22.02.1971

STIFTER-WUNSCH.

Die rechte "Deutschland-Stiftung" wurde mit einem Kandidaten für die diesjährige Verleihung der Konrad-Adenauer-Preise nicht handelseinig. Ihr Auserwählter für die Sparte Publizistik -- der Bonner Redakteur des konservativen "Rheinischen Merkur", Paul Wilhelm Wenger -- hatte das Angebot, Ende April in Kissingen mit der 10 000-Mark-Ehrung ausgezeichnet zu werden, zwar zunächst akzeptiert, "aber vier Wochen später" -- so Wenger -- "wurde ich auf einmal um eine Oberländer-Rechtfertigung gebeten, und da mußte ich dann ablehnen". Grund: Der "Merkur"-Schreiber hatte 1959 die "intellektuelle Mitverantwortung" des (von 1953 bis 1960) CDU-Bundesvertriebenenministers Theodor Oberländer an Judenerschießungen 1941 in Lemberg angeprangert und damit nach eigener Meinung "seinen Sturz verursacht". Wenger-Vision: "Bei der Preisverleihung hätte Oberländer womöglich in der ersten Reihe gesessen."

DER SPIEGEL 9/1971
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