, aus seinen Adenauer -Kenntnissen Kapital zu schlagen. Von Amts wegen hatte er mit Adenauer zu tun, als er gegen Blüthgen ermittelte, der unter Eid bestritten hatte, daß er Staatsbeamte und eigene Firmenangestellte mit Gratisaktien und Bargeld bestochen habe. Die beiden Steuerfahnder Jansen und Ludwig waren aber 1941 "im Auftrage des Herrn Generalstaatsanwalts beim Landgericht" zu dem Schluß gekommen: "Unseres Erachtens liegt eine Bestechung des Adenauer durch Blüthgen vor."
In der Anklageschrift Seidenspinners gegen Blüthgen fehlte dieser Bestechungspunkt nicht nur, so Seidenspinner heute, weil er verjährt war, sondern mehr noch, weil er, Seidenspinner, Mitglied des Zentrums-Ortsvorstands Berlin-Wilmersdorf vor 1933, den Zentrums-Politiker Adenauer habe schonen wollen.
Mit solchen Kenntnissen ausgestattet, versuchte der Staatsanwalt i. R., einen Prozeß zu beeinflussen, den er in Sachen eines ihm von der Wehrmacht enteigneten Hauses vor dem Bayrischen Verwaltungsgerichtshof führte. Damit das Gericht erkennen könne, welch förderungswürdiger Petent vor ihm stehe, reichte Seidenspinner seine Handakte in Sachen Adenauer mit zu Gericht.
Oberverwaltungsgerichtsrat Stich in München reagierte prompt auf die ungewöhnliche Kunst-Seidenspinner -Eingabe, aber nicht im Sinne des Einsenders: Auch Amtskenntnisse aus der Nazizeit, so wurde Seidenspinner von Stich belehrt, unterlägen der Schweigepflicht. Er, Stich, sehe sich deshalb genötigt, den Staatsanwalt Seidenspinner nachdrücklich an diese Schweigepflicht zu erinnern, zumal ein Bekanntwerden des Seidenspinnerschen Wissens geeignet sei, Wohl und Ansehen der Bundesrepublik auf das schwerste zu gefährden.
Staatsanwalt im Ruhestand Seidenspinner, von Pensions wegen zur Pythia verurteilt: "Der SPIEGEL hat nur die Hälfte geschrieben. Sie schreiben von Aktien. Ich spreche von Zahlen. Bar."
Kein deutscher Reichskanzler und kein Oberbürgermeister hat jemals solch fürstliche Geschenke bekommen. Stuttgarts Arnulf Klett nimmt sich mit seinem Perserteppich geradezu als Winzling aus. Göring, der ein Dienststrafverfahren gegen Adenauer in die Wege leiten ließ, wußte wohl von Blüthgens Gabe, nicht aber von der Transaktion der Deutschen Bank. Er befand, wenn seine Leute nichts Schlimmeres täten als Geld entgegenzunehmen, das ihnen angeboten werde, dann wolle er's zufrieden sein. Der preußische Ministerpräsident Göring, der gerade erst einige Millionen von einer Zigaretten-Firma eingestrichen hatte, ließ Adenauer Pension zahlen.
Auf ein Geschenk von einer Million Mark wären damals 44 Prozent Schenkungssteuer fällig gewesen, auf ein Geschenk von zwei Millionen 46 Prozent. Schenkungssteuer ist weder von den Gebenden noch vom Empfänger bezahlt Worden. Offen bleibt, ob Blüthgen seine Millionen-Gabe seinerzeit als Leihgabe oder als Geschenk hat betrachtet wissen wollen. Psychologisch glaubhaft ist, daß er die Aktienpakete leihweise zur Verfügung gestellt hat, in Erwartung besserer Zeiten, und daß Hitler als eine Art höherer Gewalt dazwischenkam.
Dann erhebt sich freilich die Frage, warum Blüthgen nach dem Krieg nicht seinen Schuldner, den Kanzler Adenauer, auf Rückzahlung verklagt hat, nachdem der Kanzler auf gütliche Anfrage nicht reagiert hatte. Offensichtlich hat sich Blüthgen in der für Großindustrielle prekären Nachkriegssituation gescheut, offenzulegen, wieso er in Holland so viel Geld für Adenauer liegen hatte. Offensichtlich scheute er auch einen Prozeß gegen den mächtigsten Mann im Lande, der mit dein Recht nicht pingelig umgeht.
Bei seiner alten Firma Glanzstoff hingegen konnte sich der frühere Generaldirektor in dieser wie in anderer Hinsicht mehr Verständnis ausrechnen. Sämtliche Direktoren und Aufsichtsratsmitglieder von Glanzstoff haben sich vor 1933 nämlich aus dem - unversteuerten - "holländischen Topf" steuerfrei Sonder-Tantiemen bewilligt.
Jedenfalls fällt auf, daß die Summe, auf die sich Glanzstoff und Blüthgen 1953 einigten - 25 000 Mark bar plus 1250 Mark Monatliche Zahlung auf Lebenszeit, beginnend mit dem Jahre 1955 -, in etwa eine durch Währungsschnitt 1 : 10 abgewertete Summe von einer Million Reichsmark repräsentiert, wenn man die lurchschnittliche Lebenserwartung eines im Jahre 1953 72 Jahre alten Mannes zugrunde legt. Dies sonderbare Abkommen hat ausdrücklich und erkennbar nicht irgendeine Art von Pensionszahlung zum Gegenstand, die Glanzstoff dem früheren Generaldirektor und Aufsichtsratsvorsitzenden etwa zu zahlen willens gewesen wäre. Vielmehr lautet der Paragraph 1:
"Herr Dr. Blüthgen hat im Zusammenhang mit seiner früheren Tätigkeit bei der VGF erhebliche persönliche Vermögensverluste erlitten. Mit Rücksicht hierauf zahlt die VGF, jedoch, ohne eine Verpflichtung zum Ersatz dieser Verluste anzuerkennen, an Herrn Dr. Blüthgen anstelle eines Einmal-Betrages sofort 25 000 DM und ferner ab 1. 1. 1955 monatlich 1250 DM."
Nach dem Tode Blüthgens muß die Zahlung bis zum Ableben von Frau Hedwig Blüthgen fortgesetzt werden. Glanzstoff zahlte dem Dr. Blüthgen die Anwalts- und Rechtsvertreterkosten in Höhe von 7000 Mark.
Die Klein- und Großaktionäre der Vereinigten Glanzstoff-Fabriken zahlen demgemäß auch jetzt noch alljährlich für Verluste, die der Börsenspekulant Adenauer 1929 auf sich lud. Blüthgen, der jetzt von Glanzstoff seine ordnungsgemäße Pension - 2500 Mark monatlich - erstreiten will, sagt denn auch: "Die Sache Adenauer ist für mich erledigt."
Adenauer, Zentrumsführer Kaas (1929): "Die Lage war ernst"
Radiogramm nach Übersee (1928): "Bitte mich zu beteiligen"
Glanzstoff-Vorsitzer Blüthgen (1930):
"Ein Freund fürs Leben"
"Der Samstag" vom 7. Februar 1931: Von einer Großbank abhängig?
Koch
Göring
Adenauer-Brief von 1929: "Vielen herzlichen Dank"
Dr. jur. Dr. h. c. Blüthgen (1960)
In der Not nach Holland
Adenauer-Brief von 1947: "Trügerische Manipulationen"

DER SPIEGEL 9/1961
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ADENAUER:
Unfaßbar hoch

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