17.05.1971

GESTORBENHubert von Meyerinck

Hubert von Meyerinck, 74. "Spiel jeden Quatsch und Mist, den du kriegen kannst. Hauptsache, du wirst berühmt", hatte ihm sein Freund und Kollege Theo Lingen einst geraten. Und "Hubsi", Sproß einer preußischen Offiziersfamilie, in Potsdam geboren, richtete sich danach. Gewiß, er hat auf der Bühne den Mephisto und den Mackie Messer gespielt, er ist in Sternheims "Snob" und, als Titelheld, in Dürrenmatts "Frank V." aufgetreten -- doch es war die Film-Klamotte, die ihn berühmt machte. Er posierte in annähernd 300 Kinostücken als aalglatter Bösewicht mit Monokel und straffem Pomadenhaar, als arroganter Fatzke mit glatzköpfigem Kirgisenschädel und Menjou-Bärtchen, als wilhelminischer Trottel, als verkalkter Snob. Er war ein komischer Erich von Stroheim, der das Preußentum karikierte, der Lächerlichkeit preisgab. Jawohl, er hat jeden Quatsch mitgespielt, aber er spielte ihn gut. Hubsi starb letzten Donnerstag in Hamburg: Sein Herz hatte versagt.

DER SPIEGEL 21/1971
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